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Medizin
07. Dezember 2015

Eisenüberladung vor der Stammzelltransplantation erhöht die Mortalität

Oxidativer Stress durch freies Eisen scheint eine Schlüsselrolle für die erhöhte Sterblichkeit von stammzeltransplantierten Patienten zu spielen. Auch verkürzt sich das Überleben von Patienten mit Eisenüberladung vor der allogenen Stammzelltransplantation signifikant. Den Beleg für diese Beobachtungen erbrachte eine prospektive Deutsch-Österreichische Beobachtungsstudie, die in einem Vortrag während des 57. Jahreskongresses der American Society of Hematology (ASH) in Orlando/FL (USA) vorgestellt wurde.

Die allogene Stammzelltransplantation (ASZT) ist für viele Leukämieformen derzeit die einzige kurative Behandlungsoption. Dies trifft vor allem für die Akute Myeloische Leukämie (AML) und die Myelodysplastischen Syndrome (MDS) zu. In einigen Untersuchungen zur ASZT bei AML- und MDS-Patienten konnte ein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der systemischen Eisenüberladung und einem schlechteren Behandlungsergebnis belegt werden.

Nachdem in einer Studie beobachtet werden konnte, dass sich eine Eisenüberladung negativ auf das Gesamtüberleben auszuwirken scheint, wurde die ALLIVE-Studie konzipiert, in der klinisch-prospektiv untersucht wird, welchen Einfluss eine hepatische Eisenüberladung sowie freies labiles Plasmaeisen, das als Hauptfaktor akuter Eisentoxizität bekannt ist, auf die frühe, nicht-rezidivbedingte Mortalität (NRM) nach der ASZT ausüben.

In die Deutsch-Österreichische prospektive Beobachtungsstudie wurden zwischen 2013 und 2015 insgesamt 133 Patienten mit AML oder MDS eingeschlossen, die sich einer ASZT unterziehen mussten. Zu den Einschlusskriterien gehörten entweder ein Serumferritin-Spiegel >500 ng/ml oder die Transfusion von mehr als 10 Erythrozytenkonzentraten. Bei 80,2% der Studienteilnehmer wurde die ASZT mit dosisreduzierter Konditionierung durchgeführt.

Zum Zeitpunkt der Analyse konnten 21 Patienten mit MDS und 90 Patienten mit AML, die im Median 61 Jahre alt waren, auf ihre Lebereisenkonzentration hin untersucht werden. 45,9% der Patienten zeigten vor der ASZT eine hepatische Eisenüberladung von >125 µmol/g (7 mg/g Trockengewicht). Diese Eisenüberladung war mit einer signifikant erhöhten frühen Mortalität assoziiert (NRM 19,8% versus 6,8%; p=0,034). Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Patienten, die bereits vor der ASZT eine Eisenüberladung zeigten, ein signifikant höheres Mortalitätsrisiko hatten (p<0,001). Auch wurde nachgewiesen, dass das Überleben der Patienten am Tag 14 nach der ASZT bei anhaltend hoher hepatischer Eisenüberladung signifikant reduziert ist (NRM 19,0% versus 4,9%; p=0,025). Dieser Effekt blieb auch dann nachweisbar, wenn aus der Analyse diejenigen Patienten herausgenommen wurden, die vor der ASZT keine Eisenüberladung gezeigt hatten (12,5% versus 0,0%; p=0,013).

Die Autoren der Untersuchung schließen aus den Ergebnissen, dass weitere Studien benötigt werden, die den Einfluss therapeutischer Interventionen wie z. B. den einer Eisenchelation auf das Behandlungsergebnis überprüfen.

sw

Literatur:

https://ash.confex.com/ash/2015/webprogram/Paper83197.html


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