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Medizin

16. Mai 2017 EU-Zulassung für Pembrolizumab als Monotherapie beim rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphom bei Erwachsenen

Der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) hat die EU-Zulassung als Monotherapie für Erwachsene mit rezidivierendem oder refraktärem klassischen Hodgkin-Lymphom (classical Hodgkin Lymphoma, cHL) erhalten. Die Zulassung gilt für cHL-Patienten nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit Brentuximab Vedotin (BV) oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt. Pembrolizumab ist für diese Patientenpopulation in der Fixdosierung von 200 mg alle 3 Wochen bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung, oder bis zum Auftreten einer unzumutbaren Toxizität, ab sofort in allen 28 EU‑Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen zugelassen und auf dem Markt verfügbar.
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 „Für Patienten mit klassischem Hodgkin-Lymphom, die mit den bisherigen Standardtherapien nicht erfolgreich behandelt werden konnten – darunter viele junge Patienten mit schlechter Prognose – stehen nur begrenzte Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dies stellt Ärzte vor große Herausforderungen“, erläuterte Dr. Pier Luigi Zinzani, Associate Professor für Hämatologie am hämatologischen Institut „L. e A. Seràgnoli” der Universität von Bologna. „Durch die aktuelle Zulassung von Pembrolizumab können wir diesen Patienten nun eine dringend benötigte neue Therapieoption anbieten.“
 
Zulassungsrelevante Daten: KEYNOTE-087 und KEYNOTE-013

Die Zulassung beruht auf den Daten von 241 Patienten der Studien KEYNOTE‑087 und KEYNOTE‑013. In den multizentrischen, unverblindeten Studien wurden cHL‑Patienten untersucht, bei denen:
eine auto-SZT sowie eine Behandlung mit BV versagt haben, eine auto-SZT nicht in Frage gekommen ist, weil der Patient weder ein partielles oder komplettes Ansprechen auf eine Salvage-Chemotherapie gezeigt hat, noch erfolgreich mit BV behandelt werden konnte oder bei denen die auto-SZT keinen Therapierfolg erzielt hat und BV nicht gegeben wurde.

Beide Studien schlossen Patienten unabhängig von der PD-L1-Expression ein. Ausgeschlossen wurden Patienten mit:
aktiver, nicht-infektiöser Pneumonitis,
allogener Stammzelltransplantation innerhalb der letzten fünf Jahre vor Studienbeginn (oder mehr als fünf Jahre, wenn dabei eine Graft-versus-Host-Disease [GVHD] auftrat)
oder aktiver Autoimmunerkrankung bzw. einem gesundheitlichen Allgemeinzustand, der eine Immunsuppression erfordert.
Die Bewertung der primären Wirksamkeitsparameter – Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) und Rate des kompletten Ansprechens (Complete Remission Rate, CR) – erfolgte mittels verblindeter, unabhängiger zentraler Beurteilung entsprechend den 2007 überarbeiteten „International Working Group (IWG)“-Kriterien. Die sekundären Wirksamkeitsparameter waren Ansprechdauer, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben.
 
Ergebnisse der Studie KEYNOTE-087

In der KEYNOTE-087-Studie erhielten 210 Patienten Pembrolizumab als 200-mg-Fixdosierung alle 3 Wochen bis zur unzumutbaren Toxizität oder Krankheitsprogression. 81% der Patienten waren unter mindestens einer vorangegangenen Therapie refraktär, darunter 35% unter Erstlinientherapie. Des Weiteren hatten sich 61% der Patienten bereits einer auto-SZT unterzogen, bei 38% kam eine Stammzelltransplantation nicht in Frage. 17% der Patienten hatten kein BV erhalten und bei 36% war eine Strahlentherapie durchgeführt worden. Die Wirksamkeitsanalyse zeigte eine ORR von 69% (95%-KI: 62,3-75,2) mit einer CR von 22% und einer partiellen Ansprechrate (Partial Remission Rate, PR) von 47%. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 10,1 Monate. Bei den 145 Patienten, die auf die Therapie angesprochen haben, lag die mediane Ansprechdauer bei 11,1 Monaten (Spanne: 0,0+ bis 11,1 Monate) – 76% dieser Patienten erreichten eine Ansprechdauer von mindestens 6 Monaten.
 
Ergebnisse der Studie KEYNOTE-013

In der KEYNOTE-013-Studie bekamen 31 Patienten Pembrolizumab in einer Dosierung von 10 mg/kg alle 2 Wochen bis zur unzumutbaren Toxizität oder Krankheitsprogression. 87% der Patienten waren unter mindestens einer Vorbehandlung refraktär, darunter 39% unter Erstlinientherapie. 74% der 31 Patienten hatten bereits eine auto-SZT erhalten, bei 26% kam eine Stammzelltransplantation nicht in Frage und bei 42% war eine Strahlentherapie durchgeführt worden. Die Wirksamkeitsanalyse ergab eine ORR von 58% (95%‑KI: 39,1-75,5) mit einer CR von 19% und einer PR von 39%. Die mediane Nachbeobachtungsdauer lag bei 28,7 Monaten. Unter den 18 Patienten, die auf die Therapie angesprochen haben, wurde die mediane Ansprechdauer nicht erreicht (Spanne: 0,0+ bis 26,1+ Monate), wobei 80 bzw. 70% dieser Patienten eine Ansprechdauer von mindestens 6 bzw. mindestens 12 Monaten aufwiesen.
 
Sicherheitsanalyse von Pembrolizumab in den zugelassenen Indikationen


Die Sicherheitsanalyse, auf die sich die EU-Marktzulassung von Pembrolizumab stützt, basiert auf klinischen Studiendaten von 3.194 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom oder klassischem Hodgkin Lymphom. In den zugrundeliegenden zulassungsrelevanten Studien wurden 4 Pembrolizumab-Dosierungen (2 mg/kg alle 3 Wochen, 200 mg alle 3 Wochen oder 10 mg/kg alle 2 bzw. alle 3 Wochen) untersucht. Die häufigsten Nebenwirkungen (> 10%) unter Pembrolizumab waren Fatigue (22%), Pruritus (15%), Hautausschlag (13%), Diarrhö (12%) und Übelkeit (10%). Die Mehrheit der berichteten Nebenwirkungen waren ersten oder zweiten Grades. Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren immunvermittelte Nebenwirkungen sowie schwere infusionsbedingte Nebenwirkungen.

Quelle: MSD


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