Sonntag, 11. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lonsurf
 
Medizin
19. Juni 2013

EHA 2013: ENESTnd - Nach vier Jahren mit Nilotinib 1,7-mal häufiger tiefe Remissionen

In der ENESTnd-Studie (Evaluating Nilotinib Efficacy and Safety in Clinical Trials-Newly Diagnosed Pts) hat der Zweitgenerations-Tyrosinkinseinhibitor Nilotinib (Tasigna®) im randomisierten Vergleich zum alten Standard Imatinib in der Erstlinientherapie der chronischen myeloischen Leukämie in chronischer Phase höhere Raten an guten und tiefen molekularen Remissionen erzielt und gleichzeitig bei mehr Patienten eine Progression der Erkrankung verhindert. Bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm stellte Andreas Hochhaus, Jena, die Daten nach mindestens vierjähriger Nachbeobachtung der Patienten vor.

Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021

In der Studie waren 846 Patienten mit CML in der chronischen Phase randomisiert worden, entweder Imatinib (400 mg/d) oder Nilotinib (zweimal 300 bzw. zweimal 400 mg/d) zu erhalten. Nach vier Jahren ist Nilotinib weiterhin hochsignifikant überlegen:
 

Das gilt zum einen für die Raten an guten und tiefen molekularen Remissionen (BCR-ABL ≤0,1%=MMR, 0,01%=MR4 bzw. 0,0032%=MR4,5). Eine MR4,5 war quer durch alle Sokal-Risikogruppen mit Nilotinib häufiger. Insgesamt wurde dieser Endpunkt, der ein wichtiges Auswahlkriterium für die Teilnahme an Studien zur therapiefreien Remission sein wird, nach vier Jahren bei 23% der Patienten unter Imatinib, aber bei 40% derer mit zweimal 300 mg/d Nilotinib als Erstlinientherapie erreicht, bei letzteren also 1,74-mal häufiger.

Auch was Progression zu akzelerierter Phase oder Blastenkrise bzw. Tod anging, waren die beiden Nilotinib-Gruppen signifikant überlegen: Neun bzw. sechs Patienten waren unter Nilotinib 300 bzw. 400 mg zweimal täglich progredient (3,2% bzw. 2,1%), unter Imatinib hingegen 19 (6,7%). Darunter war keiner der Patienten, die eine MR4,5 erzielt hatten. Das ist von besonderer Bedeutung, weil bei einer solchen Progression die medianen Überlebenszeit der Patienten bei nur mehr rund zehn Monaten liegt.

Schließlich entwickelten sich unter Nilotinib nur halb so oft Mutationen im BCR-ABL-Fusionsgen (12 bzw. 11 unter Nilotinib versus 22 unter Imatinib). Im vierten Jahr nach Studieneintritt war das nur mehr bei zwei Patienten der Fall.

Beide Medikamente waren gut verträglich, so Hochhaus, aber weil gelegentlich kardiale oder vaskuläre Ereignisse auftreten können, sollten entsprechende Risikofaktoren bei den Patienten beachtet und gemäß den gültigen Leitlinien behandelt werden.


Anzeige:
Revolade
Revolade
 
Stichwörter
Das könnte Sie auch interessieren
Gut versorgt auch bei schwerer Krebserkrankung
Gut+versorgt+auch+bei+schwerer+Krebserkrankung+
© Alexander Raths / Fotolia.de

Trotz immer besserer Behandlungsmöglichkeiten besteht für Krebspatientinnen und -patienten nicht immer Aussicht auf Heilung. In dieser Situation stehen Betroffenen palliative Versorgungsformen zur Verfügung. Sie haben zum Ziel, die Lebensqualität und Selbstbestimmung von schwerkranken Patientinnen und Patienten bestmöglich zu erhalten und zu fördern. Damit das gut gelingt, ist Teamarbeit gefragt: Ärzte, Pflegedienste und Therapeuten, also alle, die an der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"EHA 2013: ENESTnd - Nach vier Jahren mit Nilotinib 1,7-mal häufiger tiefe Remissionen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.