Freitag, 27. November 2020
Navigation öffnen
Medizin

22. April 2020 DGHO: COVID-19-Management in optimale Versorgung der malignen Grundkrankheit integrieren

Die Versorgung von PatientInnen mit onkologischen Erkrankungen, die sich mit COVID-19 infiziert haben, wird in den letzten Tagen in der Öffentlichkeit mit Sorge diskutiert. Auslöser war eine verkürzte Darstellung in den Medien über eine Häufung infizierter PatientInnen im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg.
Vor 4 Wochen war im UKE bei 2 PatientInnen mit neudiagnostizierter akuter Leukämie auch eine akute COVID-19-Infektion festgestellt worden. Umgebungsuntersuchungen der Krankenhaushygiene bei den PatientInnen sowie beim Personal ergaben zunächst wenig positive Befunde. Im Laufe der Folgewochen wurden weitere PatientInnen mit onkologischen Erkrankungen COVID-19 positiv getestet. Infektionsketten sind hochkomplex und werden kontinuierlich nachvollzogen. Gemeinsam mit der Klinikhygiene wurde ein regelmäßiges und kontinuierliches Monitoring aller PatientInnen sowie MitarbeiterInnen aller Berufsgruppen in der Onkologie veranlasst. Dieses Vorgehen deckte im gesamten Zeitraum weitere COVID-19-Infektionen auf, zum Teil auch bei asymptomatischen PatientInnen; dies ist bei der SARS-CoV-2 Infektion zu erwarten. Die behördlichen Meldungen und die Quarantänisierung aller Betroffenen erfolgte nach den gesetzlichen Vorgaben. Die betroffenen PatientInnen wurden zur optimalen Versorgung beider Erkrankungen zunächst auf die Intensivstation, dann auf eine speziell eingerichtete COVID-19 Hämatologie-Onkologie-Station verlegt. Die Betreuung der COVID-19 positiven onkologischen PatientInnen wurde durch nur ein ärztliches, nur dort agierendes Team realisiert.

"Unsere Erfahrungen am UKE bestätigen die Notwendigkeit eines sorgfältigen Monitorings stationärer Patientinnen und Patienten auf SARS-CoV-2. Sie zeigen auch, dass und wie das Management von COVID-19 in die optimale Versorgung der malignen Grundkrankheit integriert werden kann und muss", so Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik für den Bereich Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantation mit Abteilung Pneumologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Ähnliche Erfahrungen wurden auch bereits in anderen Kliniken gemacht, so Prof. Dr. Hermann Einsele, Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg. "Grundsätzlich muss damit gerechnet werden, dass die Zahl der SARS-CoV-2-positiven Patientinnen und Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen in den nächsten Monaten steigen und die in der Behandlung Tätigen vor immer größere Herausforderungen stellen wird."

Prof. Dr. Lorenz Trümper, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO: "Wir haben in den letzten Wochen intensive Gespräche mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus Hamburg geführt und sind davon überzeugt, dass der Umgang mit dem Infektionsgeschehen professionell und das Management jederzeit korrekt waren. Darüber hinaus wurde stets entsprechend dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens gehandelt. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Blutkrebserkrankungen trotz einer SARS-COV-2 Infektion die notwendigen Therapien erhielten und somit ihre Heilungschancen gewahrt blieben." In diesem Zusammenhang verweist Trümper auf die von der DGHO erarbeitete und kontinuierlich aktualisierte Onkopedia-Leitlinie Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen.

Ein solcher COVID-19-Ausbruch könne – trotz intensiver Testung von PatienInnen sowie MitarbeiterInnen – in allen Kliniken stattfinden. "Trotz aller Bemühungen sind Infektionen in Kliniken und Ambulanzen möglich, leider sogar zu erwarten. Klar ist, dass alle Patientinnen und Patienten die notwendigen Krebstherapien erhalten müssen. Darüber hinaus muss es unser Ziel sein, in den nächsten Monaten dieses neue Infektionsgeschehen in die gängigen Abläufe der Krebstherapie zu integrieren", so Trümper. "Die Bemühungen der Hamburger Kollegen sind allen Onkologinnen und Onkologen in Deutschland ein Ansporn, ihre Patientinnen und Patienten weiterhin bestmöglich zu versorgen. Unsere Patientinnen und Patienten können sicher sein, dass ihnen wie zuvor sofort und effektiv geholfen werden wird."

Quelle: DGHO


Anzeige:
Polivy

Stichwörter

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DGHO: COVID-19-Management in optimale Versorgung der malignen Grundkrankheit integrieren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab