Donnerstag, 3. Dezember 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Vargatef
Vargatef
Medizin

07. Oktober 2019 Fortgeschrittenes Leberzellkarzinom: MAIC zeigt Überlegenheit von Cabozantinib vs. Regorafenib

Ergebnisse eines indirekten Vergleichs (MAIC, matching-adjusted indirect comparison) legen nahe, dass Cabozantinib gegenüber Regorafenib bei der Zweitlinienbehandlung von fortgeschrittenen Leberzellkarzinomen 2 zusätzliche Monate ohne Progress ermöglicht (1).
Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 
Ipsen hat Ergebnisse eines indirekten Vergleichs von Cabozantinib (Cabometyx®) mit Regorafenib (Stivarga®) bei der Zweitlinienbehandlung (2L) von Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom (aHCC) vorgelegt, die zuvor Sorafenib als einzige systemische Therapie erhalten hatten. Die MAIC Auswertung der Daten aus den Phase-III-Studien CELESTIAL und RESORCE ergaben eine bessere Wirksamkeit von Cabozantinib gegenüber Regorafenib.

Verlängerung des PFS

In der 2L-Subpopulation mit Sorafenib als einzige vorherige systemische Therapie verbesserte Cabozantinib signifikant das progressionsfreie Überleben (PFS) mit zusätzlichen 2,4 Monaten gegenüber Regorafenib (5,6 vs. 3,2 Monate (95%-KI 4,90-7,26, p < 0,05). Auch das mittlere Gesamtüberleben (OS) wurde von Cabozantinib positiv, jedoch statistisch nicht signifikant, beeinflusst (11,4 vs. 10,8 Monate) (1).
Die Ergebnisse wurden von Dr. Katie Kelley, San Francisco, bei der 13. Jahreskonferenz der International Liver Cancer Association (ILCA 2019) vom 20.-22. September 2019 in Chicago, USA vorgestellt (Poster/Abstract #P-021).
In der randomisierten doppelblinden Phase-III-Studie CELESTIAL verlängerte Cabozantinib im Vergleich zu Placebo bei bereits vorbehandelten aHCC-Patienten das mittlere PFS um 3,3 Monate (5,2 vs. 1,9 Monate; 95%-KI 4,0-5,5, p < 0,001) sowie das OS um 2,2 Monate (10,2 vs. 8,0 Monate; 95%-KI 9,1-12,0, p=0,005) signifikant (1).
„Ein Leberzellkarzinom ist eine folgenschwere Erkrankung mit nur wenigen lebensverlängernden Behandlungsmöglichkeiten. Zahlreiche Präparate konnten Endpunkte für das Gesamtüberleben in klinischen Studien nicht erreichen”, so Kelley. „Die MAIC-Analyse bietet weitere Einsichten in die vergleichende Wirksamkeit von Zweitlinienbehandlungen bei fortgeschrittenem Leberzellkarzinom, besonders hinsichtlich wichtiger Endpunkte wie dem progressionsfreien Überleben. Diese Ergebnisse können Klinikärzte bei fachkundigen Therapieentscheidungen und damit bei der optimalen Versorgung ihrer Patienten unterstützen.“

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen vom Grad 3/4 bei über 5% der Patienten waren in beiden Studien vergleichbar. Eine Ausnahme bildeten die bei Regorafenib seltener auftretenden Diarrhöen (1).

MAIC-Analysen: Gute Option bei Fehlen direkter randomisierter Studien

MAIC-Analysen ermöglichen einen zeitnahen Vergleich der Wirksamkeit unterschiedlicher Behandlungen, wenn direkte randomisierte Studien fehlen (2). Obwohl indirekte Therapievergleiche über mehrere Einzelstudien hinweg durchgeführt werden können, besteht immer die Gefahr von Fehlern durch Unterschiede in den Patientengruppen, der Sensitivitätsannahmen und Unterschiede bei der Definition der Ergebnisse. MAIC-Analysen verwenden Daten von Einzelpatienten, d.h. patientenbezogene Daten (IPD) aus Studien mit einer bestimmten Behandlung, gleichen diese mit zusammenfassenden Statistiken einer anderen Behandlung ab und reduzieren die beobachteten Unterschiede zwischen den vergleichenden Studien (2). Nach dem Abgleich werden die Behandlungsergebnisse über ausgewogene Studiengruppen hinweg verglichen. Hierbei ist zu beachten, dass ein MAIC-Vergleich auch nach dem Abgleich wegen nicht berücksichtigter Unterschiede noch Fehler enthalten und eine direkte, randomisierte und kontrollierte Studie nicht vollständig ersetzen kann (1).

Quelle: Ipsen

Literatur:

(1) Abou-Alfa, G.K., et al. Cabozantinib in patients with advanced and progressing hepatocellular carcinoma. NEJM. 2018;379:54-63. Abrufbar unter: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1717002. Abgerufen im Oktober 2019.
(2) Signorovitch, J.E., et al. Matching-adjusted indirect comparisons: a new tool for timely comparative effectiveness research. Value Health. 2012; 15 (6): 940-7. Abrufbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22999145. Abgerufen im August 2019


Anzeige:
Zynteglos
Zynteglos

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fortgeschrittenes Leberzellkarzinom: MAIC zeigt Überlegenheit von Cabozantinib vs. Regorafenib"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab