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Medizin
13. Dezember 2020
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DLBCL: Mosunetuzumab sicher und wirksam bei älteren/unfitten Patienten

Frühe klinische Daten weisen darauf hin, dass eine Mosunetuzumab-Monotherapie bei zuvor unbehandelten älteren/unfitten Patienten mit einem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) eine wirksame und sichere Option darstellt. Der Antikörper ist somit ein vielversprechendes Chemotherapie-freies Regime für Patienten, für die sonst nur beschränkte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
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Bis zu 30% der DLBCL-Patienten, die ≥ 75 Jahre alt sind, erhalten wegen ihrer Gebrechlichkeit oder Komorbiditäten keine Standard-Chemoimmuntherapie (CIT) als Firstline-Behandlung. Ältere/unfitte DLBCL-Patienten, die keine Behandlung, R-CHOP in reduzierter Dosis oder andere Therapien als R-CVP und R-Bendamustin erhalten haben, weisen oft ein ungünstiges Outcome auf. Daher werden weniger toxische und wirksame Alternativen zu volldosierter CIT benötigt. Mosunetuzumab ist ein voll-humaner IgG1 CD20/CD3 bispezifischer Antikörper, der die T-Zellen dazu bringt, maligne B-Zellen anzugreifen und zu eliminieren.

Studiendesign

Bei der Studie GO40554 (NCT03677154) handelt es sich um eine open-label, multizentrische Phase-I/II-Studie. Sie enthält Daten aus der Kohorte B, in der die Sicherheit evaluiert werden soll, sowie Ergebnisse zur Pharmakokinetik (PK) und vorläufige Wirksamkeitsdaten. Für die Evaluation der Sicherheit waren 2 Kohorten geplant, in der einen wird Mosunetuzumab in einer Dosis von 13,5 mg und in der anderen von 30 mg verabreicht, gefolgt von einer Expansionsphase. In die Studie konnten Patienten eingeschlossen werden, die ≥ 80 Jahre alt waren, oder 60-79 Jahre alt mit einer Beeinträchtigung in ≥ 1 Aktivität des täglichen Lebens (ADL) oder instrumentellen ADL oder mit einer Beeinträchtigung in der Herz-, Nieren- oder Leberfunktion, welche zum Ausschluss einer Voll-Dosis-CIT führte. Nach einer optionalen Vor-Phase-Behandlung mit Prednison mit und ohne Vincristin erhielten die Patienten Mosunetuzumab intravenös mit einer schrittweisen Aufdosierung an Tag (D) 1, 8 und 15 von Zyklus (C) 1, gefolgt von einer fixen Dosis an D1 eines jeden darauffolgenden 21-Tage-Zyklus. Eine zwischenzeitliche Auswertung des Ansprechens (IRA) wurde nach C4 und eine Auswertung des primären Ansprechens (PRA) nach C8 durchgeführt. Es bestand die Option, bis zu maximal 17 Zyklen zu geben im Falle einer partiellen Remission (PR) nach PRA.

Ergebnisse

Am 27.05.2020 hatten 19 Patienten in Kohorte B Mosunetuzumab erhalten (1 mg C1D1/2 mg C1D8/13,5 mg C1D15 und weiter, n=8; 1/2/30 mg, n=11). 8 Patienten wurden in die 13,5-mg-Sicherheitsevaluationskohorte und 11 in die 30-mg-Sicherheitskohorte eingeschlossen, davon 4 Patienten mit Expansion. Das mediane Alter betrug 84 Jahre (Bereich: 67-100), 14 (74%) Patienten waren weiblich, 10 (53%) hatten ein Ann Arbor Stadium III-IV und 17 (90%) hatten einen IPI-Score ≥ 2. Median wurden 6 Zyklen Mosunetuzumab verabreicht (Bereich: 2-9; 1 Patient mit PR setzte die Behandlung fort). Von den 19 Patienten hatten 16 (84%) ≥ 1 unerwünschte Nebenwirkung (AE), 13 (68%) hatten ≥ 1 AE bedingt durch Mosunetuzumab und 7 (37%) erfuhren ein Grad 3/4 AE, von denen 4 durch Mosunetuzumab bedingt waren. Es wurde kein tödliches AE beobachtet. Die häufigsten (> 10%) behandlungsbedingten AEs waren Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS; n=9, 47%), Rash (n=4, 21%), Neutropenie, Nausea, Appetitverlust, Mundtrockenheit, Fatigue, Schmerzen und Muskelkrämpfe (insgesamt n=2, 11%). Alle CRS-Ereignisse waren von Grad 1 nach ASTCT-Konsensuskriterien. Bei keinem Patienten kam es zu Hypotonie, Hypoxie oder dem Bedarf einer Tocilizumab- oder Steroidbehandlung. Es wurden keine schweren (Grad ≥ 3) neurologischen AEs beobachtet. Eine Neurotoxizität von Grad 2 (ICAN) trat bei einem Patienten (5%) an C1D2 auf mit Symptomen wie Unfähigkeit auf Fragen zu antworten, Benommenheit, Schwäche und Schläfrigkeit, kombiniert mit Grad-1-CRS (Fieber und Tachykardie). Dieses AE löste sich nach 2 Tagen auf und war wahrscheinlich dem Mosunetuzumab geschuldet. 8 (42%) Patienten brachen die Mosunetuzumab-Therapie vorzeitig wegen Krankheitsprogression (PD) zwischen C2-C6 ab. Kein Patient brach die Mosunetuzumab-Therapie aufgrund von AEs ab. Unter allen behandelten Patienten betrug die Gesamtansprechrate 58% (11/19) und die CR-Rate 42% (8/19). Bei der Mosunetuzumab-Dosis 13,5 mg erreichten 3/8 Patienten (38%) eine CR, 2 (25%) hatten eine PR und 3 (38%) hatte eine Krankheitsprogression zum PRA. Bei der Mosunetuzumab-Dosis 30 mg war das Ansprechen zur IRA-Auswertung verfügbar: 5/11 Patienten (45,5%) erreichten eine CR, 1 (9%) hatte eine PR und 5 (45,5%) hatten eine Progression. Von den 8 progredienten Patienten (beider Dosiskohorten) hatten 5 eine Salvage-Therapie nach Progression erhalten. Bei einem Responder konnte ein anhaltendes Ansprechen von fast einem Jahr gesehen werden. Vergleichende Studien zum T-Zell-Ansprechen mittels Durchflusszytometrie und Zytokin-Expression und PK-Analysen laufen derzeit noch und werden noch vorgestellt werden.

Übers. SK

Quelle: ASH 2020

Literatur:

Olszewski AJ, Avigdor A, Babu S et al. Single-Agent Mosunetuzumab Is a Promising Safe and Efficacious Chemotherapy-Free Regimen for Elderly/Unfit Patients with Previously Untreated Diffuse Large B Cell Lymphoma. ASH 2020, Abstract 401


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