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Medizin
01. Juni 2016

Drei Forscher von der DGP ausgezeichnet

Bei der 100. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) in Berlin wurden drei junge Forscher aus Basel, Heidelberg und Wien gewürdigt. Ihre Arbeiten könnten dazu beitragen, die Behandlung von Osteosarkomen und Prostatakarzinomen zu verbessern bzw. eine neue passive Immuntherapie gegen Tumorerkrankungen zu entwickeln.
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Den Rudolf-Virchow-Preis, den die DGP für herausragende Forschung in der Pathologie vergibt, erhielt der Pathologe Prof. Dr. Daniel Baumhoer, Basel, für molekulargenetische Untersuchungen von Osteosarkomen. Diese seltenen Tumoren treten vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf und gehen mit einer Mortalität von 30-40% einher. „In der Therapie hat sich seit Jahrzehnten kaum etwas geändert. Ich möchte daher zur Entwicklung individuellerer Therapiekonzepte beitragen, um die Heilungs- und Überlebenschancen zu erhöhen“, erklärte Baumhoer. Er konnte bei den bislang als genetisch sehr heterogen geltenden Tumoren erstmals ein Muster von Treibergenen inklusive BRCA-ähnlichen molekularen Signaturen identifizieren, die weit überwiegend mit Defekten in der DNA-Reparatur in Verbindung gebracht werden (1). Hierauf basierend erfolgen laut Baumhoer inzwischen erste Untersuchungen zur Wirksamkeit von PARP-Inhibitoren bei Osteosarkomen, die Zellen mit dysfunktionaler DNA-Reparatur in den programmierten Zelltod treiben können und beispielsweise beim Ovarial- oder Mammakarzinom mit BRCA-Mutation überprüft werden.

Den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Novartis-Preis der DGP, der durch eine unabhängige Expertenkommission für herausragende grundlagenorientierte und translationale Forschungsarbeiten mit einem wesentlichen Bezug zur Pathologie vergeben wird, teilten sich in diesem Jahr der Biochemiker Dr. Jan Pencik, Wien, und der Pathologe Dr. Georg Gdynia, Heidelberg. Pencik identifizierte mit STAT3 und p14ARF zwei neue prognostische Tumormarker, mit denen sich Prostatakarzinom-Patienten nicht invasiv in Hoch- und Niedrig-Risikogruppen einteilen lassen (2). Nach seiner Ansicht könnten diese Biomarker damit frühzeitige Entscheidungshilfen für personalisierte Therapien beim Prostatakarzinom sein. Zudem erhofft sich Pencik eine bessere Identifizierbarkeit von aggressiven Tumorarealen für die fokale Therapie.

Gdynia zeigte, dass natürliche Killerzellen sehr effektiv den Tod von Tumorzellen durch Sekretion des humanen Proteins HMGB1 (High-mobility group box 1) auslösen können. Da diese apoptotischen Effekte über das Enzym PKM2 (Pyruvatkinase M2) vermittelt werden, das sich spezifisch im Innern von Tumorzellen befindet, erhofft sich Gdynia von HMGB1 einen neuen Ansatz für eine tumorspezifische passive Immuntherapie.

Petra Eiden (pe)

Quelle: Verleihung des Rudolf-Virchow-Preises und des Novartis-Preises der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) anlässlich der 100. Jahrestagung der DGP, 19. Mai 2016, Berlin (mit Unterstützung der Novartis Pharma GmbH)

Literatur:

(1) Kovac M, et al. Nat Commun. 2015;6:8940
(2) Pencik J, et al. Nat Commun 2015;6:7736
 


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