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Medizin
30. Juni 2014

Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom: Positives Votum für Bevacizumab beim platinresistenten Rezidiv

Der Ausschuss für Humanmedizin (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Zulassung von Bevacizumab (Avastin®) für die Behandlung des platinresistenten Ovarialkarzinomrezidivs. Nach den Zulassungen für die 1st-line-Therapie und das platinsensible Rezidiv wäre dies die dritte Indikation für Bevacizumab beim Ovarialkarzinom. Das positive CHMP-Votum untermauert damit den hohen Stellenwert des VEGF-Antikörpers in der Behandlung von Frauen mit Ovarialkarzinom.

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Die aktuelle Empfehlung des CHMP der EMA zur Zulassung von Bevacizumab beim platinresistenten Rezidiv stützt sich auf die überzeugenden Resultate der AURELIA-Studie. In der randomisierten Phase-III-Studie hatten Patientinnen, deren Erkrankung innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss einer platinbasierten Therapie fortgeschritten war, ein signifikant um 62 % reduziertes Risiko für eine erneute Tumorprogression, wenn sie Bevacizumab in Kombination mit Topotecan, pegyliertem liposomalen Doxorubicin oder wöchentlichem Paclitaxel erhalten hatten (HR: 0,38; p < 0,0001). Das progressionsfreie Überleben (PFS) verlängerte sich unter Bevacizumab im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie von median 3,4 auf 6,7 Monate (1,2).

Bevacizumab - Gelebter Standard beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Die für Herbst 2014 erwartete Zulassung von Bevacizumab beim platinresistenten Rezidiv würde eine Lücke in der medikamentösen Behandlung von Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom schließen. Bevacizumab (15 mg/kg KG q3w) ist bereits seit Dezember 2011 in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel für die 1st-line-Therapie in den FIGO-Stadien IIIB bis IV zugelassen (2). Die frühe und kontinuierliche 1st-line-Therapie mit Bevacizumab über insgesamt 15 Monate bietet den Patientinnen eine hohe Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit: Gegenüber der alleinigen Chemotherapie verlängert Bevacizumab das PFS signifikant um median 6,2 Monate (18,2 vs. 12,0 Monate; HR: 0,62; p < 0,0001) (2,3). Auch Patientinnen mit platinsensiblem Rezidiv, die Bevacizumab nicht bereits als 1st-line-Therapie erhalten konnten, profitieren vom Einsatz des VEGF-Antikörpers: Im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie mit Carboplatin und Gemcitabin verlängert die Kombination mit Bevacizumab das PFS signifikant von median 8,4 auf 12,4 Monate (HR: 0,484; p < 0,0001) (2,4). Für diese Therapiesituation ist Bevacizumab seit Oktober 2012 zugelassen (2). Aktuelle Daten der Qualitätssicherungserhebung Ovarialkarzinom der AGO-Studiengruppe belegen, dass sich Bevacizumab in der Praxis fest etabliert hat: Allein in Deutschland erhält rund die Hälfte der Patientinnen ab FIGO-Stadium IIIB Bevacizumab in Kombination mit einer Chemotherapie (5).

Literaturhinweise:
(1)  Pujade-Lauraine E et al., J Clin Oncol 2014; 32: 1032-8
(2)  Aktuelle Fachinformation Avastin®
(3)  Burger RA et al., J Clin Oncol 2011; 29 (suppl): 337s, Abstract # 5023
(4)  Aghajanian C et al., J Clin Oncol 2012; 30: 2039-45
(5)  Pfisterer J et al., DKK 2014; Qualitätssicherung Ovarialkarzinom in Deutschland - Erhebung 2012 - 2016


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