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Medizin
22. Februar 2021
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© Axel Kock - stock.adobe.com

ES-SCLC: Lebensqualität als Therapieziel?

Für ES-SCLC-Patienten wird mit einem potentiellen Lebenszeitgewinn auch die Verträglichkeit der Therapie und der Erhalt der QoL immer relevanter. Die CASPIAN-Studie zeigt, wie Durvalumab diesem Bedarf Rechnung trägt. Neugierig?
 
Abb 1
Das kleinzellige Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (ED-SCLC*) zählt zu den Tumorerkrankungen mit ungünstiger Prognose: Therapieoptionen waren über Jahrzehnte bei dieser schwierig zu behandelnden Patientengruppe limitiert. Die Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren stellt seit Ende 2019 einen wichtigen neuen Therapieansatz im ED-SCLC dar. Durvalumab (Imfinzi®) konnte diesen Therapiedurchbruch mit einem signifikanten Überlebensvorteil und 2-Jahresdaten in der CASPIAN-Studie untermauern. Auch der breitere Einschluss von Patienten mit ZNS-Metastasen war hier gegeben (1, 2). Eine Therapie mit Durvalumab plus EP bietet Patienten im ED-SCLC dabei nicht nur einen signifikanten Überlebensvorteil und erstmals eine Verlängerung der Progressionsfreiheit über 24 Monate, sondern auch die Chance auf eine anhaltende Symptomkontrolle (2-4).

So konnte in der CASPIAN-Studie für Durvalumab plus EP im Vergleich zu EP alleine ein signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben (OS) dokumentiert werden (12,9 vs. 10,5 Monate). Nach 24 Monaten waren noch 22,2% der Patienten unter Durvalumab am Leben vs. 14,4% im EP-Arm. Das entspricht nahezu jedem 4. Patient. Zudem konnte für den Therapiearm des PD-L1-Inhibitors als erste zugelassene Immuntherapie beim ED-SCLC eine Verlängerung der Progressionsfreiheit über 24 Monate in der Erhaltung nachgewiesen werden. Bei anhaltender Symptomkontrolle waren nach 24 Monaten noch fast viermal so viele Patienten im Arm von Durvalumab plus EP progressionsfrei am Leben wie im Kontrollarm (11% vs. 2,9%). Auch hinsichtlich der Verträglichkeit überzeugte die Kombination von Durvalumab plus EP. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil dieser Arzneimittelklasse. Die Rate an Nebenwirkungen vom Grad 3/4 war unter Durvalumab plus EP vs. EP allein vergleichbar (2).

 


Therapieziel: Lebensverlängerung plus Lebensqualität

Von großer Relevanz für die Therapie im palliativen Setting ist neben dem Zugewinn an Lebenszeit die Verträglichkeit der Therapie und die Lebensqualität der Patienten. Deshalb kommt der subjektiven Selbsteinschätzung der Patienten und ihrer standardisierten Erfassung und Auswertung in Form von Patient Reported Outcomes (PRO) zunehmende Bedeutung in der klinischen Forschung und Praxis zu (5, 6).

Die Ergebnisse zu den patientenberichteten Endpunkten der CASPIAN-Studie verdienen daher besondere Aufmerksamkeit. Die Studienteilnehmer beurteilten in regelmäßigen Abständen anhand validierter Fragebögen (EORTC QLQ-C30 und QLQ-LC13) die folgenden Punkte: Symptome, die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) und die Funktionsfähigkeit.

Durvalumab plus EP erwies sich im Vergleich zu EP alleine bei allen präspezifizierten Symptomen, der HRQoL und in allen Bereichen der Funktionsfähigkeit als vorteilhaft (3, 4). So reduzierte die Therapie mit Durvalumab plus EP bei allen präspezifizierten Schlüsselsymptomen der Erkrankung die Symptomlast (Husten, Dyspnoe, Brustschmerz, Müdigkeit, Appetitverlust). Die Zeitspanne bis zur Verschlechterung der Symptome war unter Durvalumab länger, und die Lebensqualität der Patienten wurde durch die Therapie nicht limitiert. Solche Ergebnisse konnten bislang im ED-SCLC noch nicht gezeigt werden.

Lesen Sie hier im Artikel auf esanum mehr zur Auswertung der patientenbezogenen Endpunkte.
 
