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Medizin

31. Oktober 2019 Erstlinienoption beim fortgeschrittenen oder inoperablen HCC: Ein Jahr Lenvatinib

Ein Jahr nach der Zulassung von Lenvatinib (Lenvima®) für die Monotherapie des fortgeschrittenen oder inoperablen hepatozellulären Karzinoms (HCC) bei erwachsenen Patienten, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben (1), gab Prof. Dr. Henning Wege vom UKE Hamburg einen Einblick in seine klinischen Erfahrungen mit dem Rezeptortyrosinkinase(RTK)-Inhibitor.
Patienten mit Leberzellkarzinom sehen sich mit einer schwierig zu behandelnden und prognostisch meist ungünstigen Krebserkrankung konfrontiert, für die es bisher nur eine systemische Erstlinien-Therapieoption gab (2). Mit Lenvatinib steht nach über einer Dekade nun eine Behandlungsalternative für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen oder inoperablen HCC zur Verfügung. Die Zulassung erfolgte auf der Basis der REFLECT-Studie (2). Der oral zu verabreichende RTK-Inhibitor hat hier im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie eine statistische Nicht-Unterlegenheit beim Gesamtüberleben (OS) gezeigt (2). Daten aus Post-hoc-Analysen lieferten darüber hinaus Erkenntnisse im Hinblick auf prädiktive Faktoren für das OS und den Stellenwert von Lenvatinib in der Sequenz. Danach könnte die ORR ein unabhängiger Prädiktor für das OS sein (3).

Eine weitere Post-hoc-Analyse der Zulassungsstudie deutete darauf hin, dass das Auftreten von bekannten Nebenwirkungen unter einer Lenvatinib-Therapie, wie Hypertonie, Diarrhoe, Proteinurie oder Hypothyreose, mit einem längeren OS assoziiert waren (4). Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass die Patienten ein besseres OS erreichen können, wenn Lenvatinib als erste systemische Therapie gegeben wird. Wenn die Therapie mit Lenvatinib begonnen wurde, betrug das OS 20,8 Monate; bei initialer Behandlung mit Sorafenib 17,0 Monate. Auch hier wirkte sich das Ansprechen offenbar auf das OS aus: So erreichten Patienten mit einer partiellen oder kompletten Remission unter Lenvatinib und Anschlusstherapien ein OS von 25,7 Monaten. Wenn Sorafenib die Folgetherapie war, lag das OS bei 26,2 Monaten. Patienten, die initial auf Sorafenib angesprochen hatten und weitere Therapien bekamen, lebten 22,3 Monate (5).

Prof. Wege hat bisher 17 Patienten mit HCC mit dem Multikinase-Inhibitor Lenvatinib behandelt, davon 12 in der Erstlinie. Er empfiehlt eine Systemtherapie rechtzeitig zu starten und die TKI-Behandlung auch bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter Ausschöpfen der supportiven Therapien fortzusetzen. Diarrhöen seien nur selten limitierend, Fatigue ein häufiges Problem im Klinikalltag. Zudem sollten die Therapiesequenzen ausgeschöpft werden und die Patienten, wenn möglich in Studien eingeschlossen werden. Sein Fazit: „Lenvatinib ist eine wertvolle Option in der Systemtherapie des HCC.“ Eine Phase-1b-Studie zur Kombinationstherapie Lenvatinib und Pembrolizumab beim HCC läuft derzeit (6).

Bettina Baierl

Quelle: Eisai-Fachpressekonferenz „Ein Jahr LENVIMA® (Lenvatinib) beim Leberzellkarzinom: Klinische Erfahrungen und die Entwicklung der Therapielandschaft“ anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie, 12.10.2019, Berlin

Literatur:

(1) Fachinformation Lenvima®, aktueller Stand
(2) Kudo M et al. Lancet Februar 2018; Vol. 391: 1163-1173.
(3) Kudo M et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl 4; abstr 186).
(4) Sung MW et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl 4; abstr 317).
(5) Alsina A et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl 4; abstr 371).
(6) Llovet J et al. ESMO 2019; Annals of Oncology 30, 2019 (suppl_5; v253-v324).


 


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