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Medizin

29. September 2019 EANO-ESMO-Klassifikation leptomeningealer Metastasen prognostisch relevant

In der EANO-ESMO-Klassifikation von leptomeningealen Metastasen (LM) steht das Vorhandensein von Tumorzellen in der zerebrospinalen Flüssigkeit (CSF) im Zusammenhang mit dem Outcome der betroffenen Patienten und kann somit als prognostischer Faktor gesehen werden. Dabei scheint dies eine größere prognostische Rolle zu spielen als die klassische Bildgebung. Die von der EANO-ESMO vorgeschlagene Einteilung in LM-Subtypen sollte daher im Design klinischer Studien berücksichtigt werden.
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Die EANO (European Association of Neuro-Oncology) und ESMO (European Society for Medical Oncology) haben in ihren Leitlinien eine neue Einteilung für LM erarbeitet, die auf klinischen (typisch/atypisch), zytologischen (positiv/negativ/zweifelhaft) Zeichen und auf der Darstellung im MRT (A: linear, B: nodulär, C: linear + nodulär, D: normal oder Hydrozephalus allein) basiert. Typ-I-LM definieren sich durch die Präsenz von Tumorzellen im CSF (LM bestätigt), während Typ-II-LM sich durch typische klinische und die Darstellung im MRT auszeichnen (LM wahrscheinlich/möglich). Nun wurde die Korrelation zwischen den EANO-ESMO-Subtypen der LM und dem Outcome der Patienten untersucht, um den klinischen Nutzen der Einteilung zu bewerten.

Dazu wurden die Daten von 254 Patienten mit neu diagnotizierten LM bei verschiedenen soliden Primärtumoren ausgewertet. Das mediane Alter bei LM-Diagnose betrug 56,5 Jahre (Bereich 20-82 Jahre). Die häufigsten Primärtumoren waren Brustkrebs (n=98, 45%), Lungenkrebs (n=65, 25,5%) und maligne Melanome (n=51, 13,5%). Typische klinische LM-Symptome oder -Anzeichen wurden bei 225 Patienten festgestellt (88,5%); nur 13 Patienten (5%) waren klinisch asymptomatisch. Der häufigste MRT-Subtyp war A, er wurde bei 117 Patienten (46%) detektiert. Die Typen B (n=33, 13%), C (n=54, 21%) und D (n=50, 19,5%) traten seltener auf. Tumorzellen im CSF wurden bei 186 Patienten gefunden (73%), während das CSF bei 24 (9,5%) nicht eindeutig beurteilt werden konnte und bei 44 (17,5%) Patienten als negativ befunden wurde.

Die Einteilung in die EANO-ESMO-Klassen war wie folgt: Typ IA 86 (34%), IB 19 (7,5%), IC 39 (15,5%), ID 45 (17,5%), IIA 28 (11%), IIB 13 (5%), IIC 16 (6,5%), IID 8 (3%). Die LM waren bei 189 (74,5%) bestätigt, bei 51 (20%) wahrscheinlich und bei 14 (5,5%) Patienten möglich.

Das mediane Gesamtüberleben (OS) betrug 2,75 Monate (Bereich 0,09-220 Monate). Das OS war schlechter bei Typ-I- verglichen mit Typ-II-LM-Patienten (p=0,0024). EANO-ESMO-Subtyp-IIA-Patienten hatten das längste Überleben (p=0,0103). Patienten mit den MRT-Mustern A und D hatten zusammengenommen ein schlechteres Überleben als B- und C-Patienten in der Anwesenheit von Tumorzellen im CSF (Typ I) (p=0,0402), aber ein längeres Überleben in der Abwesenheit von Tumorzellen im CSF (Typ II) (p=0,0273).

(übers. v. sk)





 

Quelle: ESMO 2019

Literatur:

Le Rhun E, et al. Prognostic role of the EANO ESMO classification of leptomeningeal metastases, ESMO 2019; Abstract 391O


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