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Medizin
29. Juni 2014

ESMO-WCGI 2014: Phase-III-Studie zeigt gleiche Überlebenszeiten für Cetuximab oder Bevacizumab mit Chemotherapie bei unbehandeltem, metastasiertem KRAS-Wildtyp Kolorektalkarzinom

Patienten mit unbehandeltem, KRAS-Wildtyp Kolorektalkarzinom haben die gleichen Überlebensvorteile, wenn Cetuximab oder Bevacizumab zur Kombinations-Chemotherapie gegeben wird, sagen  Experten auf dem "16. ESMO World Congress on Gastrointestinal Cancer" in Barcelona. "Die CALGB/SWOG 80405 Studie wurde 2005 geplant, die Rationale war einfach: man hatte mit Bevacizumab und Cetuximab neue Medikamente, und die Studie wurde designt, zu zeigen, ob eines davon in der Erstlinientherapie beim Kolonkarzinom besser ist", sagte Alan P. Venook, University of California, San Francisco, USA.

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Eingeschlossen waren Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren (codons 12 und 13). Zusätzlich zu entweder mFOLFOX6 (75%) oder FOLFIRI (Arztentscheidung) wurden 578 Patienten randomisiert für Cetuximab, 559 für Bevacizumab.

"Es gab in den beiden Behandlungsarmen keine bedeutsamen Unterschiede im Outcome", sagte Venook, in beiden Armen überlebten die Patienten an die 30 Monate, 10% länger als 5 Jahre. Beide Arme liefen besser als erwartet, unabhängig von der Art der Behandlung."

Molekulare Analysen werden zur Zeit durchgeführt

Dirk Arnold, Medical Oncology, Tumour Biology Centre in Freiburg, sagte dazu: "Diese Phase-III-Studie war lang erwartet worden: ein Head-to-Head-Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen molekularen Wirkmechanismen, einerseits die EGFR-Blockade mit Cetuximab, auf der anderen Seite die VEGF-Inhibition mit Bevacizumab, beide kombiniert mit einer der Firstline-Standardtherapien beim metastasierten Kolorektalkarzinom. Die Studie ist deshalb so wichtig, weil das Gesamtüberleben der primäre Endpunkt war. Aus den 2013 präsentierten Daten der FIRE-3-Studie hatte sich für Cetuximab ein Überlebensvorteil angedeutet, doch dort war OS ein sekundärer Endpunkt und die Daten waren nicht beweiskräftig.

Das lange Gesamtüberleben von 30 Monaten in der CALGB/SWOG 80405 Studie ist das am längsten bisher in einer so großen Studie gesehene OS und setzt klar einen neuen Standard. Als nächstes werden wir die Analysen der pan RAS-Kohorte abwarten und herausfinden, ob unterschiedliche Subgruppen doch mehr von anti-EGFR oder anti-VEGF profitieren. Die Art der Chemotherapie sowie die Lokalisation des Tumors kann ebenfalls eine Rolle spielen.

In Zusammenhang mit dieser Studie werden auch die Update-Ergebnisse der Phase-III-Studie CRYSTAL und der Phase-II-Studie OPUS wichtig, die zeigen, dass Cetuximab zusätzlich zu FOLFIRI oder FOLFOX4 als Erstlinientherapie beim mCRC einen größeren Benefit für Patienten mit RAS-Wildtyp hat, verglichen mit der ersten Analyse KRAS-Wildtyp-selektierter Patienten. RAS-mutierte Tumor-Patienten profitierten nicht. Dirk Arnold: "CRYSTAL und OPUS bestätigen die Ergebnisse der PRIME-Studie mit FOLFOX plus Panitumumab (ebenfalls anti-EGFR). Diese Studien exkludierten alle KRAS- und NRAS-Genmutationen und betrachteten den Benefit bei Wildtyp-Patienten. Alle drei Studien zeigten konsistent, dass anti-EGFR plus Chemotherapie besser ist als Chemotherapie allein, und dass anti-EGFRs bei pan Wildtyp-Patienten besser funktionieren als bei nur exon 2-Wildtyp-Patienten. Die einzige Frage, die sich stellt, ist, ob die Therapie bei Patienten mit Mutationen schädlich sein könnte, genetische Testung ist daher nicht nur wichtig, um den maximalen Benefit zu sichern."
(Übers. v. Red.)

Literaturhinweise:
(1) Abstracts from the 16th ESMO World Congress on Gastrointestinal Cancer are published in Annals of Oncology, Volume 25 suppl 2 June 2014 (Ann Oncol 2014 Jun; 25(Suppl 2): 1-117)
http://annonc.oxfordjournals.org/content/25/suppl_2.toc
(2) Abstract presentation ABSTRACT O-0019, O-0020, O-0021: Saturday, 28 June 2014, 10:50 hrs, Session XVIII: Prevention and screening of colon cancer

Quelle: ESMO-WCGI 2014


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