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Medizin

24. Januar 2018 Entzündungsfördernde Ernährung mit erhöhtem Darmkrebsrisiko assoziiert

Bei einer internationalen Studie wurde der Zusammenhang zwischen einer entzündungsfördernden Ernährung und dem Risiko für Darmkrebs untersucht. Des Weiteren sollte geklärt werden, ob dieser Zusammenhang stärker für Tumore mit niedriger oder hoher Immunreaktion war. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine entzündungsfördernde Ernährung mit einem höheren Risiko für Darmkrebs zusammenhängt, der nur wenig Immunreaktion aufweist. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass ernährungsbedingte Entzündungen möglicherweise zur Entstehung von Darmkrebs beitragen, indem die anpassungsfähige und gegen Tumore gerichtete Immunantwort unterdrückt wird.
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Im Rahmen der Studie wurden Daten von nahezu 125.000 Studienteilnehmern aus 2 Langzeitstudien gesammelt. Das entzündungsfördernde Potential der Ernährung wurde durch einen Messwert, den EDIP (Empirical Dietary Inflammatory Pattern) Score, ausgedrückt. In einer vorausgehenden Studie wurden einzelnen Lebensmittelgruppen durch Messung verschiedener Entzündungswerte EDIP Scores zugeordnet. Lebensmittel, die einen hohen EDIP Score bzw. ein hohes Entzündungspotential haben, sind z.B. rotes und verarbeitetes Fleisch, raffiniertes Getreide, kohlensäurehaltige Getränke und einige Gemüsesorten. Einen niedrigen EDIP Score haben dagegen Bier und Wein (in geringen Mengen), Kaffee, Tee, gelbes Gemüse, Blattgemüse und Fruchtsaft. Außerdem wurden Tumorgewebeproben der Patienten auf Immun- bzw. Entzündungsreaktionen hin untersucht. Durch die gesammelten Daten konnten das Auftreten von Darmkrebs, Immunreaktionen und die Ernährung der Studienteilnehmer miteinander verglichen werden.

Aus der großen Anzahl an Teilnehmern konnten 1.311 Fälle von Dickdarm- oder Enddarmkrebs mit verfügbaren Gewebeproben dokumentiert werden. Es konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem EDIP Score und dem Risiko für Darmkrebs gefunden werden. Dabei war ein hoher EDIP Score (großes Entzündungspotential durch die Ernährung) mit einem erhöhten Risiko für Darmtumore verbunden, die keine Immunantwort im Tumorgewebe zeigten. Dies galt nicht für das Risiko von Tumoren mit mittleren oder starken Immunreaktionen im Gewebe.

Quelle: Beilit

Literatur:

Liu L, Nishihara R, Qian ZR et al.
Association Between Inflammatory Diet Pattern and Risk of Colorectal Carcinoma Subtypes Classified by Immune Responses to Tumor.
Gastroenterology. 2017 Dec;153(6):1517-1530.e14. doi: 10.1053/j.gastro.2017.08.045. Epub 2017 Sep 1.
http://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085(17)36078-X/fulltext


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