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Medizin
21. Juli 2021

Digitale Unterstützung bei Krebs: App für junge Betroffene

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 16.500 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs (DSfjEmK) ist Ansprechpartnerin für Patienten und Patientinnen und deren Angehörige sowie für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Unterstützer und Unterstützerinnen und die Öffentlichkeit und ermöglicht jungen Patienten und Patientinnen, die an Krebs erkrankt sind, waren oder an einem Rezidiv leiden, einen schnellen Kontakt zu Experten und Expertinnen in ganz Deutschland, um notwendige Informationen und eine sehr gute Beratung zu bekommen. Bereits 2015 initiierte die DSfjEmK mit der individuellen Beratung im JUNGEN KREBSPORTAL ihr erstes Hilfsangebot für junge Krebspatienten und -patientinnen. Die „Individuelle Beratung“ ist nun auch per App verfügbar, die kostenlos im App-Store heruntergeladen werden kann.
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Das JUNGE KREBSPORTAL

Die Betroffenen können individuelle Fragestellungen an das hochqualifizierte Beratungsteam des JUNGEN KREBSPORTALS richten und erhalten in Online-Chats, Telefonaten oder persönlichen Gesprächen Antworten. Die Beratungen decken verschiedene Themenbereiche ab wie „Sozialrechtliche Fragestellungen“, „Veränderungen des Hormonhaushaltes“, „Immundefekte“ sowie seit kurzem auch „Integrative Krebsmedizin“, die sich u.a. mit komplementären Therapien wie Akupunktur sowie Ernährung und Sport befasst und therapiebegleitend erfolgt.
Nicht nur die Betroffenen können hierzu auf dem Online-Portal Fragen stellen; auch das Pflegepersonal, medizinische Fachkräfte, Ärzte und Ärztinnen oder Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen können sich über einen Konzilzugang anmelden und sich mit ihren jeweiligen Anliegen ebenfalls an die Experten und Expertinnen wenden, wobei sowohl fallspezifische als auch allgemeingültige Fragestellungen beantwortet werden.

Projekt „Tandem-Partnerschaften und -Beratung“

Im Februar 2021 wurde im Rahmen des Weltkrebstages ein neues Projekt im JUNGEN KREBSPORTAL ins Leben gerufen, bei dem es sich gewissermaßen um eine „Tandem-Beratung“ handelt. Junge Krebspatienten und -patientinnen können sich dabei von anderen jungen Betroffenen mit einer ähnlichen Diagnose und ähnlichen Erfahrungen durch ihre Krebserkrankung und die oft herausfordernde Zeit begleiten und unterstützen lassen. Dieses Konzept hat sich aus den Rückmeldungen und Wünschen von jungen Betroffenen entwickelt. Dabei muss es sich nicht um psychologische Beratungen handeln; vielmehr geht es vor allem darum, von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Damit soll erreicht werden, dass junge Krebspatient und -patietinnen wissen, dass sie nicht allein sind und dass sie Hilfe und Unterstützung in schwierigen Phasen erhalten. Die Betroffenen können sich auf diese Weise leichter ein soziales Netzwerk aufbauen und sich mehr auf ihre Heilung konzentrieren.
 
 

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©ra2studio / Fotolia.de
Dieses Projekt ist sehr gut angelaufen, und es konnten bereits die ersten 15 Tandem-Partnerschaften vermittelt werden. Momentan gibt es Tandem-Partnerschaften zu den Themen „Familie & Krebs“ und „Studium & Krebs“ sowie diagnosespezifisch für Betroffene mit Brustkrebs, Hodenkrebs, Hodgkin-Lymphomen und Hirntumoren. Dieses Angebot wird stetig um weitere Diagnosen und Schwerpunktthemen erweitert.

Verschiedene Online-Angebote

Seit 2020 sind alle Online-Hilfsangebote der DSfjEmK auf der Webseite des Portals gebündelt unter www.junges-krebsportal.de verfügbar. Die Stiftung bietet insgesamt 5 große Online-Angebote: Neben der „Individuellen Beratung“ können junge Betroffene unmittelbar nach der Diagnose unter „Jung & Krebs – Erste Hilfe“ Tipps und Erfahrungen abrufen. Außerdem hat sich bei „Wissen für dich“ ein sehr großer Wissensbereich mit praktischen Hilfen für bestimmte Themen wie z.B. die Kryokonservierung etabliert. Es gibt auch eine „Jung & Krebs – Online-Sprechstunde“, die einmal im Monat zu verschiedenen Themen wie z.B. Brustkrebs stattfindet. Seit 2019 stehen zudem „Jung & Krebs – Webinare“ zur Verfügung mit halbstündigen Vorträgen zu zielgruppenrelevanten Themen mit anschließender anonymer Fragerunde.

Anwendung erfolgt vor allem über mobile Endgeräte

Die Stiftung überprüft, ob alle digitalen Hilfsangebote in die App integriert werden können. Das ist sinnvoll, da es sich gezeigt hat, dass 2 Drittel aller Besucher und Besucherinnen die Website der Stiftung und des JUNGEN KREBSPORTALS mit mobilen Endgeräten ansteuern und viele in Klinken oder Praxen Wartezeiten überbrücken müssen und ihre Mobiltelefone oder Tablets bei sich haben.
 
 

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Entsprechend sind Erweiterungen und neue Funktionen bereits in Planung. So wird z.B. die auf der Portal-Website bereits verfügbare Funktion des Berater und Beraterinnen-/Tandem-Partner und -Partnerinnen-Forums in einem ersten Update in der App verfügbar sein. Sie haben künftig die Möglichkeit, die App zum Beantworten der Anfragen zu nutzen. Anhand von Push-Notifications erhalten die Nutzerinnen und Nutzer Benachrichtigungen, wenn neue Anfragen eingegangen sind oder eine Antwort auf ihre Fragen vorliegt. Der Nachrichtenverlauf in der App erinnert dabei an die klassischen Messenger-Apps.

Fazit: Projekt mit Potenzial

Betroffene und interessierte Menschen haben die Möglichkeit, sich im Portal zu registrieren und per App Anfragen an das Team zu stellen. Auch bereits registrierte Nutzerinnen und Nutzer können sich ab sofort mit ihren Daten in die App einloggen. Mit inzwischen über 1.400 registrierten Nutzerinnen und Nutzern und knapp 1.000 getätigten Beratungen zeigt sich, dass das JUNGE KREBSPORTAL ein Erfolgsprojekt ist, dessen Themenbereiche und Funktionen kontinuierlich erweitert werden.

Dr. med. vet. Astrid Heinl

Quelle: Pressekonferenz „JUNGES KREBSPORTAL – Die App“, 14.07.2021; Veranstalter: Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs


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