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Medizin

14. Dezember 2020 DREAMM-6-Studie: Belantamab Mafodotin + BorDex beim r/r MM sicher und wirksam

Die Kombination von Belantamab Mafodotin (2,5 mg/kg Q3W) mit dem Standard-of-care Bortezomib + Dexamethason (BorDex) zeigte ein akzeptables Sicherheitsprofil bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom (r/r MM), die median 3 vorherige Therapielinien erhalten hatten. Die aufgetreten unerwünschten Ereignisse (AEs) entsprachen den Erwartungen und es wurden keine neuen Sicherheitssignale detektiert. AEs, die die Cornea betrafen, waren häufig, aber mit Belantamab Mafodotin-Dosismodifikationen handhabbar. Bei dieser Zwischenauswertung lagen vielversprechende Ansprechraten vor: Eine Gesamtansprechrate (ORR) von 78%, eine sehr gute partielle Response (VGPR) von 50% und eine klinische Benefitrate von 83%.
 
Eine Monotherapie mit dem gegen das B-Zell-Reifungsantigen gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Belantamab Mafodotin konnte bereits in der zulassungsrelevanten DREAMM-2-Studie zu einem tiefen und anhaltenden Ansprechen mit einem handhabbaren Sicherheitsprofil bei Patienten mit mehrfach vorbehandeltem r/r MM (median 7 vorherige Therapielinien), die refraktär gegenüber einer immunmodulierenden Substanz (IMiD), einem Proteasom-Inhibitor (PI) und einem Anti-CD38-Antikörper waren, zeigen. Bei der DREAMM-6-Studie handelt es sich um eine aktuell laufende zweiteilige Phase-I/II-Studie, in der Belantamab Mafodotin in Kombination mit Lenalidomid/Dexamethason (Arm A) oder BorDex (Arm B) bei Patienten mit r/r MM, die ≥ 1 vorherige Therapie erhalten haben (Bortezomib-refraktäre Patienten waren nicht ausgeschlossen) untersucht wird. Im Folgenden werden erste Ergebnisse von Arm B berichtet.

In Teil 1 (Dosiseskalation) und Teil 2 (Dosisexpansion) von Arm B in der DREAMM-6-Studie wird Belantamab Mafodotin (2,5 und 3,4 mg/kg i.v. alle 3 Wochen (Q3W)) entweder als Einzeldosis (an d1) oder als 2 gleich aufgeteilte Dosen (an d1 und 8) + BorDex (Bor 1,3 mg/m2 s.c., Dex 20 mg i.v. oder p.o.) evaluiert. Die Kombinationsbehandlung wurde bis zu 8 Zyklen lang gegeben – mit einer Belantamab Mafodotin-Monotherapie als Erhaltungstherapie im Anschluss.

Ergebnisse

Bis 30.03.2020 hatten 18 Patienten Belantamab Mafodotin 2,5 mg/kg in einer Einzeldosis + BorDex im Rahmen von Teil 1 und Teil 2 in Arm B der Studie erhalten. Das mediane Alter betrug 67 Jahre, 61% waren männlich und 33% hatten eine Hochrisiko-Zytogenetik. Die Patienten hatten im Median 3 (Bereich 1-11) vorherige Therapielinien erhalten.

Alle 18 Patienten hatten Behandlungs-bedingte unerwünschte Ereignisse (AEs). Davon hatten 16 (89%) Grad-3/4-Ereignisse. Behandlungs-bedingte ernste AEs traten bei 5 (28%) Patienten auf. Es waren keine Grad-5-AEs beobachtet worden. Bei 13 (72%) Patienten kam es zu Dosisreduktionen (8/13 Belantamab Mafodotin) und alle Patienten hatten Dosisverzögerungen (16/18 Belantamab Mafodotin), um die AEs zu managen. 5 (28%) Patienten brachen die Studienmedikation aufgrund von AEs ab: 4 wegen Bortezomib, 2 wegen Dexamethason, kein Patient unterbrach wegen Belantamab Mafodotin. Thrombozytopenie trat bei 12 Patienten auf (67%; maximal Grad 4 bei 8 Patienten und Grad 3 bei 3 Patienten) und führte zur Dosisreduktion bei 6 (33%) Patienten, Dosisverzögerung bei 7 (39%) Patienten, aber zu keinen Therapieabbrüchen. 3 (17%) Patienten hatten Infusionsreaktionen von Grad 2 (ohne Dosismodifikationen oder Abbrüche). Veränderungen im Epithel der Cornea (Keratopathie/mikrozystisch-artige epitheliale Veränderungen (MECs), ein Befund nach Augenuntersuchung mit oder ohne Symptome) als antizipatorisches AE, verursacht durch Monomethyl Auristatin F (dem zytostatischen Bestandteil von Belantamab Mafodotin) waren bei allen 18 Patienten (maximal Grad 3 bei 10 Patienten, Grad 2 bei 7 Patienten und Grad 1 bei 1 Patient) aufgetreten und führten bei 7 (39%) Patienten zur Dosisreduktion, bei 15 (83%) Patienten zur Dosisverzögerung, aber bei keinem zum Abbruch der Therapie.

Das Ansprechen war bei allen Patienten auswertbar. Die ORR lag bei 78% (95%-KI: 52,4-93,6), mit einer VGPR bei 9 (50%) und einer PR bei 5 (28%) Patienten. 1 (6%) Patient hatte ein minimales Ansprechen und 3 (17%) Patienten eine stabile Erkrankung. Die Rate des klinischen Benefits betrug 83% (95%-KI: 58,6-96,4). Nach median 18,2 Wochen (Bereich 6,0-46,4 Wochen) unter Behandlung war die mediane DoR noch nicht erreicht.

Übers. SK

Quelle: ASH 2020

Literatur:

Popat R, Nooka A, Stockerl-Goldstein K et al. DREAMM-6: Safety, Tolerability and Clinical Activity of Belantamab Mafodotin (Belamaf) in Combination with Bortezomib/Dexamethasone (BorDex) in Relapsed/Refractory Multiple Myeloma (RRMM). ASH 2020, Abstract 1419


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