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Medizin
06. Dezember 2015

Eisenchelat-Therapie verlängert das Überleben von Patienten mit MDS

Eine Auswertung der prospektiv erfassten Daten des kanadischen Registers für Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) zeigt, dass eine Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox (Exjade®) das Überleben bei transfusionsabhängigen Niedrigrisiko-Patienten signifikant verlängert. 

Myelodysplastische Syndrome (MDS) werden durch die Vermehrung unreifer Blasten im Knochenmark ausgelöst, die im Verlauf der Krankheitsprogression die Entwicklung normal ausgereifter Zellen verhindern und auf diese Weise schwere Anämien hervorrufen. Durch die regelmäßig benötigten Bluttransfusionen erleiden die Betroffenen eine Hämosiderose, die Funktionsstörungen von Leber, Pankreas und Herz hervorruft und letztlich zum Tod führt. Zu einer Eisenüberladung kann es bereits nach relativ wenigen Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten (EK) kommen. Eine Eisenchelat-Therapie bindet überschüssiges Eisen und sorgt dafür, dass dieses aus dem Körper ausgeschieden werden kann.

Etliche retrospektive Studien der Vergangenheit konnten für transfusionsabhängige MDS-Patienten mit niedrigem Risiko einen Überlebensvorteil nachweisen, prospektiv erhobene Daten dazu fehlten jedoch. Seit Januar 2012 werden daher im kanadischen MDS-Register prospektiv krankheits- und patientenbezogene Daten von MDS-Patienten mit niedrigem oder intermediärem Risiko gesammelt, darunter Angaben zu Komorbiditäten, Gebrechlichkeit und Behinderungen.

In die Auswertung wurden 219 Patienten mit niedrigem (n=69) oder intermediärem (n=149) Risiko eingeschlossen. Das mediane Alter der Patienten betrug 73 Jahre, die mediane Zeit von der Diagnose des MSD bis zur ersten Transfusion sieben Monate. Insgesamt 70 (32%) der Patienten erhielten eine Eisenchelat-Therapie, davon 56 mit Deferasirox.

Zum Zeitpunkt der ersten Transfusion waren die Patienten unter Therapie jünger, hatten einen höheren Serumferritin-Spiegel und einen niedrigen IPSS (International Prognostic Scoring System)-Score als Patienten, die keine Chelat-Behandlung erhielten. Hinsichtlich der Gebrechlichkeit, Komorbidität und Behinderungen unterschieden sich die Patientengruppen dagegen nicht.

Durch die Eisenchelat-Behandlung erfuhren MDS-Patienten mit niedrigem oder intermediärem Risiko einen signifikanten Überlebensvorteil (median 8,62 versus 4,38 Jahre; p=0,0005). Nach Adjustierung im Hinblick auf patienten- und krankheitsbezogene Faktoren zum Zeitpunkt der ersten Transfusion wurde die Eisenchelat-Therapie als unabhängiger prädiktiver Faktor eines verbesserten Überlebens bei Patienten mit niedrigem oder intermediärem Risiko identifiziert.

sw

Literatur:

https://ash.confex.com/ash/2015/webprogram/Paper84937.html


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