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Medizin
07. Juni 2016

DGMKG: Aspirin gegen Mundhöhlenkarzinome?

Bei der Entstehung von Tumoren spielt eine Entzündung im Gewebe eine bedeutende Rolle und wird als siebtes „hallmark of cancer“ propagiert. Daher wurde jetzt in einer neuen Studie überprüft, ob beim häufig vorkommenden Mundhöhlenkrebs eine begleitende Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten einen Krankheitsrückfall beeinflussen kann. Die Ergebnisse ließen aufhorchen und wurden auf dem 66. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) vom 01. – 04. Juni in Hamburg vorgestellt.
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In der Fachliteratur wird es schon seit langem diskutiert: Tumorprophylaxe per antientzündlicher Therapie. Diverse medizinische Internetportale mutmaßen, dass Patienten mit regelmäßiger Einnahme von nichtsteroidalen antientzündlichen Medikamenten ein geringeres Risiko für das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen (bösartiger, von der Haut oder Schleimhaut ausgehender Tumor) im Kopf-Halsbereich haben sollen. Zu dieser Vermutung wollten die MKG-Chirurgen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein endlich Gewissheit und führten im Zeitraum von 5 Jahren Untersuchungen an 265 Patienten mit Mundhöhlenkrebs durch. Erhoben wurde jeweils die spezielle Tumorklassifikation, ob eine Radio- und/oder Chemotherapie erfolgte und ob Acetylsalicylsäure aufgrund von Begleiterkrankungen eingenommen wurde.

Die gesamte Rezidivrate betrug 9,1% (24 der 265 Patienten). Bei den Patienten ohne ASS-Einnahme waren es 10,8%, bei den Patienten mit ASS Einnahme lag die Rezidivrate bei 3,3% - konkret erlitten 2 von 61 Patienten einen Rückfall. Ein klarer Trend zu einer geringeren Rezidivrate bei ASS-Einnahme. Aufgrund der geringen Fallzahl streben die Wissenschaftler nun eine multizentrische Fortführung der Studie an.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)


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