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Medizin
24. November 2015

Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen NSCLC: Nab-Paclitaxel – Längere Therapiedauer positiv für Behandlungserfolg

Bei Krebspatienten könnte die Dauer der Chemotherapie den klinischen Nutzen beeinflussen. Jedoch erfordert eine längere Therapiedauer unter anderem eine gute Verträglichkeit der eingesetzten Chemotherapeutika. Diese Anforderung erfüllt nab-Paclitaxel (Abraxane®), die einzige albuminbasierte Nanotechnologieformulierung von Paclitaxel (1).

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Eine Post-hoc-Analyse der zulassungsrelevanten Studie von nab-Paclitaxel in der Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (Non-Small Cell Lung Cancer, NSCLC) zeigte, dass eine verlängerte Behandlungsdauer von mehr als sechs Therapiezyklen den klinischen Outcome noch weiter verbessern kann (Abb.) (2, 3).

Abb.: Gesamtansprechrate (ORR) bei Patienten ≤6 und >6 verabreichten Therapiezyklen (mod. nach (3)).

Abb.: Gesamtansprechrate (ORR) bei Patienten  ≤6 und  >6 verabreichten Therapiezyklen (mod. nach [3]).

 

In der Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, bei denen keine potentiell kurative Operation und/oder Strahlentherapie möglich war, überzeugte nab-Paclitaxel in Kombination mit Carboplatin in der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie durch höhere Ansprechraten (ORR: 33% vs. 25%; response rate ratio, 1,313; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,082 bis 1,593; p = 0,005) bei signifikanter Reduktion einiger ansonsten Taxan-typischen Nebenwirkungen (2). An dieser Studie nahmen 1.052 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC der Stadien lllb und lV teil. Die Patienten wurden 1:1 in zwei Gruppen randomisiert: Die eine Gruppe erhielt eine Kombinationstherapie aus nab-Paclitaxel 100 mg/m2, verabreicht als intravenöse Infusion über 30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 21-Tage-Zyklus, gefolgt von Carboplatin (AUC 6 mg/ml/min) jeweils an Tag 1 eines jeden 21-Tage-Zyklus. Die Kontrollgruppe erhielt alle drei Wochen konventionelles Paclitaxel 200 mg/m2 verabreicht als intravenöse Infusion über drei Stunden plus Carboplatin AUC 6.

Patienten mit Plattenepithelkarzinom profitieren besonders von nab-Paclitaxel

Ein besonders hoher Nutzen zeigte sich auch für die Subgruppe der Patienten mit Plattenepithelkarzinom (ORR 41% im nab-Paclitaxel + Carboplatin-Arm vs. 24% im konventionellen Paclitaxel + Carboplatin-Arm (response rate ratio, 1,680; 95%-KI 1,271 bis 2,221; p < 0,001). Das nicht präspezifizierte Kollektiv der Patienten ≥ 60 Jahre (n = 546) profitierte zudem von einem signifikanten OS-Vorteil (13,8 vs. 11,0 Monate unter konventionellem Paclitaxel + Carboplatin; HR = 0,76; p = 0,009) (4).

Die Behandlungsdauer zählt

Die auf dem diesjährigen European Cancer Congress in Wien vorgestellte Post-hoc-Analyse der zulassungsrelevanten Studie von Socinski et al. (2) zeigte nun, dass die Anzahl der verabreichten Therapiezyklen die Prognose der Patienten durchaus beeinflusst (3). In der Intent-to-Treat-(ITT-) Population (n = 1.052) hatten die Patienten in beiden Studienarmen im Mittel sechs Therapiezyklen erhalten. Sechs oder weniger Therapiezyklen hatten im nab-Paclitaxel plus Carboplatin-Arm 357 Patienten erhalten, im konventionellen Paclitaxel plus Carboplatin-Arm 365 Patienten. Mehr als sechs Therapiezyklen hatten 164 Patienten im nab-Paclitaxel plus Carboplatin-Arm und 166 Patienten im konventionellen Paclitaxel plus Carboplatin-Arm erhalten. In beiden Studienarmen verbesserten sich alle klinischen Nutzen-Parameter deutlicher, wenn mehr als sechs Therapiezyklen verabreicht wurden (Abb.): Unabhängig von der Anzahl der Therapiezyklen zeigten sich signifikant höhere Gesamtansprechraten im nab-Paclitaxel plus Carboplatin-Arm im Vergleich zu Patienten im konventionellen Paclitaxel plus Carboplatin-Arm. Bei sechs oder weniger Therapiezyklen betrug die Gesamtansprechrate 22% mit nab-Paclitaxel plus Carboplatin versus 16% mit konventionellem Paclitaxel plus Carboplatin (p=0,032). Bei mehr als sechs Therapiezyklen betrug die ORR 56% mit nab-Paclitaxel plus Carboplatin versus 45% mit konventionellem Paclitaxel plus Carboplatin (p = 0,047). In beiden nab-Paclitaxel-Kohorten waren die Unterschiede gegenüber den jeweiligen Kontrollgruppen signifikant.

Nab-Paclitaxel: Mehrnutzen im Therapiealltag

Neben den signifikant höheren Ansprechraten und der deutlich reduzierten Toxizität im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel profitieren Arzt und Patient im Therapiealltag auch von der lösungsmittelfreien Verabreichung des nab-Paclitaxels: Da keine lösungsmittelbedingten Toxizitäten auftreten, ist keine Prämedikation notwendig und die Infusionszeit verkürzt sich deutlich (1). Auch in der Therapie des metastasierten Mammakarzinoms* und in Kombination mit Gemcitabin bei metastasiertem Pankreaskarzinom** hat nab-Paclitaxel sich bereits bewährt.

*Abraxane®-Monotherapie ist indiziert für die Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms bei erwachsenen Patienten, bei denen die Erstlinientherapie der metastasierten Erkrankung fehlgeschlagen ist und für die eine standardmäßige Anthracyclin enthaltende Therapie nicht angezeigt ist.

**Abraxane® ist in Kombination mit Gemcitabin indiziert für die Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas.

(1) Fachinformation ABRAXANE®; Stand: Juli 2015
(2) Socinski MA et al. J Clin Oncol 2012; 30: 2055-2062
(3) Gridelli C et al. European Cancer Congress 2015; Wien/Österreich, 25.-29.09.2015; Poster #3109
(4) Langer CJ et al. Brit J Cancer 2015; 1-10; doi: 10.1038/bjc.2015.181

Quelle: Celgene


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