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25. September 2020
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Fortgeschrittenes RCC: Kombination Cabozantinib + Atezolizumab zeigt vielversprechende klinische Aktivität

Cabozantinib, ein Behandlungsstandard für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC), fördert ein immun-tolerantes Umfeld, welches das Ansprechen auf Immuncheckpoint-Inhibitoren verstärken könnte. In der multizentrischen Phase-1b-Studie COSMIC-021 wird Cabozantinib in Kombination mit Atezolizumab bei verschiedenen soliden Tumoren untersucht. Beim ESMO 2020 wurden erste Ergebnisse dieser Kombinationstherapie als Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen klarzelligen RCC (ccRCC) vorgestellt.
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ccRCC-Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG-Performance-Status (PS) 0-1) ohne vorherige systemische Anti-Tumortherapie ihres fortgeschrittenen RCC erhielten in der Dosis-Eskalations- (n=10) und Expansionsphase (n=60) 1.200 mg Atezolizumab (A) i.v. q3w + entweder 40 mg (n=34) oder 60 mg (n=36) Cabozantinib (C) p.o. qd. Das mediane Follow-up betrug in der A + C 40 mg-Gruppe 22,0 Monate und 11,5 Monate in der Gruppe A + C 60 mg. Die Baseline-Patientencharakteristika waren in beiden Cabozantinib-Dosierungsgruppen vergleichbar. Das mediane Alter betrug 65 Jahre, 76% waren männlich, 74% wiesen einen ECOG-PS von 0 auf, 87% hatten eine vorherige Nephrektomie, 77% Lungenmetastasen und 46% ≥ 3 Krankheitsherde. 30% hatten nach IMDC-Kriterien eine günstige, 67% eine intermediäre und 3% eine schlechte Prognose. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen (TRAEs) von Grad 3/4 traten bei 71% der Patienten unter A + C 40 mg und bei 64% der Patienten mit A + der höheren Cabozantinib-Dosis auf, wobei es in keiner der beiden Gruppen TRAEs von Grad 5 gab. Die häufigsten Grad-3/4-TRAEs bei allen Patienten waren Bluthochdruck (21% A + C 40 mg bzw. 14% A + C 60 mg), Diarrhoe (9% bzw. 19%), Hypophosphatämie (15% bzw. 3%) und ALT-Anstieg (3% bzw. 14%). Die Gesamtansprechrate (ORR) lag im A + C 40 mg-Arm bei 47% (1 komplette Remission (CR), 15 partielle Remissionen (PR), die Krankheitskontrollrate (DCR, CR + PR + stabile Erkrankung (SD)) betrug 94% und das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) 19,5 Monate. Die 12-Monats-PFS-Rate lag bei 67%. Im Arm mit der höheren Cabozantinib-Dosis betrug die ORR 58% (2 CR, 19 PR), die DCR 92% und das mPFS 20,4 Monate. Die 12-Monats-PFS-Rate lag bei 71%. Verfügbare Tumorgewebeproben (n=40) wurden auf die Expression von PD-L1 untersucht.  Dabei zeigte sich keine Assoziation mit der Anti-Tumoraktivität. An Tag 21 wurden erhöhte mediane Level aktivierter peripherer zytotoxischer T-Zellen (+ 8%) und natürlicher Killer (NK)-Zellen (+ 24%) bei gleichzeitiger Abnahme der immunsuppressiven Zellen beobachtet.

Damit zeigte die Kombination Cabozantinib + Atezolizumab vielversprechende klinische Aktivität bei zuvor unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem ccRCC bei akzeptablem Sicherheitsprofil mit beiden Cabozantinib-Dosierungen (40 mg und 60 mg). Eine Phase-III-Studie zu Cabozantinib + Atezolizumab bei RCC-Patienten, die mit einer Immuncheckpoint-Inhibitor-Therapie vorbehandelt sind, ist in Planung.

(übers. v. um)

Quelle: ESMO Virtual Congress 2020

Literatur:

Pal S et al. Cabozantinib (C) in combination with atezolizumab (A) as first-line therapy for advanced clear cell renal cell carcinoma (ccRCC): Results from the COSMIC-021 study. ESMO Virtual Congress 2020, Abstract 702O.


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