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Medizin

03. Juni 2020 Darmkrebs: DGVS mahnt Rückkehr zum Regelbetrieb an

Die Deutsche Fachgesellschaft für Verdauungskrankheiten (DGVS) mahnt die Rückkehr zur regulären Früherkennung an. Nach Einschätzung der Experten sind seit Auftreten der „Corona“-Krise zahlreiche Darmspiegelungen aufgeschoben worden.
„Die Krankenhäuser haben ihre Kapazitäten für die Behandlung von infizierten Patienten freihalten müssen“, sagt der Berufsverbandsvorsitzende der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Albert Beyer. „Auch die ambulante Versorgung war wegen der Pandemie Einschränkungen unterworfen. Doch die Magen-Darm-Ärzte haben in ihren Praxen frühzeitig alle erforderlichen hygienischen Maßnahmen umgesetzt, so dass zumindest alle notwendigen Magen und Darmspiegelungen die ganze Zeit über erfolgen konnten. 30% aller Praxen haben in dieser Zeit endoskopische Untersuchungen aus dem stationären Bereich übernommen, da hier Endoskopieeinrichtungen vorübergehend geschlossen wurden.“

Umstellung auf Regelbetrieb

„Deshalb kann jetzt auch problemlos wieder auf einen verantwortbaren Regelbetrieb umgestellt werden“, ergänzt der Darmkrebsexperte Dr. Jens Aschenbeck. „Es besteht kein Grund mehr, Untersuchungen zu verschieben. Ganz im Gegenteil: Akute Magen-Darm-Beschwerden sollten unbedingt zeitnah abgeklärt werden, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden. Und niemand sollte auf seine Vorsorge-Darmspiegelung verzichten, denn sie ist das Beste, was man tun kann, um Darmkrebs zu verhindern.“

Rückstau erwartet

Nach den Berechnungen der Fachgesellschaft wurden insgesamt 1,1% der jährlich durch die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte durchgeführten Darmspiegelungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. „Bei den Kapazitäten in unseren Praxen befürchten wir nicht, dass es einen relevanten ‚Rückstau‘ von Patienten in den Praxen geben wird“, so Dr. Beyer. „Mit ca. 1,8 Millionen Darmspiegelungen führen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte 63% aller Untersuchungen in Deutschland in ihren Praxen durch. Bei der Vorsorge-Darmspiegelung steigt dieser Anteil auf nahezu 100%, da für deren Durchführung die Teilnahme an einer Qualitätssicherungsvereinbarung und eine spezielle Genehmigung erforderlich sind, um das hohe Qualitätsniveau zu sichern und zu erhalten.“

Absenkung des Alters für Vorsorgeleistung

Nach Angaben der DGVS ist die Darmkrebssterblichkeit in den ersten 10 Jahren nach Einführung der gesetzliche Darmkrebsfrüherkennung bei Männern ab 55 Jahren um fast 21%, bei Frauen dieser Altersgruppe sogar um mehr als 26% gesunken. Seit Mitte letzten Jahres hat sich das Vorsorge-Angebot der gesetzlichen Krankenkassen sogar noch verbessert: Männer können jetzt schon ab 50 Jahren erstmals zur Vorsorge-Darmspiegelung gehen. „Lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen“, rät Aschenbeck.

Quelle: DGVS


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