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Medizin
26. Februar 2014

DKK 2014: Anti-Angiogenese beim fortgeschrittenen Magenkarzinom - Gezielte Hemmung der VEGF-Achse

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr mehr als 15.000 Menschen neu an Magenkrebs. Zwar konnte in den letzten Jahrzehnten ein stetiger Rückgang der Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet werden, die Überlebenschancen für die Betroffenen sind - im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen - jedoch weiterhin eher ungünstig: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate erreicht nur etwa 30% (1). Neue Behandlungsoptionen beim Magenkarzinom unter besonderer Berücksichtigung des Prinzips der Anti-Angiogenese waren Thema eines Symposiums von Lilly Onkologie im Rahmen des 31. Deutschen Krebskongress in Berlin.

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Zu der schlechten Prognose von Patienten mit Magenkarzinomen trägt maßgeblich bei, dass die Erkrankung häufig erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird (1). In dieser Behandlungssituation ist eine Kombinationschemotherapie für Patienten im guten Allgemeinzustand aktuell die einzige verfügbare Therapieoption (2,3). Allerdings tritt unter der palliativen Chemotherapie bei fast allen Patienten im Laufe der Zeit eine Tumorprogression auf. In diesem Fall kann entweder eine Zweitlinienchemotherapie begonnen oder der Patient im Rahmen einer klinischen Studie mit einer Forschungssubstanz behandelt werden. Das Magenkarzinom sei vor diesem Hintergrund eine Erkrankung, für die in der Palliativtherapie nach wie vor neue Behandlungsoptionen benötigt werden, erläuterte Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran, Ärztlicher Direktor des Instituts für Klinisch-Onkologische Forschung am Krankenhaus Nordwest, Frankfurt/M.

Neuer anti-angiogener Wirkstoff in der klinischen Prüfung

In der klinischen Erprobung befindet sich derzeit die Forschungssubstanz Ramucirumab (IMC-1121B). Dabei handelt es sich um einen vollständig humanen, monoklonalen Immunglobulin IgG1-Antikörper, der sich spezifisch gegen die extrazelluläre Domäne des VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)-Rezeptors 2 richtet. Dieser gilt als wichtigster Mediator sowohl der physiologischen als auch der pathologischen Angiogenese. Durch seine Stimulierung werden darüber hinaus weitere Faktoren gefördert, die das Tumorwachstum und die Metastasierung begünstigen (4). In den klinischen Studien zu Ramucirumab beim fortgeschrittenen Magenkarzinom wird geprüft, ob mit der Hemmung der VEGF-Achse eine Rückbildung des Tumors erreicht werden kann.

Aktuelle Studienergebnisse

Ramucirumab hat bereits in zwei Phase-III-Studien zur Therapie des fortgeschrittenen Adenokarzinoms des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs im Zweitliniensetting den primären Studienendpunkt erreicht (5,6). In der Studie REGARD wurden unter einer Ramucirumab-Monotherapie plus bestmöglicher supportiver Therapie (BSC) eine Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) und eine Verringerung des Progressionsrisikos im Vergleich zum Kontrollarm (Placebo plus BSC) dokumentiert (5). Eine statistisch signifikante Überlegenheit des Ramucirumab-Arms ergab auch die Studie RAINBOW im Hinblick auf das OS und das progressionsfreie Überleben (Ramucirumab plus Paclitaxel im Vergleich zu Paclitaxel allein) (6).

Vom Ausschuss für Arzneimittel gegen seltene Krankheiten (Committee for Orphan Medicinal Products, COMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wurde dem Angiogenesehemmer der Status eines Orphan Drug für die Therapie des Magenkarzinoms zuerkannt. Die Zulassung von Ramucirumab beim fortgeschrittenen Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs ist bei der EMA und bei der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) beantragt.

Literaturhinweise:
(1) www.rki.de/
(2) Van Cutsem E et al., 2008, Eur J Cancer 44: 182-194
(3) Okines A et al., 2010, Ann Oncol 21 (Suppl 5): v50-v54
(4) Olsson AK et al. 2006, Nat Rev Mol Cell Biol 7: 359-371
(5) Fuchs CS et al., 2014, Lancet 383: 31–39
(6) Wilke H et al., 2014, J Clin Oncol 32 (Suppl 3): Abstract LBA7

Quelle: Lilly


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