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Medizin

11. September 2020 Entrectinib als zielgerichtete und tumoragnostische Therapie bei NSCLC und NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren

Die Zulassung des Tyrosinkinase-Inhibitors Entrectinib (Rozlytrek®) ist ein Schritt hin zur zielgerichteten und personalisierten Krebstherapie auf Basis molekulargenetischer Marker: Die Tumorlokalisation spielt eine untergeordnete Rolle, entscheidend sind molekulargenetische Marker wie NTRK- oder ROS1-Genfusionen.
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Der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Entrectinib erhielt als erster Wirkstoff von Roche eine tumoragnostische Zulassung, Voraussetzung für den Einsatz ist der Nachweis der Genfusionen NTRK oder ROS1. „Wenn so eine Fusion vorliegt, sprechen die Patienten hervorragend auf diese zielgerichtete Therapie an“, berichtete der Pneumologe Prof. Martin Reck, Großhansdorf, und appellierte an seine Kollegen: „Wir müssen uns gegenseitig immer ein bisschen ermutigen, danach zu suchen.“

ROS1-Genfusionen beim NSCLC

Bei Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) sind ROS1-Genfusionen mit 1-2% eher selten und vor allem bei jüngeren Patienten zu finden, die mitten im Leben stehen, beschrieb Reck. Er betonte, dass jeder Patient mit nicht-epithelialem Plattenepithelkarzinom darauf getestet werden solle – auch Raucher. Bei Patienten mit fortgeschrittenem ROS1-Fusions-positivem NSCLC sind ZNS-Metastasen eine Herausforderung. „Viele Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ZNS-Metastasen und bei jedem zweiten Betroffenen ist das ZNS der erste Ort des Progresses“, erläuterte Reck: „Wir brauchen neben der Funktion einer zielgerichteten Therapie auch ein Präparat, das im ZNS wirkt.“

Ansprechen bei NSCLC

Entrectinib spricht bei Patienten mit fortgeschrittenem ROS1-Fusions-positivem NSCLC an – unabhängig von einer ZNS-Metastasierung. Die integrierte Analyse der Daten von 161 Patienten mit ROS1-Fusions-positivem NSCLC aus den Studien STARTRK-2, STARTRK-1 und ALKA-372-001 bestätigt die Wirksamkeit von Entrectinib: 67,1% der Patienten zeigten ein tiefes Ansprechen (95%-KI: 59,3-74,3%), darunter 8,7% mit Komplettremission. Nach 12 Monaten betrug das progressionsfreie Überleben (PFS) 55% (95 %-KI: 47-64%), das Gesamtüberleben (OS) 81% (95%-KI: 74-87%), das mediane PFS 16,8 Monate (95%-KI: 12,0-21,4 Monate).

Von 46 Patienten mit ZNS-Metastasen zeigten 79,2% ein intrakranielles Ansprechen (95%-KI: 57,8-92,9%), 12,5% als Komplettremission, 66,7% als partielle RemissionBei 55% dieser Patienten hielt das intrakranielle Ansprechen 12 Monate an (95%-KI: 29-80%).

Histologieübergreifende Wirksamkeit bei NTRK-Fusionen

NTRK-Fusionen kommen auch bei zahlreichen soliden Tumoren ganz unterschiedlicher Lokalisationen vor, wie in Brust, Darm, Lunge, Pankreas, Schilddrüse oder bei Sarkomen. Prof. Gunnar Folprecht, Dresden erläuterte: „Diese Patienten sind nicht primär Brust- oder Lungenkrebspatienten, sondern Patienten mit einem NTRK-Fusions-positiven Tumor, die sich gezielt mit einem tumoragnostischen TKI wie Entrectinib behandeln lassen.“

Aktuelle ASCO-Daten zeigen bei 74 Patienten mit NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren aus 14 Tumorentitäten ein anhaltendes ereignis- und progressionsfreies Überleben sowie ein langes medianes Gesamtüberleben: Fast zwei Drittel der Patienten sprachen auf Entrectinib an (63,5%), die mittlere Ansprechdauer betrug 12,9 Monate. Bei mehr als der Hälfte von 19 Patienten gingen ZNS-Metastasen zurück. Auch 14 pädiatrische Patienten sprachen deutlich, schnell und langanhaltend auf Entrectinib an.

Martina Freyer

Quelle: Launch-Pressegespräch „Individuell, zielgerichtet, tumoragnostisch: Rozlytrek® bei ROS1-Fusions-positivem NSCLC und NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren“, 3.07.2020, Live-Webstream; Veranstalter: Roche

Literatur:

Referenzen:
Rolfo CD et al. J Clin Oncol 2020; 38 (suppl; abstr 3605)
Desai AV et al. J Clin Oncol 2020; 38 (suppl; abstr 107)


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