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Medizin

14. August 2017 Crowdfunding für Hirntumorpatienten

Die Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern geht neue Wege: Um die Operationen von Hirntumorpatienten sicherer zu machen, hat sie auf der Schweizer Crowdfunding-Plattform wemakeit das Projekt HORAO lanciert. Mit den gesammelten Spendengeldern sollen die hellsten Köpfe angespornt werden, ein Mikroskop zu entwickeln, das Chirurgen Tumore noch besser erkennen lässt.
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Die Operation ist für die meisten Hirntumorpatienten der entscheidende Behandlungsschritt in der Therapie. Umso wichtiger ist, dass der Tumor präzise und komplett entfernt wird. Obwohl die Neurochirurgen am Inselspital Bern bereits heute mit dem bestmöglichen Mikroskop operieren, ist es für sie schwierig, das gesunde umliegende Hirngewebe vom Tumor zu unterscheiden. Um die Entwicklung eines noch stärkeren Mikroskopes voranzutreiben, hat ein Team rund um den Neurochirurgen Prof. Dr. med. Philippe Schucht, Leitender Arzt in der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern, das Projekt HORAO ins Leben gerufen.

Auf dem im vergangenen November lancierten Kanal „Science Booster“ der Schweizer Crowdfunding-Plattform wemakeit sammelt Philippe Schucht mit seinem Team Spenden. Die Zielsumme beläuft sich auf 50.000 CHF. Das Geld kommt weder seinem Team noch der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern zugute, sondern soll Ansporn für die hellsten Köpfe weltweit sein, ein solches Mikroskop zu entwickeln. „Wir sind überzeugt, dass es bereits heute Experten gibt – wenn auch in anderen Gebieten oder aus anderen Branchen –, die die Lösung auf unser Problem kennen. Wir müssen sie nur darauf aufmerksam machen, sie zusammenführen und sie motivieren, an einer Lösung mitzuarbeiten“, erklärt Philippe Schucht. Auch Prof. Dr. med. Andreas Raabe, Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern, unterstützt das HORAO-Projekt und bekräftigt: „Es ist auch für mich ein neuer und innovativer Ansatz, außerhalb unserer bisherigen Forschungsumgebung eine Lösung für dieses Problem zu suchen.“

Dazu sammelt das HORAO-Team in einem ersten Schritt Geld auf wemakeit. Gelingt es dem Team, die angestrebten 50.000 CHF zu erreichen, startet es in einem zweiten Schritt einen globalen Wettbewerb zwischen Forscher- und Entwicklerteams. Das Geld, das dafür auf wemakeit gesammelt wird, winkt dem Sieger dieses Wettbewerbs als Belohnung.

Anfang August fiel der Startschuss für die HORAO-Kampagne. Dann hat das Team um Philippe Schucht 45 Tage lang Zeit, die Zielsumme von 50.000 CHF zu sammeln. „Wir sind uns bewusst, dass unsere Ziele hoch gesteckt und 50.000 Schweizer Franken sehr viel Geld sind. Die letzten Jahre haben uns jedoch gezeigt, dass wir auch neue Wege gehen müssen, um die Behandlung für unsere Patientinnen und Patienten zu verbessern“, ist Philippe Schucht überzeugt. „Dazu sind wir auf die nötigen finanziellen Mittel und auf das Know-how von anderen Forschenden angewiesen.“

Quelle: Universitätsspital Bern


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