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Medizin

04. Dezember 2017 Emesis: Dreifachkombination mit Rolapitant ermöglicht umfassende Signalweg-Hemmung

"Ja, es werden immer noch neue antiemetische Therapieotionen benötigt", nahm Prof. Dr. med. Petra Feyer, Berlin, vorweg: "Trotz aller Fortschritte auf diesem Gebiet die letzten 27 Jahre ist die Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV) immer noch kein gelöstes Problem. Daher werden Patienten von dem Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonist Rolapitant, dessen pharmakodynamische Eigenschaften sich von bisher verfügbaren Substanzen unterscheiden und der daher eine besonders lange Halbwertzeit hat, profitieren." In 2 Phase-III-Studien mit einer Cisplatin-basierten Chemotherapie (Hoch emetogene Chemotherapie, HEC) sowie einer Phase-III-Studie mit einer moderat emetogenen Chemotherapie (MEC) einschließlich AC wurde Rolapitant evaluiert (1,2).
In Kombination mit einem 5-HT3-Rezeptor-Antagonist und Dexamethason verbesserte Rolapitant auch bei mit Carboplatin behandelten Patienten die antiemetische Prophylaxe gegenüber 5-HT3-Rezeptor-Antagonist plus Dexamethason. Die Dreierkombination erreicht eine umfassende Hemmung der an CINV beteiligten Signalwege. Der Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonist wirkt besonders in der verzögerten Phase der Emesis, Tag 2 bis 5, während ein 5-HT3-Rezeptor-Antagonist in der akuten Emesis-Phase zum Tragen kommt. Bislang waren viele Patienten gerade in der verzögerten Phase unzureichend versorgt.

Auf nationaler Ebene berücksichtigt der Abschnitt „Tumortherapie induzierte Nausea und Emesis“ der S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“  die aktuelle Studienlage und folgt in den meisten Aspekten den Empfehlungen der MASCC/ESMO-Leitlinie.

Als antiemetische Prophylaxe vor Chemotherapien mit hoch emetogenen Substanzen (Emesisrisiko ohne Prophylaxe bei > 90% der Patienten, HEC) wie Cisplatin oder hoch dosiertem Cyclophosphamid (≥ 1.500 mg/m²) wird weiterhin eine Kombination bestehend aus den 3 Substanzgruppen NK1-RA, 5-HT3-RA und Dexamethason empfohlen, gefolgt von einer Zweierkombination NK1-RA /Dexamethason. Vor einer moderat emetogenen Chemotherapie (Emesisrisiko ohne Prophylaxe bei 30-90% der Patienten, MEC) sollten Patienten eine Kombination aus 5-HT3-RA und Dexamethason erhalten, bei einer Chemotherapie mit Substanzen mit einem Potenzial für verzögerte CINV wie Anthrazyklinen, Oxaliplatin oder Cyclophosphamid kann die Gabe von Dexamethason an den Tagen 2 und 3 erwogen werden. Bei allen anderen MEC wird für die Folgetage keine Routineprophylaxe mehr empfohlen.

Eine wesentliche Neuerung besteht laut Feyer darin, dass nach Evaluation der Studienlage dem weiterhin als MEC klassifizierten Carboplatin eine Sonderstellung eingeräumt wird: Analog zu den Empfehlungen bei HEC sollte vor der Chemotherapie eine Dreifachprophylaxe erfolgen.

AB

Quelle: "Varuby – die neue Therapieoption bei CINV aus pharmakologischer Sicht", 24.5.2017, München; Veranstalter: TESARO

Literatur:

(1) Schwartzberg L et al. Lancet Oncol 2015;16:1071-1078
(2) Rapoport B et al. Lancet Oncol 2015


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