Samstag, 28. November 2020
Navigation öffnen
Medizin

28. November 2017 Duale Checkpoint-Blockade beim fortgeschrittenen CRC

Die Effektivität immunonkologischer Wirkstoffe wird derzeit auch beim metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC) untersucht: Für vorbehandelte Patienten mit einem Defekt der DNA-Mismatch-Reparatur (MMR-Defekt) bzw. hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) bietet die Checkpoint-Blockade mit Nivolumab und Ipilimumab einen neuen Therapieansatz, berichteten Experten in Berlin.
Anzeige:
Xospata
 
Die Immuntherapie zeigt eine breite Wirksamkeit bei vielen Tumorentitäten, jedoch profitiert nur ein Teil der Patienten von der Therapie, so dass Gesamtansprechraten von 10-30% die Regel sind, erklärte Prof. Arndt Vogel, Hannover. Es gelte daher Subpopulationen von Patienten mit prädiktiven Biomarkern zu identifizieren bzw. geeignete Kombinationstherapien zu finden, um die Effektivität der Immuntherapie weiter zu steigern. Im Rahmen der Mehrkohorten-Studie CheckMate-142 (Phase II) wurde Nivolumab (Opdivo®) als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab (Yervoy®) bei vorbehandelten mCRC-Patienten sowohl mit als auch ohne MMR-Defekt oder MSI-H untersucht. Die Ergebnisse der Nivolumab-Monotherapie-Kohorte (n=74) zeigten ein objektives Gesamtansprechen (ORR) von 31,1%, ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 14,3 Monaten, wobei die Hälfte der Patienten ein PFS von einem Jahr erreichte; das 1-Jahres-Gesamtüberleben betrug 73,8%. Die Wirksamkeit war unabhängig von der PD-L1-Expression und vom BRAF-Mutationsstatus, berichtete Vogel.

Für die Ergebnisse aus der Kohorte unter der Kombinationstherapie mit Nivolumab und Ipilimumab wurden die Daten von 84 Patienten mit MMR-Defekt oder MSI-H ausgewertet, die die erste Gabe mindestens 6 Monate vor der Interimsanalyse bekommen hatten. Der primäre Endpunkt, die vom Prüfarzt beurteilte ORR, lag bei 55%. 80% der Patienten erfuhren eine Reduktion der Tumorlast und nach 9 Monaten waren 88% der Patienten noch am Leben, erklärte Vogel. Die mediane Ansprechdauer war zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht erreicht.
Eine alleinige Immuntherapie funktioniere nur bei MSI-H-Tumoren, so Vogel. Als mögliche künftige Ansätze für Kombinationstherapien mit einer Immuntherapie nannte er die Antiangiogenese, Anti-EGFR, MEK-Inhibition, Strahlentherapie/SIRT sowie die Virotherapie.

Susanne Pickl

Quelle: Symposium „Immunonkologie – jetzt auch bei GI-Tumoren“, Herbstkongresses der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO), 17.11.2017, Berlin; Veranstalter: BMS


Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Duale Checkpoint-Blockade beim fortgeschrittenen CRC"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab