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Medizin
02. August 2016

EU-Projekt an der Universität Regensburg zur Erforschung von miRNAs

Mit einem Consolidator Grant in Höhe von annähernd zwei Millionen Euro finanziert der Europäische Forschungsrat (ERC) ein neues Projekt an der Universität Regensburg. Prof. Dr. Gunter Meister und seine Arbeitsgruppe (Lehrstuhl für Biochemie I) wollen die unterschiedlichen Faktoren, die am Entstehungsprozess von sogenannten MikroRNAs (miRNAs) beteiligt sind, identifizieren und genau untersuchen. MiRNAs gehören zu den kleinsten Formen von Ribonukleinsäuren. Das neue Regensburger Projekt „moreRNA“ wird über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert.
 
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Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat zwar gezeigt, dass nur ein kleiner Bruchteil des Genoms die Information für den Aufbau von Proteinen – den Grundbausteinen von Zellen – enthält (kodiert). Doch auch im „Rest“ des menschlichen Genoms finden sich wichtige Bausteine wie die kleinen nicht-kodierenden miRNAs, die durch ihre charakteristische Länge von ca. 20-30 Nukleotiden gekennzeichnet sind. Sie sind zum Beispiel in Form von DNA und deren chemischer Variante RNA beim Menschen in allen Zellen vorhanden. Während die DNA den genetischen Bauplan eines Organismus speichert, transportiert RNA diese Information zu den Stellen, an denen sie gebraucht wird. Weiterhin übernehmen RNAs u.a. als miRNAs wichtige Funktionen bei der Genregulation. Vor diesem Hintergrund können sie allerdings auch an der Entstehung von Krankheiten wie z.B. neurodegenerativen Erkrankungen oder Krebs beteiligt sein.

Neben den kleinen RNAs gibt es lange Formen, deren Rolle in den meisten Fällen allerdings gänzlich unbekannt ist. Man spricht von lncRNAs, wobei eine wichtige Funktion die Inaktivierung des X-Chromosoms in weiblichen Zellen ist. Daneben rücken auch die Proteine, die mit RNAs zusammenwirken (sog. RNA-Binde-Proteine oder RBPs) zunehmend in den Blick der Forschung. Ein weiteres spannendes Beispiel für Mechanismen der Genregulation ist die kürzlich gemachte Entdeckung, dass die Grundbausteine der RNA – die Basen – chemisch verändert werden können. Dies hat zur Folge, dass sich die Funktion solcher RNAs dramatisch wandeln kann. Hier geht man davon aus, dass wichtige neue Impulse für die Erforschung vieler, bislang unverstandener Krankheiten gegeben werden können. All diese Mechanismen zusammenfassend spricht man vom sogenannten Epi-Transkriptom, womit alles gemeint ist, was nach der Entstehung der RNA mit ihr passiert und ihre Funktion moduliert. Die Analyse dieses Epi-Transkriptoms ist eine gänzlich neue Entwicklung in der Molekularbiologie und steht im Zentrum des moreRNA-Projekts an der Universität Regensburg.

Quelle: Universität Regensburg


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