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Medizin

01. Oktober 2014 ESMO 2014: NSCLC - Effektiver Einsatz von Statinen

Fortschritte im Kampf gegen Lungenkrebs vermelden österreichische Forscher auf dem Europäischen Krebskongress ESMO in Madrid: Statine scheinen bei nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) mit K-RAS-Mutationen besonders gut zu wirken. Ein kombinierter Einsatz von Pitavastatin und dem Tyrosinkinase-Hemmer Erlotinib erweist sich laut aktuellen Studienergebnissen als sehr effektiv - und möglicherweise frei von metabolisch bedingten Wechselwirkungen.

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Die Ergebnisse einer aktuellen österreichischen Studie deuten darauf hin, dass besonders Zelllinien von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) mit K-RAS-Mutationen stark auf Statine reagieren: Ihr Wachstum wird gehemmt oder programmierter Zelltod (Apoptose) tritt ein. Außerdem dürfte eine kombinierte Behandlung mit Statinen zu einer höheren Sensitivität gegenüber Erlotinib bei K-RAS-mutierten Zelllinien führen. "Das könnte maßgebliche Fortschritte in der Behandlung von Lungenkrebs bringen, insbesondere beim Einsatz von Statinen", sagte Studienautor Dr. Christoph Minichsdorfer, Medizinische Universität Wien, beim Europäischen Krebskongress ESMO in Madrid.

Die Studie untersuchte die zytostatische Wirkung von Fluvastatin, Pitavastatin und Simvastation bei sechs verschiedenen Zelllinien von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen, und zwar einzeln und in Kombination mit dem Tyrosinkinase-Hemmer Erlotinib. Dabei zeigte sich, dass die Statine dosierungsabhängig bei allen sechs NSCLC-Zellen zu einer Hemmung des Wachstums führten. Besonders empfänglich für die Statinwirkung erwiesen sich aber die A549- und Calu-6 Zellen, die jeweils K-RAS-Mutationen beherbergen. Außerdem führten die Statine zu einer Capase-3-Aktivierung, die mit jenen morphologischen Veränderungen einhergeht, die typisch für eine Apoptose sind. Als bemerkenswert hob Dr. Minichsdorfer hervor, dass Erlotinib und Pitavastatin bei NSCLC-Zellen, die K-RAS-Mutationen beherbergen, viel effektiver wirken, wenn sie gemeinsam eingesetzt werden: "Die Kombination der Wirkstoffe führte zu einer stärker ausgeprägten Wachstumshemmung als wenn sie einzeln verabreicht werden. Das ist auch insofern interessant, als diese Kombination das Potenzial hat, keinen stoffwechselbedingten Wechselwirkungen auszulösen."

Lungenkrebs ist weltweit die führende Ursache für tumorbedingte Sterblichkeit, die Therapie erweist sich nach wie vor als herausfordernd: Erlotinib liefert zwar vielversprechende Resultate bei fortgeschrittenem Lungenkrebs, weil der Hemmer zu einer Blockade des Tumor-Zellwachstums führen kann; Statine wirken in vitro sehr gut gegen eine Reihe von Tumorzelllinien. Im lebenden Organismus jedoch werden die meisten Statine in der Leber verstoffwechselt. Es kann zu schweren Wechselwirkungen führen, wenn Medikamente wie Erlotinib über den gleichen Stoffwechselweg wie bestimmte Statine metabolisiert werden. Fluvastatin und Pitavastatin werden allerdings über andere Wege verstoffwechselt, was einen wesentlichen Grund für mögliche Wechselwirkungen mit Erlotinib ausschließt. 

Quelle: ESMO-Abstract Minichsdorfer et al: Impact of statins for the treatment of non-small cell lung cancer


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