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Medizin

28. Oktober 2020 Fortgeschrittenes NSCLC: Patienten im Progress können von Drittlinien-Therapie mit Nintedanib + Docetaxel profitieren

Verschiedene Real-life-Daten stützen den Einsatz von Nintedanib + Docetaxel bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), das unter Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren fortschreitet. Aktuelle Erkenntnisse dazu liefern neue Daten der nicht-interventionellen VARGADO-Studie, die auf dem ESMO 2020 vorgestellt wurden.
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Die prospektiv angelegte VARGADO-Studie untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Nintedanib + Docetaxel als Zweit- und Drittlinientherapie beim NSCLC "unter Routinebedingungen im klinischen Alltag in Deutschland", sagte Prof. Dr. Christian Grohé, Berlin, bei dem virtuellen Pressegespräch. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) ab Beginn der Therapie mit Nintedanib + Docetaxel lag für die 55 ausgewerteten Patienten bei 6,5 Monaten, das mediane Gesamtüberleben (OS) bei 12,2 Monaten. Diese aktuelle Auswertung ergab ferner eine objektive Ansprechrate von 50% und eine Krankheitskontrollrate von 83%, was die Ergebnisse aus einer vorausgegangenen Auswertung von VARGADO-Daten bestätigt.

Die Ergebnisse aus der VARGADO-Studie sind von besonderem Interesse, da es für die Situation "Progress unter Immuncheckpoint-Inhibition" derzeit keine kontrollierten randomisierten Studien gibt. Die Kombination aus Chemotherapie plus Immuncheckpoint-Inhibitor hat sich als neuer Standard der Erstlinientherapie für Patienten mit NSCLC ohne therapierbare Treibermutation etabliert, aber für eventuell nachfolgende Situationen fehlen noch Studien. Der Einsatz des anti-angiogenen Therapieprinzips mit dem Angiokinase-Inhibitor Nintedanib (Vargatef®) hat nach Einschätzung von Prof. Grohé das Potenzial, den Ursachen des Krankheitsfortschritts unter Immuncheckpoint-Inhibition entgegenzuwirken. Die Ansprech- und Krankheitskontrollraten sowie das mediane Gesamtüberleben von über einem Jahr stützen diese Hypothese, sagte Grohé.

Afatinib wirksam bei seltenen EGFR-Mutationen

Bis zu 20% der NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutationen weisen eine seltene Mutation auf, unter denen wiederum Gruppe 1-Mutationen am häufigsten vorkommen. Für diese Patienten hat sich Afatinib (GIOTRIF®), ein EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor der zweiten Generation, unabhängig von der Ethnie als klinisch wirksam erwiesen. In den LUX-Lung-Studien wurde Afatinib mit dem Erstgeneration-TKI-Inhibitor Erlotinib verglichen. Dabei zeigte Afatinib eine signifikante Verlängerung von PFS und OS sowie eine Verbesserung der Lebensqualität im Vergleich zu Erlotinib. Da sich die Datenlage zu den seltenen Mutationen rasch ändert, empfiehlt sich die gezielte Suche über die online-Datenbank www.uncommonEGFRmutations.com. Sie wird kontinuierlich erweitert und umfasst gegenwärtig Daten von 839 NSCLC-Patienten und fast 140 verschiedenen seltenen EGFR-Mutationen.

Dr. Barbara Voll

Quelle: Virtuelles Pressegespräch "Stellenwert von Real-Life-Daten: Dynamischer Wandel der NSCLC-Therapielandschaft", 30.09.2020; Veranstalter: Boehringer Ingelheim


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