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Medizin

Aktuelle Daten zu Dostarlimab

07. Oktober 2020 Endometriumkarzinom: Checkpoint-Inhibition entwickelt sich als neue Option

Einige Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) haben bereits als Monotherapie klinische Aktivität beim genetisch instabilen, rezidivierten oder fortgeschrittenen primären Endometriumkarzinom (EC) gezeigt, darunter auch der PD-1-Hemmer Dostarlimab in der Phase-I-Studie GARNET (1). Dazu sind aktuelle Daten auf dem European Society for Medical Oncology (ESMO) 2020 vorgestellt worden.
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Das EC sei ein attraktives Ziel für die Therapie mit ICI, stellte Robert Coleman vom „The US Oncology Network“, The Woodlands, TX/USA, fest. Laut Coleman hat ein relativ großer Anteil an EC eine hohe Mikrosatelliteninstabilität („microsatellite instability high“; MSI-H) und ein fehlerhaftes Mismatch-Reparatursystem („deficient mismatch repair“; dMMR). Diese Tumoren hätten demzufolge eine hohe Mutationslast mit prominenter Lymphozyteninfiltration, was sie für ICI empfänglich macht, erklärte er.

Bisher sei nur der ICI Pembrolizumab von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA für die Therapie das EC zugelassen, erklärte Dr. Renaud Sabatier, Department of Medical Oncology, Institut Paoli-Calmettes, Marseille, France. Aber er hoffe, dass bald auch Möglichkeiten für Europa verfügbar sein werden. Dazu könnte der PD-1-Inhibitor Dostarlimab zählen. In der multizentrischen, offenen Studie GARNET (NCT02715284) wird die klinische Aktivität und Sicherheit des neuen ICI bei Frauen mit fortgeschrittenem EC überprüft. Nach abgeschlossener Dosisfindung wurden die Patientinnen in zwei Kohorten aufgeteilt: 103 Frauen zeigten ein genetisch instabiles EC (dMMR/MSI-H) und 142 ein genetisch stabiles EC (MMRp [„mismatch repair proficient“]/MSS [„microsatellite stable“]).

Langes Ansprechen unter Dostarlimab

In aktuellen, auf dem ESMO präsentierten Daten (1) habe Dostarlimab nach Einschätzung von Sabatier Aktivität in beiden Kohorten gezeigt, war aber aktiver in der dMMR-Kohorte. In dieser wurde eine Gesamtansprechrate (ORR) von 44,7% (95%-Konfidenzintervall [95%-KI] 34,9-54,8) erreicht im Vergleich zu 13,4% (95%-KI 8,3–20,1) in der MMRp-Kohorte. Elf Patienten (10,7%) in der dMMR-Kohorte erzielten eine Komplettremission, dagegen nur drei (2,1%) in der MMRp-Kohorte. In beiden Kohorten war die mediane Dauer des Ansprechens noch nicht erreicht. Das Ansprechen sei recht lang, unabhängig vom MMR-Status, ordnete Sabatier ein: 41 von 46 (89,1%) Patienten in der dMMR-Kohorte hatten zum Datenstopp noch immer angesprochen, in der MMRp-Kohorte waren es 12 von 19 (63,2%).

Laut Sabatier ähnelte sich das Sicherheitsprofil in beiden Kohorten. In der dMMR-Kohorte traten 13,5% therapiebedingte Nebenwirkungen von Grad ≥ 3 auf, 19,3% in der MMRp-Kohorte. Zu beachtende immunvermittelte Nebenwirkungen waren u.a. Hypothyroidismus, Diarrhö sowie erhöhte Werte für Aspartataminotransferase und Amylase.

Zurzeit soll jetzt in der placebokontrollierten Phase-III-Studie RUBY (ENGOT-EN6; GOG-3031) überprüft werden, ob eine Chemotherapie + Dostarlimab beim rezidivierten oder primären fortgeschrittenen EC einen synergistischen Effekt auf das progressionsfreie Überleben haben.  

Sabrina Kempe

Quelle: Satellitensymposium „Update on the evolving landscape for endometrial cancer treatment with Immunotherapy“ im Rahmen des ESMO Virtual Congress 2020, 22.09.2020; Veranstalter: GSK

Literatur:

(1) Oaknin A et al. ESMO. 2020; Abstr LBA-3594


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