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Medizin

12. Dezember 2017 Fortgeschrittenes RCC: Synergistische Kombinationstherapie verstärkt Effektivität

Insbesondere beim Nierenzellkarzinom (RCC) kommen viele untersuchte Kombinationstherapien, häufig wegen zu hoher Toxizitäten, nicht zum Einsatz. Die Kombination mit Lenvatinib plus Everolimus ist aktuell die einzige zugelassene Kombinationstherapie beim fortgeschrittenen RCC. Eine der Herausforderungen für die Zweitlinientherapie ist die Abwägung der zur Verfügung stehenden Therapieoptionen. Im Rahmen eines Eisai-Satellitensymposiums beim DGU in Dresden diskutierten Experten mögliche Hilfen bei der Therapieentscheidung.
Cabozantinib, Nivolumab und als einzige Kombinationstherapie Lenvatinib/Everolimus seien als neue wichtige Behandlungsoptionen in der Zweitlinientherapie bereits im Behandlungsalltag angekommen, bemerkte PD Dr. Gunhild von Amsberg, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf.

In der zulassungsrelevanten dreiarmigen Studie 205 wurde die Kombination von Lenvatinib plus Everolimus versus den beiden Einzelsubstanzen untersucht. Die Studie zeigte den synergistischen Effekt von Tyrosinkinase- und mTOR-Inhibiton: Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS), primärer Studienendpunkt, betrug 14,6 Monate mit Lenvatinib/Everolimus versus 7,4 Monate unter Lenvatinib-Monotherapie versus 5,5 Monate unter Everolimus-Monotherapie. Das Risiko einen Progress zu erleiden konnte mit der Kombination gegenüber den Monotherapien um 60% (vs. Everolimus) bzw. 34% (vs. Lenvatinib) reduziert werden.

Als Entscheidungskriterien für die Zweitlinientherapie sollten neben den „harten Kriterien“ Gesamtüberleben und Level of Evidence auch krankheitsspezifische Aspekte, wie beispielsweise Metastasenlokalisation und Remissionsdruck, sowie patientenspezifische Aspekte, wie z.B. Begleiterkrankungen, Alter und Allgemeinzustand, berücksichtigt werden, so von Amsberg.

Eine gute Prophylaxe ist wichtig, um Nebenwirkungen vorzubeugen und damit die Therapiedauer zu verlängern, erklärte PD Dr. Manfred Johannsen, Urologische Facharztpraxis PD Dr. M. Johannsen & T. Laux, Berlin. Die intensive Kommunikation mit den Patienten und ein schnelles Nebenwirkungsmanagement helfen zudem dabei, Nebenwirkungen zu minimieren und Patienten länger auf einer wirksamen Therapie zu halten. Die Nebenwirkungen von TKIs und mTOR-Inhibitoren seien bekannt und gut beherrschbar, konstatierte Johannsen.

Dr. Ine Schmale, Westerburg

Quelle: Eisai-Satellitensymposium „Das RCC – Ein Kessel Buntes“, im Rahmen des 69. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), Dresden, 22. September 2017


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