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Medizin
03. Oktober 2014

ESMO 2014. Mehr Lebensqualität für die Kinder krebskranker Eltern

 Ein Projekt zur umfassenden Betreuung für Kinder krebskranker Eltern verbessert deren Gesamtsituation und hilft ihnen, mit ihren Lebensbedingungen besser zurecht zu kommen. Das zeigen aktuelle Daten einer Untersuchung aus Landshut, Bayern, die auf dem Europäischen Krebskongress ESMO 2014 in Madrid von Dr. Tobias Weiglein präsentiert wurden.

"Network Kids" bietet den Kindern krebskranker Menschen in Landshut und Umgebung vielfältige Hilfe. "Das reicht von der Möglichkeit einer gewissen Ablenkung, beispielsweise im Rahmen gemeinsamer Ausflüge in Begleitung von ausgebildetem Personal, bis hin zu sehr praktischer Unterstützung, etwa im Umgang mit Ämtern und dergleichen", so Dr. Weiglein. "Es bedeutet auch, dass man Kindern und Jugendlichen nach dem Tod eines Elternteils zur Seite stehen muss." "Network Kinds" bietet psychologische Hilfe, arbeitet mit Schulpsychologen und Lehrern zusammen, wenn es zu Schulproblemen kommt, finanziert notfalls auch Nachhilfe oder unterstützt auf der Suche nach einer Lehrstelle. Auch werden bei finanziell schlechter gestellten Familien Herzenswünsche erfüllt, z.B. ein Schlagzeug oder ein Kettcar für die Kinder gekauft.

Befragt wurden 37 Kinder und Jugendliche im Alter von 4,5 bis 17 Jahren und 27 Eltern mittels standardisierter Fragebögen, die seit mindestens sechs Monaten bei den "Network Kids" teilnehmen. In den Umfragen gaben 80% der befragten Kinder und Jugendlichen an, dass die Krankheit des Elternteils ihnen schwer zu schaffen macht, knapp zwei Drittel der Eltern hat eine nicht mehr heilbare Erkrankung.
Das Projekt "Network Kids“ fanden 100% der Befragten hilfreich, zumal sich ihre Gesamtsituation und ihre Fähigkeit, damit fertig zu werden, durch das Projekt deutlich verbessert habe. Neue Freunde hatten 82% gefunden, 100% erfreuten sich an den gemeinsamen Aktivitäten.

Von den Eltern empfanden 90% das Projekt als deutliche Erleichterung der familiären Situation und 100% gaben an, dass ihr Kind sehr von der Teilnahme profitiere. 48% der Eltern gaben an, dass die schulische Leistung der Kinder durch das Projekt mit verbessert wurde. Dementsprechend waren auch alle befragten Eltern der Ansicht, dass alle von Krebs betroffenen Familien die Möglichkeit haben sollten, an derartigen Projekten teilzunehmen. "Wir schließen aus diesen Daten, dass Network Kids zwar etwas zeitaufwändig, aber ein durchaus finanzierbares Projekt ist, das die Lebensqualität, Stressverarbeitung und Entwicklung der Kinder von Krebs betroffenen Familien deutlich verbessert", so Studienautor Dr. Tobias Weiglein und die Initiatorin des Projektes Frau Dr. Vehling-Kaiser. "Wir meinen, dass derartige Konzepte im Gesundheitssystem eine Förderung und finanzielle Unterstützung finden sollten."

Dr. Weiglein: "Das Projekt ist in Bayern einzigartig und wird von unseren Patienten und deren Familien sehr gut angenommen. Es wird privat und durch den "Verein zur Verbesserung der ambulanten und palliaitvmedizinischen Versorgung in Landshut e.v" finanziert und von zwei Mitarbeitern der onkologischen Praxis Vehling-Kaiser betreut. Wir sind seit 2012 aktiv, mittlerweile sind mehr als 50 Kinder dabei. Solche Projekte benötigen einiges an Zeit und Energie, umso mehr erfreuen wir uns daher über die guten und motivierenden Ergebnisse im Rahmen unserer Befragung."

Quelle: ESMO Abstract Weiglein et al, Network Kids: A project for children of cancer patients, analyses of impact on quality of life and coping for families affected.


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