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Medizin

30. September 2019 CUP: Tumorbiologie besser verstehen — GEFCAPI 04-Studienergebnisse enttäuschen

DNA-Profiling kann neuartige Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen wie dem „carcinoma of unknown primary“ (CUP) ermöglichen, die zum Diagnosezeitpunkt Metastasen gebildet haben, deren primärer Ursprungsort sich jedoch nicht finden lässt. Beim ESMO wurde berichtet, dass einer von 3  CUP-Patienten mit einer Standard-Chemotherapie nicht angemessen therapiert ist, weil es eine passende Target-Therapie oder Immuntherapie basierend auf DNA-Veränderungen ihres Tumors gibt, so Dr. Jeffrey Ross, Syracuse, USA.
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CUP betrifft ca. einen von 15 Krebspatienten. „Die CUP-Standardtherapie hat sich seit Jahrzehnten nicht geändert. Wenn einer von 3 CUP-Patienten eine Zielmutation aufweist, die sich durch DNA-Profiling finden lässt, hätte dies einen großen Einfluss auf die CUP-Therapie.“

Drivermutationen suchen und finden

Eine Analyse von 3030 CUP-Gewebeproben ergab, dass 32% der Patienten mit neueren Substanzen adressiert werden können (1). Ergebnisse der Studie GEFCAPI 04, die 2012 gestartet ist und mit Genexpressionstechnologie die wahrscheinlichsten Primärtumorlokalisationen identifizieren sollte, zeigte gegenüber dem Standard, Platin-basierte Chemotherapie, keinen Überlebensvorteil gegenüber den damals „best available“ Target-Therapien (2).

“Die GEFCAPI 04-Ergbnisse sind enttäuschend – allerdings hatten viele Patienten pankreatische oder biliäre Krebsarten, die extrem schwierig zu behandeln sind und für die es bislang keine Target-Therapieansätze gibt“, so Prof. Dr. Karim Fizazi, Villejuif, Frankreich. „Es werden bessere Tests benötigt, die nicht nur den Primärtumor identifizieren, sondern auch Aufschluss über die Tumorbiologie und potenzielle Medikamente geben.“

Dr Harpreet Wasan, London, UK, betonte ebenfalls die Bedeutung, die grundlegende Tumorbiologie zu verstehen statt nur den Ursprungsort des Tumors. „CUP nur nach dem Ursprungsort zu klassifizieren, ist nicht ausreichend, um das Überleben der Patienten zu verbessern. Diese Tumoren sind aggressiver und metastasieren früher als „typische“ Tumoren, die sich klar an einem Primärsitus diagnostizieren lassen. Daher werden große Hoffnungen in die laufende prospektive Studie CUPISCO gesetzt, die Patienten mit CUP randomisiert, um sie einer individualisierten Target- oder Immuntherapie zuzuführen, bzw. dem Standard einer Platin-basierten Chemotherapie (1).

(übers. v. ab)

Lesen Sie auch:
Ist das CUP-Syndrom eine aussterbende Tumorentität?

Quelle: ESMO 2019

Literatur:

(1) Comprehensive genomic profiling (CGP) of carcinoma of unknown primary origin (CUP): retrospective molecular classification of potentially eligible patients (PTS) for targeted or immunotherapy treatment (TX) using the prospective CUPISCO trial’s criteria, ESMO 2019, Abstract 1983PD_PR

(29 A Phase 3 trial of empiric chemotherapy with cisplatin and gemcitabine or systemic treatment tailored by molecular gene expression analysis in patients with carcinomas of an unknown primary (CUP) site (GEFCAPI 04), ESMO 2019, Abstract LBA15_PR

 


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