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Medizin

12. Juni 2019 Fortgeschrittenes HCC: Erste Datenpräsentation zur Kombinationstherapie Nivolumab + Ipilimumab

Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2019 in Chicago wurden erste Ergebnisse der Nivolumab + Ipilimumab Kohorte der Phase-I/II-Studie CheckMate-040 bekannt gegeben. Die Analyse umfasste die immunonkologische Kombinationstherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulären Karzinom (HCC), die mit Sorafenib vorbehandelt waren. Bei einem Follow-up von mindestens 28 Monaten betrug die objektive Ansprechrate (ORR) in der verblindeten, unabhängigen, zentralen Überprüfung (BICR) 31%, gemessen anhand der Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST) Version 1.1. Zum Zeitpunkt des Cut-offs lag die mediane Ansprechdauer (DoR) bei 17,5 Monaten (95%-KI: 11,1-N/A).
In der Studie wurden die Patienten in randomisierter Form auf 3 Behandlungsarme aufgeteilt. Sie erhielten eine von 3 verschiedenen Dosierungen der Kombinationstherapie aus Nivolumab (Opdivo®) und Ipilimumab (Yervoy®):
 
  • Arm A: Nivolumab 1 mg/kg Körpergewicht und Ipilimumab 3 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen (Q3W) für 4 Zyklen, gefolgt von Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen (Q2W),
  • Arm B: Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht und Ipilimumab 1 mg/kg Körpergewicht Q3W für 4 Zyklen, gefolgt von Nivolumab 240 mg Q2W,
  • Arm C: Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht Q2W und Ipilimumab 1 mg/kg Körpergewicht alle 6 Wochen (Q6W).
Ansprechraten

In allen Behandlungsarmen wurden aussagekräftige Ergebnisse im Ansprechen beobachtet. Patienten in Arm A erreichten mit 22,8 Monaten (95%-KI: 9,4; N/A) das längste mediane Gesamtüberleben (OS) der Kohorte, sowie nach 30 Monaten eine OS-Rate von 44% (95%-KI: 29; 57). Die Kombination mit Nivolumab und Ipilimumab zeigte in den jeweiligen Behandlungsarmen eine Krankheitskontrollrate (Disease Control Rate, DCR) nach BICR unter Verwendung von RECIST Version 1.1 von 54% (Arm A), 43% (Arm B) bzw. 49% (Arm C). In der gesamten Kohorte kam es bei 5% der Patienten zu einem vollständigen und bei 26% zu einem teilweisen Ansprechen. Die erreichten Ansprechraten waren unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus der Tumoren zu Beginn der Studie. Das Sicherheitsprofil von Nivolumab + Ipilimumab war akzeptabel – durch die zusätzliche Gabe von Ipilimumab wurde in keinem der Behandlungsarme neue Sicherheitssignale festgestellt.

„Bei der Behandlung des hepatozellulären Karzinoms besteht nach wie vor ein hoher medizinischer Bedarf. Die Diagnose dieser Krebserkrankung erfolgt häufig erst im fortgeschrittenen Stadium. Zu diesem Zeitpunkt stehen nur noch begrenzt Therapieoptionen zur Verfügung, die derzeit keine immunonkologischen Kombinationsansätze umfassen“, erläuterte Thomas Yau, Hongkong, China. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich mit der zusätzlichen Gabe von Ipilimumab zu Nivolumab vielversprechende klinische Ergebnisse bei Patienten mit fortgeschrittenem HCC erzielen lassen könnten. Dies unterstreicht erneut das erhebliche Potenzial der untersuchten Kombinationstherapie.“

CheckMate-040

CheckMate-040 ist eine laufende offene Phase-I/II-Studie mit mehreren Kohorten zur Untersuchung von Nivolumab als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulären Karzinom (HCC) mit oder ohne chronischer Virushepatitis, die entweder noch kein Sorafenib bekommen haben, es nicht vertragen oder nicht darauf ansprechen.

Die mit der Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab behandelten Kohorte der CheckMate-040 ist eine explorative Kohorte zur Untersuchung von Sicherheit und Wirksamkeit dieser kombinierten Therapie in 3 verschiedenen Dosierungsschemata. Primäre Endpunkte sind Sicherheit, Verträglichkeit sowie die ORR gemäß Beurteilung durch die Prüfärzte anhand von RECIST Version 1.1, die weitgehend dem explorativen Endpunkt der ORR laut BICR nach einer Nachuntersuchungszeit von 28 Monaten entsprach (29% gegenüber 31%). Sekundäre Endpunkte sind DCR, DoR, OS, Zeit bis zum Ansprechen, Zeit bis zur Progression und progressionsfreies Überleben. Die Häufigkeit behandlungsbedingter unerwünschter Nebenwirkungen (TRAE) beliebigen Grades lag in den Behandlungsarmen A, B und C bei 94%, 71% bzw. 79%. Die häufigsten TRAEs Grad 3-4 waren Juckreiz (4%, N/A, N/A), Ausschlag (4%, 4%, N/A), Diarrhö (4%, 2%, 2%), Aspartataminotransferase (AST)-Anstieg (16%, 8%, 4%) und Lipase-Anstieg (12%, 6%, 8%). Diese traten zwar im Behandlungsarm A (53%) häufiger auf als in den Armen B und C (29% bzw. 31%), waren jedoch kontrollierbar. 13 Patienten (8,9%) der Kohorte entwickelten TRAEs, die zum Therapieabbruch führten, bei 8 Patienten (5,5%) von ihnen handelte es sich um TRAEs mit Grad 3-4.

Quelle: Bristol-Myers Squibb


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