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Medizin

10. Juli 2018 Fokale Behandlung bei Prostatakrebs ohne Skalpell

Zum ersten Mal wurde am Krankenhaus Nordwest ein Patient mit einem lokalisierten Prostatakarzinom mittels MRgFUS HIFU behandelt. MRgFUS HIFU steht für „Magnetresonanztomographie-gesteuerter hochfokussierter Ultraschall“. Das Verfahren ist eine schonende Behandlungsmethode zur fokalen, also zielgerichteten Therapie von Prostatakrebs mittels Ultraschall. „Wir sind sicher, dass wir ausgewählten Patienten mit der fokalen Behandlung eine sehr gute Alternative mit einer hohen Lebensqualität bieten können, insbesondere denjenigen, die sich weder zu einer Radikaltherapie noch zu einer reinen Überwachung durchringen können“, sagt Prof. Dr. Becht, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie und Leiter des Prostatakarzinomzentrums am Krankenhaus Nordwest.
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Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern mit ca. 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr allein in Deutschland. Allerdings gehört das Prostatakarzinom zu den Krebsarten, die häufig nur langsam wachsen und nicht immer eine unmittelbare Bedrohung für die Betroffenen darstellen. Eine abwartende Strategie beim Prostatakarzinom hat daher einen wichtigen Stellenwert. Als Alternative zum abwartenden Beobachten oder zur aktiven Überwachung hatten Männer mit lokal begrenztem Prostatakarzinom bisher die Wahl zwischen Operation – also radikaler Entfernung der Prostata – und Bestrahlung. Beide Verfahren sind jedoch immer mit dem Risiko für Kontinenz- und Potenzstörungen verbunden.

MRgFUS HIFU: Behandlung bei Prostatakrebs mit MR-gesteuertem hochfokussiertem Ultraschall

Das alternative Behandlungskonzept MRgFUS HIFU bietet das Krankenhaus Nordwest in Kooperation mit dem MRgFUS Zentrum Frankfurt an, das bereits umfassende Erfahrungen mit der nicht invasiven lokalen Ultraschall-Therapie von Tumoren besitzt. Das Zentrum wird von Prof. Dr. med. Markus Düx geleitet, der gleichzeitig Chefarzt des Zentralinstituts für Radiologie und Neuroradiologie am Krankenhaus Nordwest ist. Bei der Behandlung mit hochintensivem fokalem Ultraschall (HIFU) werden unter Narkose hochenergetische Schallwellen über eine im Enddarm platzierte Ultraschallsonde in Richtung Prostata gesendet. Diese Schallwellen sind in der Lage, punktgenaue Hitze-Areale in einem zuvor definierten Gewebebereich zu erzeugen, d.h. ganz ohne Nadeln, Skalpell oder OP. Hierbei wird der Gewebebereich auf 70 bis 80°C erhitzt, was zu einem Absterben der Tumorzellen führt. Beim im Krankenhaus Nordwest eingesetzten MRgFUS HIFU wird die fokussierte Ultraschall-Technik in einem Magnetresonanztomographen (MRT) durchgeführt. Das hat den Vorteil eines direkten Feed- back über die Temperaturverteilung im Tumor und der Prostata. Durch die „Echtzeittemperaturmessung“ im MRT wird sichergestellt, dass das Tumorgewebe ausreichend erwärmt und umgebende Strukturen geschont werden. Der Therapeut stellt während der Ultraschallbehandlung fest, wie das Tumorgewebe auf die eingestrahlte Hitze reagiert und kann ggfs. nachregulieren. Das ist der große Vorteil gegenüber anderen nicht MR-gesteuerten HIFU-Systemen; hier wird lediglich eine definierte Hitzeenergie eingestrahlt, ohne dass es eine Rückkopplung über das Ergebnis gibt. Umliegendes gesundes Gewebe wird geschont, Nebenwirkungen oder Komplikationen der Therapie sind ausgesprochen selten und im Falle eines Rezidivs ist die Behandlung wiederholbar oder lässt andere Behandlungsoptionen offen.

Quelle: Krankenhaus Nordwest


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