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Medizin

28. April 2017 FDA-Zulassung für Atezolizumab First-Line beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom

Die US-Zulassungsbehörde FDA hat den Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab in einem beschleunigten Verfahren für die First-Line-Therapie des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms zugelassen. Die Zulassung gilt für Patienten mit lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung, die für eine Cisplatin-basierte First-Line-Therapie nicht geeignet sind. Bei diesen Patienten erzielte Atezolizumab – unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression – eine objektive Ansprechrate von 23%. Das zeigt die zulassungsrelevante Studie IMvigor 210 (1). Für Atezolizumab bedeutet die aktuelle Entscheidung der FDA die dritte Zulassung in den USA innerhalb eines Jahres.
Die US-Zulassung von Atezolizumab für die First-Line-Therapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms basiert auf den Resultaten der IMvigor-210-Studie (1). In der zulassungsrelevanten Kohorte I (n = 119) der offenen, multizentrischen Phase-II-Studie erhielten Patienten, die für eine Cisplatin-basierte First-Line-Therapie nicht in Frage kamen, alle 3 Wochen den Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab. Das zentrale Ergebnis der Studie: Fast jeder vierte Patient (23%) erreichte unter Atezolizumab ein objektives Ansprechen. Das Ergebnis war unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression. Die Studie zeigt zudem, dass Patienten, die auf die duale PD-L1-Inhibition mit Atezolizumab ansprechen, lange von der Therapie profitieren können: Nach einem medianen Follow-up von 17,2 Monaten war die mittlere Ansprechdauer noch nicht erreicht. Die Behandlung erwies sich insgesamt als sicher und gut verträglich: Unerwünschte Ereignisse (Grad 3-4) traten bei 16% der Patienten auf (1).

Wirksamkeit auch bei bereits vorbehandelten Patienten belegt

Mit der aktuellen Zulassung ist Atezolizumab in den USA nun für zwei Therapiesituationen des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms zugelassen. Bereits im Mai 2016 wurde Atezolizumab zugelassen zur Behandlung von Patienten, deren Erkrankung während oder nach Platin-basierter Therapie fortgeschritten war. Die zulassungsrelevante zweite Kohorte (n = 310) der IMvigor-210-Studie hatte gezeigt, dass 16% der zum Teil massiv vorbehandelten Patienten – ebenfalls unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression – auf die Behandlung mit Atezolizumab ansprachen. Bei 65 % dieser Patienten hielt das Ansprechen auch nach einem medianen Follow-up von 21 Monaten weiterhin an. Auch in dieser Kohorte bestätigte sich die gute Verträglichkeit der dualen Blockade mit Atezolizumab: Die Rate an unerwünschten Ereignissen (Grad 3-4) lag ebenfalls bei 16% (2).

Dritte US-Zulassung für Atezolizumab innerhalb eines Jahres

Die Erstzulassung von Atezolizumab im Mai 2016 für bereits vorbehandelte Patienten war gleichzeitig der erste medikamentöse Fortschritt in der Behandlung des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms seit rund drei Jahrzehnten. Die aktuelle Zulassung für die First-Line-Therapie von Patienten, die für eine Cisplatin-basierte Therapie nicht geeignet sind, bedeutet nun eine weitere, wichtige Erweiterung der Therapielandschaft: Studiendaten legen nahe, dass in dieser Therapiesituation rund die Hälfte der Patienten für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht fit genug ist (3). Gleichzeitig ist es die dritte US-Zulassung für Atezolizumab innerhalb eines Jahres: Neben den Zulassungen beim Urothelkarzinom ist Atezolizumab in den USA seit Oktober 2016 für die Second-Line-Therapie von Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) zugelassen. Die entsprechenden Zulassungen in der Europäischen Union (EU) werden noch im Laufe dieses Jahres erwartet.

Nächste Generation der Krebsimmuntherapie

Der humanisierte, monoklonale Antikörper Atezolizumab bindet gezielt an das Protein PD-L1 und verhindert so die Übertragung suppressiver Signale auf tumorspezifische T-Zellen. Als erster Vertreter der nächsten Generation von Checkpoint-Inhibitoren blockiert Atezolizumab sowohl die Interaktion von PD-L1 mit PD-1 als auch mit B7.1. Die Inhibition von PD-L1 lässt die PD-1/PD-L2-Interaktion intakt, so dass die Immunhomöostase aufrecht erhalten bleibt. Die doppelte Blockade durch die PD-L1-Inhibition mit Atezolizumab wird aktuell in zahlreichen Studien bei verschiedenen Tumorentitäten als Monotherapie sowie in Kombination mit Chemotherapien, zielgerichteten Therapien und anderen Immuntherapeutika untersucht.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Balar AV et al., Lancet 2017; 389 (10064): 67-76
(2) Loriot Y et al., ESMO 2016; Abstract 783P
(3) Glasky M et al., J Clin Oncol 2011; 29: 2432-8


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