Sonntag, 18. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Medizin
21. Oktober 2014

CLL-Erstlinientherapie mit Obinutuzumab: Patienten mit Komorbiditäten profitieren von Immunchemotherapie

Die Zulassung des antiCD20-Antikörpers GA-101 (Obinutuzumab) basiert auf den Daten der CLL11-Studie (1) und ist von der FDA als Breakhtrough-Therapie eingestuft worden. "Die Prognose der CLL verbessert sich durch die Wahl der richtigen - an Binet-Stadium, Fitness und molekular- und zytogenetisches Profil angepassten - Erstlinientherapie", sagte Prof. Michael Hallek, Köln. "Bisheriger Standard bei älteren, unfitten Patienten ist Chlorambucil. Nun wird sich bei dieser Gruppe vermutlich Obinutuzumab als neuer Standard etablieren", prophezeite er im Rahmen einer Pressekonferenz im Roche Biotechnologie-Zentrum in Penzberg, wo der Antikörper entwickelt und produziert wird.

Anzeige:
Blenrep
Blenrep

In der von Roche in Zusammenarbeit mit der DCLLSG initiierten Phase-III-Studie CLL11 (1) wurden 781 nicht vorbehandelte CLL-Patienten (median 73 Jahre) eingeschlossen, die aufgrund von Begleiterkrankungen wie Diabetes (angegeben als CIRS-Score* >6) keine intensivere Therapie mit Fludarabin erhalten konnten, sagte Dr. Valentin Goede, Kön. Die Patienten wurden 2:1:2 randomisiert für entweder Ga 101 plus Chlorambucil (G-Clb), Chlorambucil allein (Clb) oder Rituximab und Chlorambucil (R-Clb). Primärer Endpunkt war das PFS, sekundäre Endpunkte waren Ansprechrate und die Rate der nicht mehr nachweisbaren minimalen Resterkrankung (MRD-Negativität).

Im Vergleich mit Chlorambucil allein schnitten die Kombinationstherapien mit einem erhöhten progressionsfreien Überleben besser ab, wobei sich Obinutuzumab gegenüber Rituximab überlegen zeigte: das PFS betrug unter G-Clb 26,7 Monate vs. 16,3 Monate unter R-Clb (vs. 11,1 Monate unter Clb allein) und die Gesamtansprechrate lag in der G-Clb-Gruppe bei 20,7% vs. 7% in der R-Clb-Gruppe. Der Anteil von Patienten mit nicht mehr nachweisbarer minimaler Resterkrankung im Blut lag bei der Obinutuzumab-Kombination bei 37,3% vs. 3,3% in R-Clb.

Das Infektions- und Neutropenierisiko war gegenüber Rituximab nicht erhöht, allerdings gab es unter Obinutuzumab mehr Infusionsreaktionen (Grad 3/4 unter G-Clb 20% vs. 4% unter R-Clb). "Die Apoptoseinduktion und Zytokin-Freisetzung sind bei Obinutuzumab wesentlich stärker ausgeprägt als bei Rituximab, daher muss es auch langsamer infundiert werden. Die Infusionsreakionen treten nur bei Verabreichung der ersten Dosis auf. Je höher CD20 in den NK-Zellen exprimiert wird, desto heftiger kann diese Reaktion ausfallen", erläuterte Hallek. "Da man dies aber weiß, kann man mit dieser Wirkung auch gut umgehen - und eine Reaktion an der Einstichstelle als Wirksamkeitssignal auch positiv deuten."

ab

* Cumulative Illness Rating Scale

Literaturhinweis:
(1) Goede V, Fischer K, Busch R et al. Obinutuzumab plus chlorambucil in patients with CLL and coexisting conditions.
N Engl J Med. 2014 Mar 20;370(12):1101-10. doi: 10.1056/NEJMoa1313984

Quelle: Launch-Pressekonferenz "Exzellenter Antikörper aus Deutschland: EU-Zulassung für Ganzyvaro", 16.9.2014, Penzberg


Das könnte Sie auch interessieren
Das Klinikum Herford unterstützt Krebs-Patienten und Patientinnen mit digitalem Therapie-Assistenten
Das+Klinikum+Herford+unterst%C3%BCtzt+Krebs-Patienten+und+Patientinnen+mit+digitalem+Therapie-Assistenten+
© adam121 / Fotolia.de

Das Klinikum Herford bietet seinen gynäkologischen Krebs-Patientinnen ab sofort einen digitalen Therapiebegleiter an, der sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützt. Die Smartphone-App MIKA begleitet Betroffene durch die Behandlung und hilft ihnen unter anderem mit Gesundheitsmonitoring und psychosozialem Coaching. Mit dem neuen digitalen Assistenten geht das Klinikum Herford einen weiteren Schritt, um Erkrankte zu mehr...

Helfen und sich helfen lassen - neues Informationsblatt vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsfoschungszentrums
Helfen+und+sich+helfen+lassen+-+neues+Informationsblatt+vom+Krebsinformationsdienst+des+Deutschen+Krebsfoschungszentrums
Alexander Raths / Fotolia.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Das gilt auch für Partner, Familienangehörige und Freunde von Krebspatienten. Neben der Sorge und dem Impuls, den anderen zu unterstützen, fühlen sich viele in dieser Situation zunächst unsicher und überfordert. Die Angst, im Miteinander etwas falsch zu machen, ist groß. Zur Unterstützung von Angehörigen und Freunden hat der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CLL-Erstlinientherapie mit Obinutuzumab: Patienten mit Komorbiditäten profitieren von Immunchemotherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.