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Medizin

24. Oktober 2019 Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom: Verlängerung des PFS unter Olaparib

Neue Daten der PAOLA-1-Studie zeigen signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens in der Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab. Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab verlängern das progressionsfreie Überleben signifikant und reduzieren das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod um 41% im Vergleich zur Monotherapie mit Bevacizumab.
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Reduktion von Progression und Mortalität

AstraZeneca und MSD haben im Rahmen des diesjährigen ESMO-Kongresses positive Ergebnisse der Phase-III-Studie PAOLA-1 (1) bekannt gegeben. Die Studie untersuchte nach Platin-basierter Chemotherapie die Wirkung von Olaparib Filmtabletten als Erhaltungstherapie in Kombination mit der Standardtherapie (SoC) Bevacizumab im Vergleich zur Monotherapie mit Bevacizumab. In die Studie eingeschlossen wurden Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO Stadien III-IV) ohne Einschränkungen hinsichtlich des BRCA-Mutationsstatus und des vorausgegangenen Operationsergebnisses. Das von den Prüfärzten beurteilte mediane PFS (mPFS) konnte mit Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab von 16,6 auf 22,1 Monate verlängert werden im Vergleich zur Monotherapie mit Bevacizumab (HR: 0,59; 95% KI: 0,49-0,72; p<0,0001). In der Gesamtpopulation reduzierten Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod um insgesamt 41%. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab stimmte mit dem aus früheren Studien überein. Die Ergebnisse wurden während des Presidential Symposium des Kongresses der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2019 in Barcelona, Spanien, präsentiert (2).

Höherer Anteil an progressionsfreien Patientinnen

Auch in den untersuchten Subgruppen konnten Patientinnen in Abhängigkeit vom BRCA- und HDR-Status von einer Therapie mit Olaparib Filmtabletten profitieren. Nach einer medianen Beobachtungsdauer von 24 Monaten waren 46% der Patientinnen, die mit Olaparib Filmtabletten und Bevacizumab behandelt wurden, progressionsfrei im Vergleich zu 28% der Patientinnen, die eine Monotherapie mit Bevacizumab erhielten. „Die Ergebnisse zeigen, dass auch noch nach 2 Jahren fast die Hälfte der Frauen progressionsfrei waren, wenn Olaparib Filmtabletten zusätzlich zu Bevacizumab gegeben wurden – unabhängig vom Biomarker-Status oder dem Ergebnis der vorangegangenen Operation. Wir freuen uns darauf, die Ergebnisse so bald wie möglich bei den Zulassungsbehörden einzureichen, damit wir den Patientinnen die Therapieoption so früh wie möglich anbieten können“, erläuterte José Baselga, AstraZeneca.
„Ziel der Erstlinientherapie, einschließlich der Erhaltungstherapie, für Frauen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom ist es, die Zeit bis zum Rezidiv hinauszuzögern. Leider ist das Risiko eines Rezidivs hoch – 2 von 3 Patientinnen erleiden innerhalb von 3 Jahren nach der Erstdiagnose ein Rezidiv. Die signifikanten Ergebnisse der PAOLA-1-Studie haben das Potential, die klinische Praxis bei der Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom im Rahmen der Erstlinien-Erhaltungstherapie zu verändern,“ sagte Isabelle Ray-Coquard, leitende Prüfärztin der PAOLA-1-Studie.

Verlängertes mPFS auch in Subgruppenanalysen bestätigt

Die Studie umfasste auch explorative Subgruppenanalysen, einschließlich Patientinnen mit BRCA-Mutationen und positivem HRD-Status (homologem Rekombinationsmangel), die einen größeren Nutzen mit Olaparib Filmtabletten und Bevacizumab zeigten im Vergleich zur Monotherapie mit Bevacizumab. In der BRCAm-positiven Subgruppe reduzierte die Kombination aus Olaparib Filmtabletten und Bevacizumab das Risiko für eine Krankheitsprogression oder Tod um 69% (HR: 0,31; 95% KI, 0,20-0,47). In der HRD-positiven Subgruppe (einschließlich BRCAm), die etwa die Hälfte der Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom ausmacht, reduzierten Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab das Risiko für eine Krankheitsprogression oder Tod um 67% (HR: 0,33; 95% KI, 0,25-0,45).

UE

Unerwünschte Ereignisse (UE) vom Grad ≥ 3 traten bei Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab bei 57% der Patientinnen auf im Vergleich zu 51% bei der Bevacizumab-Monotherapie. Die häufigsten Nebenwirkungen ≥ 20% unter Olaparib Filmtabletten in Kombination mit Bevacizumab vs. Bevacizumab Monotherapie waren Übelkeit (53% vs. 22%), Fatigue (53% vs. 32%), Hypertonie (46% vs. 60%), Anämie (41% vs. 10%), Lymphopenie (24% vs. 9%), Erbrechen (22% vs. 11%) und Arthralgie (22% vs. 24%). Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3 waren Hypertonie (19% vs. 30%), Anämie (17% vs. <1%), Lymphopenie (7% vs. 1%), Neutropenie (6% vs. 3%), Fatigue (5% vs. 1%), Übelkeit (2% vs. 1%), Diarrhö (2% jeweils), Leukopenie (2% vs. 1%), Erbrechen (1% vs. 2%) und abdominale Schmerzen (1% vs. 2%). Unerwünschte Ereignisse führten bei 54% der Patientinnen im Olaparib-Arm zu einer Dosisunterbrechung und bei 20% zu einem Abbruch der Behandlung.

Quelle: AstraZeneca/MSD

Literatur:

(1) Clinical Trials. Platine, Avastin and OLAparib in 1st Line (PAOLA-1). Verfügbar unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02477644 (letzter Zugriff 01.10.2019).
(2) Ray-Coquard I et al. Phase III PAOLA-1/ENGOT-ov25 trial: Olaparib plus bevacizumab (bev) as maintenance therapy in patients (pts) with newly diagnosed, advanced ovarian cancer (OC) treated with platinum-based chemotherapy (PCh) plus bev. #LBA2_PR.


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