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Medizin

03. Juni 2019 Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC

Die Ergebnisse der Phase-III-Studie KEYNOTE-240, die Dr. Richard Finn, Los Angeles, CA, USA, im Rahmen einer Oral Abstract Session bei der 55. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA, vorstellte, liefern weitere Evidenz für den Zweitlinieneinsatz von Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulären Karzinom (HCC). 18,3% der Patienten sprachen auf Pembrolizumab an, das zusätzlich zu Best Supportive Care verabreicht wurde. Pembrolizumab verlängerte das progressionsfreie Überleben und Gesamtüberleben und verringerte das Risiko zu versterben gegenüber alleiniger BSC um 22%. Allerdings wurden die vordefinierten Signifikanzgrenzen verfehlt (1,2).
Pembrolizumab (KEYTRUDA®) hat auf Basis der Ergebnisse der Phase-II-Studie KEYNOTE-224, in der eine ermutigende Wirksamkeit bei handhabbarem Sicherheitsprofil gezeigt werden konnte, die beschleunigte Zulassung in den USA als Secondline-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulärem Karzinom (HCC) der FDA erhalten. In der EU ist der Immuncheckpoint-Inhibitor in dieser Indikation bisher noch nicht zugelassen.

Die randomisierte plazebokontrollierte Phase-III-Studie KEYNOTE-240 verglich nun in diesem Setting Pembrolizumab plus Best Supportive Care (BSC) mit alleiniger BSC.

413 vorbehandelte Patienten (die unter Sorafenib progredient wurden oder diese Substanz nicht vertragen hatten) erhielten intravenös nach einer 2:1 Randomisierung entweder 200 mg Pembrolizumab plus BSC (n=278) oder Placebo plus BSC (n=135) über bis zu 35 Zyklen oder bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität. Koprimäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS) nach RECIST v1.1, ermittelt in einem zentralen Review, und das Gesamtüberleben (OS), sekundäre Endpunkte waren die Gesamtansprechrate (ORR), die Dauer des Ansprechens (DOR) und die Sicherheit.

In der finalen Analyse der Studie (Datenschnitt 2. Januar 2019) verlängerte Pembrolizumab/BSC gegenüber Plazebo/BSC das OS (median 13,9 vs. 10,6 Monate, HR 0,781, p=0,0238) und PFS (median 3,0 vs. 2,8 Monate, HR 0,718; p=0,0022)), jedoch verfehlte der Unterschied bei beiden primären Studienendpunkten das vordefinierte statistische Signifikanzniveau. Bezüglich beider Endpunkte betrug die Risikoreduktion 22%. Die Gesamtansprechrate lag im Pembrolizumab-Arm bei 18,3% gegenüber 4,4% unter alleiniger BSC (p=0,00007) und ähnelte damit der im Rahmen der KEYNOTE-224-Studie beobachteten Ansprechrate. Die mediane Dauer des Ansprechens betrug unter Pembrolizumab/BSC 13,8 Monate (1,5-23,6+) und war damit langanhaltend.

Die Daten zur Sicherheit, einschließlich immunvermittelter Nebenwirkungen und Hepatitis, entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil von Pembrolizumab; bei keinem Patienten wurde ein Aufflammen von HBV/HCV-Infektionen beobachtet.

Finn sieht durch die KEYNOTE-240-Studie die Ergebnisse der KEYNOTE-224-Studie bestätigt, was nach seiner Einschätzung die Rolle von Pembrolizumab als Secondline-Therapie beim fortgeschrittenen HCC weiter untermauert. „Zusammengenommen unterstützen diese Daten das günstige Risiko-Nutzen-Verhältnis von Pembrolizumab im Zweitlinien-Setting beim HCC“, resümierte Finn. Er verwies in diesem Kontext auch auf die laufende Phase-III-Studie KEYNOTE-394 mit Pembrolizumab in der Zweitlinie bei Patienten mit fortgeschrittenem HCC, die im asiatisch-pazifischen Raum durchgeführt wird.

cs

Quelle: ASCO 2019

Literatur:

(1)  Finn RS et al. Results of KEYNOTE-240: phase 3 study of pembrolizumab (Pembro) vs best supportive care (BSC) for second line therapy in advanced hepatocellular carcinoma (HCC). J Clin Oncol 37; 2019 (suppl; abstr 4004).
(2)   Finn RS. Vortrag bei der Oral Abstract Session „Gastrointestinal (Noncolorectal) Cancer“ im Rahmen der 55. ASCO-Jahrestagung am 2. Juni 2019 in Chicago/IL, USA.


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