Samstag, 27. Februar 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Xospata
 
Medizin

21. Juni 2017 Etwa jeder fünfte Patient mit hepatozellulärem Karzinom spricht auf Immuntherapie mit Nivolumab an

Die Immuntherapie hält Einzug bei der Therapie von hepatozellulären Karzinomen (HCC): Beim Internationalen Leberkongress in Amsterdam, Niederlande, präsentierte Prof. Dr. Jörg Trojan, Frankfurt, erste Ergebnisse der Studie CheckMate 040 (1): Etwa jeder 5.  Patient mit fortgeschrittenem hepatozellulären Karzinom, der mit Sorafenib vorbehandelt war, sprach auf den PD-1-Inhibitor an. Bei den Patienten, die ansprachen, war dieses Ansprechen nachhaltig, beschrieb Trojan.
Laut WHO sind hepatozelluläre Karzinome (HCC) die zweithäufigste Todesursache bei Tumorerkrankungen. HCC sind für 75% bis 90% der primären Lebertumore verantwortlich. Wie Prof. Bruno Sangro, Navarra (Spanien), erläuterte, steht momentan für Patienten mit inoperablem, fortgeschrittenen HCC nur der Multi-Kinase-Inhibitor Sorafenib zur Verfügung: „Es besteht ein hoher Bedarf an neuen wirksamen Substanzen“, betonte er.
 
Bei Patienten mit HCC wird inzwischen der Einsatz verschiedener Checkpoint-Inhibitoren untersucht: Trojan beschrieb in einer Plenarsitzung des EASL erste Ergebnisse der Studie CheckMate 040, in der insgesamt 262 Patienten mit fortgeschrittenem HCC mit Nivolumab behandelt wurden (1). Das objektive Ansprechen (ORR) in dieser Phase-1/2-Studie betrug 15% bei Patienten in der Dosiseskalationsgruppe (1-10 mg/kg) und 20% in der Dosis-Expansionsgruppe (3 mg/kg) (2).
 
Trojan zeigte erste Überlebensraten einer Subgruppe von 145 HCC-Patienten, die mit Sorafenib vorbehandelt waren: Das mediane Überleben betrug 16,7 Monate (1). Er betonte, dass dies die erste Studie mit Nivolumab in einer HBV-positiven Population unter antiviraler Therapie war. Ein Ansprechen auf die Immuntherapie wurde sowohl bei nicht infizierten Patienten als auch bei einer Infektion mit HCV (etwa 20% der Patienten) oder HBV (etwa 30%) beobachtet. Patienten mit aktiver HBV-HCV-Koinfektion waren per Studienprotokoll ausgeschlossen.
 
Die Ansprechraten auf den PD-1-Inhibitor Nivolumab waren hier unabhängig von der PD-L1-Expressionsrate auf Tumorzellen (1). Das Nebenwirkungsprofil zeigte das bekannte Spektrum der Nivolumab-Symptome und war laut Studienautoren beherrschbar (2). Mehr als die Hälfte der Response-Patienten (12/21) sprachen innerhalb der ersten 3 Monate an. Damit zeigt Nivolumab ein Potential zur Stabilisierung von HCC-Patienten, die unter Sorafenib einen Progress erleiden – auch bei Patienten mit chronischer Virushepatitis.
 
Martina Freyer

Quelle: Symposium „Immuno-Oncology: Emerging Data and Advancing Clinical Research in Hepatocellular Carcinoma“; 19.04.2017, EASL Kongress Amsterdam / Niederlande; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Sangro B et al.
Nivolumab in sorafenib-experienced patients with advanced hepatocellular carcinoma (HCC) with or without chronic viral hepatitis: CheckMate 040 study. EASL International Liver Congress. Amsterdam, 21.4.2017. Abstract GS-010 (J Hepatol 2017; 66 (Suppl 1): Abs. GS-010)
(2) El-Khoueiry AB et al.
Nivolumab in patients with advanced hepatocellular carcinoma (CheckMate 040): an open-label, non-comparative, phase 1/2 dose escalation and expansion trial.
Lancet, April 20, 2017 (online ahead of print). DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31046-2
 


Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

Das könnte Sie auch interessieren

Geballtes Wissen zu Krebs für alle

Geballtes Wissen zu Krebs für alle
© Krebsinformationsdienst, DKFZ; Bild: Pixabay 849820

Der offizielle Startschuss fiel am 30. März 1999. Die Internetseite des Krebsinformationsdienstes (KID), einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums, ging online. Heute nutzen monatlich rund 600.000 Besucher die Seite. Gefragte Themen sind Hintergründe zur Erkennung und Behandlung von Krebs, neue Therapieverfahren, aber auch Tipps zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Alle, die sich vor Krebs schützen möchten, finden ausführliche Informationen über...

Darmkrebsvorsorge: Künstliche Intelligenz vermag Krebsvorstufen von harmlosen Wucherungen zu unterscheiden

Darmkrebsvorsorge: Künstliche Intelligenz vermag Krebsvorstufen von harmlosen Wucherungen zu unterscheiden
© kras99 / fotolia.com

Die Entwicklung von Systemen mit Künstlicher Intelligenz geht rasend schnell voran – auch in der Medizin. 2017 hat in China mit dem kleinen Roboter-Arzt „Xiaoyi“ erstmals ein System mit Künstlicher Intelligenz das ärztliche Examen bestand. Auch die Früherkennung von Darmkrebs könnte in Zukunft durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verbessert werden. In aktuellen Untersuchungen konnten die lernfähigen Systeme mit hoher Genauigkeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Etwa jeder fünfte Patient mit hepatozellulärem Karzinom spricht auf Immuntherapie mit Nivolumab an"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.