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Medizin
28. März 2017
Seite 1/2

Fortgeschrittenes Melanom: Überlegenes OS durch Dabrafenib + Trametinib

Die 3-Jahres-Follow-up-Analysen aus zwei Phase-III-Studien bestätigen ein der BRAF-Inhibitor-Monotherapie überlegenes Gesamtüberleben (OS) durch eine Behandlung mit Dabrafenib und Trametinib beim fortgeschrittenen Melanom (1,2). Eine Analyse der gepoolten OS-Daten der Studien COMBI-d und COMBI-v zeigt eine 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 44% mit Dabrafenib und Trametinib (3). Aufgrund des gut etablierten Verträglichkeitsprofils (4,5) können viele Patienten ihren Alltag weitestgehend normal bestreiten. Im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt* stellten Experten die Langzeitdaten vor und bewerteten ihre Relevanz für die klinische Praxis.
Mit der Kombinationstherapie aus Tafinlar® (Dabrafenib) und Mekinist® (Trametinib) steht seit August 2015 für erwachsene Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit BRAF-V600-Mutation eine innovative zielgerichtete Behandlungsoption zur Verfügung (4,5), mit der im Vergleich zur alleinigen BRAF-Inhibitor-Therapie eine signifikante und klinisch relevante Verlängerung des Gesamtüberlebens erreicht werden kann (6,7).

Gepoolte Daten zeigen 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 44%

Mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 15% bis 20% wies das metastasierte Melanom (Stadium IV) noch im Jahr 2008 eine sehr schlechte Prognose auf (8). Die Therapieoptionen bei dieser Patientengruppe waren vor allem auf eine Chemotherapie mit Dacarbazin beschränkt, was zu Remissionsraten von lediglich 5-12% führte (9). „Durch die Einführung zielgerichteter Therapien ist es gelungen, die Behandlungssituation von Patienten mit BRAF-V600-mutiertem, fortgeschrittenem Melanom deutlich zu verbessern“, erläuterte Dr. Andrea Forschner, Universitätsklinikum Tübingen, und verwies dabei auch auf die aktuelle S3-Leitlinie, welche mit dem höchsten Empfehlungsgrad A nahelegt, bei vorhandener BRAF-V600-Mutation eine Systemtherapie mit einem BRAF- und MEK**-Inhibitor oder einem Checkpoint-Inhibitor zu beginnen*** (10). „Nicht nur bezüglich der Ansprechrate, sondern auch hinsichtlich des Gesamtüberlebens sind Dabrafenib und Trametinib einer Vemurafenib- bzw. Dabrafenib-Monotherapie langfristig überlegen“, führte Dr. Forschner weiter aus. Demnach erreichten Patienten, die mit der Kombinationstherapie behandelt wurden, in einer gepoolten 3-Jahres-Analyse, in der die Daten von 563 therapienaiven Patienten aus den zulassungsrelevanten Phase-III-Studien COMBI-d und COMBI-v berücksichtigt wurden, ein medianes Gesamtüberleben von 26,2 Monaten (3). Die 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate lag mit der Kombinationstherapie bei 44% (3). „Die gepoolten Daten ließen auch eine Analyse von Subgruppen zu, die zeigten, dass Patienten mit normalen Laktatdehydrogenase (LDH)-Werten zu Studienbeginn von der Erstlinientherapie mit Dabrafenib und Trametinib profitieren konnten. Diese Gruppe erreichte eine 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 55%“ (3), führte Dr. Forschner weiter aus. Eine noch höhere Rate (71%) erreichten Patienten, die mindestens sechs Monate nach Therapiebeginn progressionsfrei geblieben waren (n=373) und zusätzlich weniger als drei von Metastasen betroffene Organe aufgewiesen hatten (n=213) (3). „Diese Ergebnisse sind sehr relevant für die klinische Praxis, wenn es darum geht, individuell die beste Therapieoption für den einzelnen Patienten auszuwählen“ betonte Dr. Forschner. „Offen ist allerdings noch immer die Frage, welche Therapie bei BRAF-V600-mutierten Patienten an erster Stelle stehen soll: Checkpoint-Inhibitoren oder BRAF- und MEK-Inhibitoren. Die Studien dazu laufen aber bereits.“
 
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