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Medizin

21. November 2019 Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom: Therapiestrategien zur Überwindung von Resistenzmechanismen

Beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom werden trotz komplexer genetischer Aufschlüsselung primäre und sekundäre Resistenzen gegenüber den Standardtherapien gesehen. Der Schlüssel zur Überwindung von Therapieresistenzen liege in der Anwendung von Kombinationstherapien, so das Resümee der Experten bei einem Satellitensymposium der Firma Eisai.
Neuere Untersuchungen von Primärtumoren und Metastasen konnten zeigen, dass wenige Zellklone auswachsen und zu heterogenen Veränderungen in den Metastasen führen. Zudem liege eine genetische Diversität in rasch und langsam progredienten Metastasen vor, bemerkte PD Dr. Nils Kröger, Klinik und Poliklinik für Urologie Greifswald. Die therapeutische Antwort könne daher nur durch Kombinationstherapien, z.B. mit Immuntherapie plus Angiogenese-Inhibition, gegeben werden. Eine vollständige Überwindung wird erst durch Nutzung genetisch unabhängiger Mechanismen, z.B. der metabolischen Prozesse, möglich.

Prof. Dr. Carsten Grüllich, Universitätsklinikum Dresden, führte verschiedene Studien an, die durch die Kombination diverser Strategien zu einer Verbesserung der Prognose bei RCC-Patienten geführt haben. In der Erstlinientherapie waren dem Komparator Sunitinib bei ausgewählten Patientenkollektiven sowohl die Kombination mit den beiden Checkpoint-Inhibitoren Nivolumab + Ipilimumab, als auch die Kombination von PD-L1-Inhibitor Avelumab plus dem TKI Axitinib und die Kombination des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab mit Axitinib überlegen. Rezidivieren Patienten nach TKI-Behandlung, so kann in der zweiten Therapielinie mit der Kombination von Lenvatinib plus Everolimus eine Verlängerung von PFS und OS gegenüber der alleinigen Everolimus-Therapie erreicht werden. Lenvatinib ist ein TKI mit einer breiten Wirksamkeit (RET, KIT, PDGR, VEGFR1-3, PDGFRb, FGFR1-4).

In der dreiarmigen Phase-II-Studie 205 verlängerte die Zugabe von Lenvatinib zu Everolimus das PFS im Median von 5,5 auf 14,6 Monate (HR=0,61; 95%-KI: 0,38-0,98; p=0,048) und das OS von 15,4 auf 25,5 Monate (HR=0,59; 95% CI 0,36-0,97; p=0,065).

Dr. Ine Schmale

Quelle: Satellitensymposium der Eisai GmbH „KombiNiere – ESCAPE – CATCH – MANAGE – beim Nierenzellkarzinom“, im Rahmen des 71. Kongresses der DGU, 18. September 2019, Hamburg


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