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Medizin

23. November 2020 Fortgeschrittenes Platin-sensibles Ovarialkarzinom: Zulassungserweiterung für Niraparib als Erstlinien-Erhaltungstherapie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Niraparib (Zejula®) als Monotherapie in der Erhaltungstherapie jetzt auch bei Patientinnen mit fortgeschrittenem epithelialen hochgradigen Eierstock-, Eileiter- oder primären Peritonealkarzinomen erteilt, die sich nach Abschluss einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie in kompletter oder partieller Remission befinden. Bisher wurde der PARP-Inhibitor erst bei einem Rezidiv eingesetzt. Ausgangspunkt für die Indikationserweiterung von Niraparib war die PRIMA-Studie (1), die im Rahmen des Launch-Webinars vorgestellt und diskutiert wurde.
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Die Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase-III-Studie PRIMA, die der Studienleiter Prof. Antonio González-Martín, Madrid, vorstellte, untersuchte die Erhaltungstherapie mit Niraparib bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO-Stadium III oder IV), die auf eine Platin-basierte Erstlinienchemotherapie mit einer partiellen oder kompletten Remission angesprochen haben. Sie wurden 2:1 randomisiert und erhielten 300 mg Niraparib als Dauertherapie in 28-tägigen Zyklen oder Placebo. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS).  

Etwa die Hälfte der Patientinnen mit Ovarialkarzinom haben einen Tumor mit homologer Rekombinationsdefizienz (HRd) und davon wiederum etwa die Hälfte eine BRCA-Mutation, erklärte González- Martín. In der Gruppe der Patientinnen mit einer HRd reduzierte die Erhaltungstherapie mit Niraparib das Risiko von Krankheitsprogression und Tod signifikant um 57%. Das mediane PFS verlängerte sich von 10,4 Monaten in der Placebo-Gruppe auf 21,9 Monate in der Niraparib-Gruppe (HR=0,43; p<0,0001). Am deutlichsten profitierten innerhalb dieser Gruppe Patientinnen mit BRCA-mutierten Tumoren mit einem um 60% verringerten Progressionsrisiko (mPFS 22,1 vs. 10,9 Monate; HR=0,40; p<0,001). González-Martín hob hervor, dass nicht nur Patientinnen mit HRd bzw. BRCA-Mutation, sondern alle Patientinnen von Niraparib profitieren. Wie die ITT-Analyse ergab, reduzierte die Erhaltungstherapie mit Niraparib das Progressionsrisiko in der gesamten Studiengruppe und verlängerte das mPFS um 5,6 Monate (13,8 vs. 8,2 Monate; HR=0,62; p<0,0001). Überraschenderweise hatten auch Patientinnen ohne homologe Rekombinationsdefizienz (HRp) sowie Patientinnen mit BRCA Wildtyp-Tumoren von Niraparib-Erhaltungstherapie einen klaren Benefit, sagte González. Das mPFS betrug bei Patientinnen mit HRp, die Niraparib erhalten hatten 8,1 Monate vs. 5,4 Monate in der Placebogruppe (HR=0,68) und in der Gruppe ohne BRCA-Mutation 19,6 vs. 8,2 Monate (HR=0,50). Es bestand ein Vorteil mit Niraparib in allen Subgruppen sagte González-Martín, auch für jene mit schlechter Prognose. Dazu zählen Patientinnen mit neoadjuvanter Chemotherapie sowie Patientinnen, die mit einer Chemotherapie nur eine partielle Remission erreicht hatten.

Das Sicherheitsprofil von Niraparib in der PRIMA-Studie entspricht dem zuvor beobachteten Sicherheitsprofil in anderen klinischen Studien. Zu Beginn der PRIMA-Studie erhielten die Patientinnen eine feste Anfangsdosis von 300 mg Niraparib einmal täglich. In einer nachträglich genehmigten Änderung des Studienprotokolls erhielten Patientinnen mit einem Körpergewicht unter 77 kg und/oder einer Thrombozytenzahl unter 150.000 /μl vor Therapiebeginn eine Startdosis von 200 mg einmal täglich. Bei der individualisierten Anfangsdosis wurden im Vergleich zur Gesamtpopulation niedrigere Raten an hämatologischen Nebenwirkungen der Grade 3 und 4 beobachtet (1). González-Martín: "Wir haben nun eindeutige Daten dafür, dass eine Niraparib-Erhaltungstherapie für alle Patientinnen mit platinsensiblem fortgeschrittenen Ovarialkarzinom unabhängig vom Biomarkerstatus von Vorteil ist.“ Er begrüßte es, dass zukünftig viel mehr Patientinnen von dieser Erhaltungstherapie profitieren können.

Dr. Anita Schweiger

Quelle: Launch-Webinar "PARPi Niraparib jetzt auch in der Erstlinie", 11.11.2020; Veranstalter: GSK

Literatur:

1. González-Martín A et al. N Engl J Med 2019; 381:2391-2402


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