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Medizin
26. Februar 2018
Seite 1/3

Eribulin als intelligente Therapieoption beim fortgeschrittenen und/oder metastasierten Mammakarzinom

Neue Optionen zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasiertem Mammakarzinom, die v.a. auch in bislang therapeutisch schwer zugänglichen Subgruppen wie dem HER2- oder triple-negativen Mammakarzinom Wirksamkeit zeigen, bleiben gefragt. Patienten mit HER2-negativen Tumoren bilden mit ca. 73% die größte Gruppe aller Mammakarzinompatienten, ca. 12-13% der Brustkrebspatienten haben ein triple-negatives Mammakarzinom (TNBC) (1). Geeignete Therapieregime zur Behandlung dieser Patienten waren daher auch ein viel diskutiertes Thema beim internationalen Brustkrebssymposium in San Antonio (SABCS) im Dezember 2017. Sie werden darüber hinaus in zahlreichen weiteren Studien untersucht.
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Aktuelle Studiendaten zum Einsatz von Eribulin als Monotherapie und in Kombination mit der Immunotherapie*

„Das Ansprechen von Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem triple-negativem oder HER2-negativem Mammakarzinom auf die meisten bisherigen Therapieoptionen ist eher gering. Insbesondere nach Versagen von Anthrazylin und Taxan sind die Behandlungsmöglichkeiten rar. Endokrine oder zielgerichtete Optionen mit einem HER2-Antikörper können hier nicht greifen. Auch Studien zum Einsatz immuntherapeutischer Substanzen haben bislang kein akzeptables Therapieansprechen gezeigt. Vielmehr spielen innovative zytostatische Substanzen bei der Behandlung dieser Patienten eine wichtige Rolle. Sehr gute Daten liegen uns z.B. mit Eribulin vor. Wir wissen aus den Zulassungsstudien und unserer klinischen Erfahrung, dass die Monochemotherapie mit Eribulin bei Anthrazyklin- und Taxan-vorbehandelten Patienten insgesamt – und gerade auch bei den schwer therapierbaren Brustkrebs-Subgruppen – eine sehr gute Wirksamkeit zeigt. Ebenso positiv sind die Ergebnisse einer Phase-Ib/II-Studie zum kombinierten Einsatz von Eribulin mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab, die wir auf dem SABCS 2017 gesehen haben“, sagte Prof. Frederik Marmé, Sektionsleiter Translationale Gynäkologische Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg, beim Deutschen Krebskongress (DKK) 2018 in Berlin.

Erfolgreiche Strategie bei HER2-negativen und triple-negativen Tumoren

In der Europäischen Union (EU) ist Eribulin (HALAVEN®) derzeit für Patienten mit lokal fortgeschrittenem und/oder metastasiertem Brustkrebs (mBC) nach mindestens einer vorherigen Chemotherapie der fortgeschrittenen Erkrankung zugelassen. Die Vorbehandlungen sollen ein Anthrazyklin und ein Taxan in der adjuvanten oder fortgeschrittenen Situation enthalten haben, sofern diese Therapien für diese Patienten geeignet waren (2). Die Zulassung erfolgte auf Grundlage der Daten der beiden großen Phase-III-Studien 305 und 301, wonach HALAVEN® als bislang einzige Monochemotherapie für diese Patientengruppe einen Gesamtüberlebensvorteil (OS-Vorteil) gegenüber der jeweils verwendeten Standardvergleichstherapie (Therapie nach Wahl des Arztes bzw. Capecitabin) gezeigt hatte. Dieser war in den Subgruppen HER2-negatives und triple-negatives Mammakarzinoms besonders stark ausgeprägt (3-5). Die Studie 305 schloss Patienten mit metastasiertem Brustkrebs und mind. 2 Vortherapien in der fortgeschrittenen Erkrankung ein (3); die Studie 301 umfasste Patienten mit lokal-fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom und 0-2 Vorbehandlungen in der fortgeschrittenen Situation (4).

Um weitere Anhaltspunkte für die Effizienz von Eribulin bei relevanten Brustkrebs-Subtypen für die klinische Praxis zu gewinnen, wurden die Daten der Studien 305 und 301 von Patienten, die Eribulin gemäß EU-Zulassung als Zweitlinientherapie oder in einer nachfolgenden Linie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms erhalten hatten, gepoolt (n=1.644) und erneut ausgewertet (6). Auch hier zeigte sich ein signifikanter OS-Vorteil für die mit Eribulin behandelten Patienten gegenüber dem Studienarm mit einer Vergleichstherapie (15,0 vs. 12,6 Monate; HR=0,85; 95%-KI: 0,76-0,94; p=0,002). Der OS-Vorteil war in fast allen ausgewerteten Subgruppen, einschließlich der Patienten mit HER2-negativen und triple-negativen Tumoren, gegeben und in der TNBC-Subgruppe sogar besonders ausgeprägt (12,4 vs. 8,1 Monate; HR=0,72; 95%-KI: 0,57-0,90; p=0,005) (6).
 
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