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Medizin

05. Oktober 2020 Fortgeschrittenes Melanom: Vielversprechende 4-Jahres-Daten bei BRAF-mutierten Patienten

In der zweiten Therapielinie nach CTLA-4- und/oder PD-1-Blockade ist die zielgerichtete Therapie mit Encorafenib + Binimetinib eine gute Therapieoption. Im Rahmen des ADO wurden aktualisierte Ergebnisse und Subgruppenauswertungen der Phase-III-Studie COLUMBUS diskutiert, die die Kombination auch im Langzeitverlauf bestätigen. In der 3-armigen COLUMBUS-Studie wurde die Kombination von Encorafenib (450 mg, qd) und Binimetinib (45 mg, bid) (COMBO450) vs. Encorafenib (300 mg, qd) vs. Vemurafenib (960 mg, bid) bei Patienten mit BRAF V600E/K-mutiertem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom geprüft.
 
Die mittlerweile veröffentlichten 4-Jahresdaten zeigten eine Rate an progressionsfreiem Überleben (PFS) von 26% versus 22% versus 12%. Laut einer Landmark-Analyse zum Gesamtüberleben (OS) lebten nach 4 Jahren 39% der Patienten im COMBO450-Arm vs. 37% unter Encorafenib-Arm versus 26% im Vemurafenib-Arm (HR für COMBO450 vs. Vemurafenib =0,61; 95% CI 0,48-0,78). Aufgrund der unterschiedlichen Dosierungen von Encorafenib im Kombinations- und Monotherapie traten unter der Kombinationstherapie weniger häufig Arthralgien und Hauttoxizitäten auf. Die geringe Rate an Toxizitäten, insbesondere der kutanen Toxizitäten, sei ein wichtiger Aspekt für die Gabe der Kombinationstherapie anstatt einer alleinigen Encorafenib-Therapie, bemerkte Prof. Dr. Axel Hauschild, Kiel.

Zur Frage der Kombinations- versus der Sequenztherapie, bemerkte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen, dass erhebliche Forschungsanstrengungen mit translationalen Programmen weiterhin notwendig seien. Derzeit würde die Patientenselektion nach klinischen Parametern getroffen, wie beispielsweise dem LDH-Wert und der Anzahl der betroffenen Organsysteme. Es fehle insbesondere an Biomarkern zur Unterstützung der Patientenauswahl und der Therapieentscheidung. Der klinische Nutzen von Kombinationen sei für kurzfristige Parameter wie Ansprechen und PFS nicht gesichert bzw. klein. Eine Ausnahme sei die Kombination von Nivolumab plus Ipilimumab, die aber mit höherer Toxizität einhergehe. Sequenzielle Ansätze seien eher „Bauchentscheidungen“, da der Nachweis gültiger Rationalen fehle. Es sei offen womit gestartet werden soll, ob der Wechsel nach erreichter Tumormassenreduktion oder bei Krankheitsprogress erfolgen sollte und ob eine Rettung durch die spätere Hinzugabe zusätzlicher Medikamente möglich sei.

 

Dr. Ine Schmale

Quelle: Industriesymposium der Pierre Fabre Pharma GmbH „Wie optimieren wir die Therapiestrategie des metastasierten BRAF-mutierten Melanoms?“ im Rahmen des 30. Deutschen Hautkrebskongresses (ADO 2020), 11. Sept. 2020


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