Niels Reinmuth
„Durch die Zulassungserweiterung von Durvalumab können wir für Patienten mit einem fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkarzinom auch längerfristig eine Erkrankungskontrolle und damit ein deutlich besseres Überleben erreichen – bei akzeptablem Nebenwirkungsprofil der Therapie und ohne eine Verschlechterung der Lebensqualität in Kauf zu nehmen.“

 

PD Dr. med. Niels Reinmuth, Chefarzt der Abteilung Thorakale Onkologie, Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Asklepios Fachkliniken, München-Gauting

*Kleinzelliges Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (Extensive Disease); in der Fachinformation bezeichnet als Extensive Stage SCLC oder ES-SCLC

DE-32504/21

IMFINZI® 50 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.
Wirkstoff: Durvalumab. Verschreibungspflichtig. Zusammensetzung: Jeder ml Konzentrat enthält 50 mg Durvalumab. Eine Durchstechflasche mit 2,4 ml enthält 120 mg Durvalumab. Eine Durchstechflasche mit 10 ml enthält 500 mg Durvalumab. Sonstige Bestandteile: Histidin, Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Trehalose-Dihydrat, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiet: IMFINZI ist angezeigt als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen, inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (non-small cell lung cancer, NSCLC) bei Erwachsenen, deren Tumoren PD-L1 in ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren und deren Krankheit nach einer platinbasierten Radiochemotherapie nicht fortgeschritten ist. IMFINZI in Kombination mit Etoposid und entweder Carboplatin oder Cisplatin ist angezeigt bei Erwachsenen zur Erstlinienbehandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms im fortgeschrittenen Stadium (extensive-stage small cell lung cancer, ES-SCLC). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Imfinzi-Monotherapie: Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Hypothyreose, Husten/produktiver Husten, Diarrhö, Abdominalschmerzen, Hautausschlag, Pruritus, Pyrexie. Häufig: Pneumonie, orale Candidose, Infektionen der dentalen oder oralen Weichgewebe, Influenza, Hyperthyreose, Pneumonitis, Dysphonie, Aspartataminotransferase erhöht oder Alaninaminotransferase erhöht, Nachtschweiß, Myalgie, erhöhte Kreatininspiegel im Blut, Dysurie, peripheres Ödem, infusionsbezogene Reaktion. Gelegentlich: Thyreoiditis, Nebenniereninsuffizienz, interstitielle Lungenerkrankung, Kolitis, Hepatitis, Dermatitis, Myositis, Nephritis. Selten: Immunthrombozytopenie, Typ-1-Diabetes-mellitus, Hypophysitis/Hypophyseninsuffizienz, Diabetes insipidus, Myasthenia gravis, Meningitis, Myokarditis, Pemphigoid, Polymyositis. Nicht bekannt: nichtinfektiöse Enzephalitis, Guillain-Barré-Syndrom. IMFINZI in Kombination mit Chemotherapie: Sehr häufig: Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie, verminderter Appetit, Husten/produktiver Husten, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen, Alopezie, Fatigue. Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Pneumonie, Infektionen der dentalen oder oralen Weichgewebe, febrile Neutropenie, Panzytopenie, Hypothyreose, Hyperthyreose, Thyreoiditis, Nebenniereninsuffizienz, Pneumonitis, Diarrhö, Abdominalschmerzen, Stomatitis, Aspartataminotransferase erhöht oder Alaninaminotransferase erhöht, Hepatitis, Hautausschlag, Pruritus, Dermatitis, Myalgie, erhöhte Kreatininspiegel im Blut, Dysurie, Pyrexie, peripheres Ödem, infusionsbezogene Reaktion. Gelegentlich: Orale Candidose, Influenza, Typ-1-Diabetes-mellitus, Dysphonie, interstitielle Lungenerkrankung, Kolitis, Nachtschweiß. Weitere Hinweise: siehe Fachinformation. Pharmazeutischer Unternehmer: AstraZeneca GmbH, 22876 Wedel, E-Mail: azinfo@astrazeneca.com, www.astrazeneca.de, Servicehotline für Produktanfragen: 0800 22 88 660. Stand: 01/2021.

DE-31690/2021

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation IMFINZI®, Stand Jan. 2021.
(2) Paz-Ares L et al. J Clin Oncol 2020;38(suppl):9002
(3) Paz-Ares L et al. Ann Oncol 2019;30(suppl_5):v851-v934.
(4) Goldman JW et al. Lung Cancer 2020;149:46-52.
(5) Atherton PJ, Sloan JA. Lancet Oncol 2006;7(11):883-4
(6) Marino P et al. Bull Cancer 2018;105(6):603-9


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