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Medizin

11. September 2019 CLL: Ibrutinib-Monotherapie breit einsetzbare Option für die Erstlinie

Die Therapieoptionen für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) haben sich in den letzten Jahren durch die Einführung effektiver oraler zielgerichteter Therapien erweitert. Deshalb spielt die Risikostratifizierung von CLL-Patienten für die Therapieentscheidung eine wichtige Rolle, denn nicht alle benötigen sofort eine Behandlung, wie Paolo Ghia, Mailand, Italien, beim EHA betonte.
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Vor Beginn einer Therapie empfehlen die Guidelines des International Workshop on Chronic Lymphocytic Leukemia (iwCLL) (1) immer die Testung auf del(13q), del(11q), del(17p) und add(12) in peripheren Blutlymphozyten sowie die Bestimmung des TP53- und IGHV-Mutationsstatus. Bei einer Live-Abstimmung gaben 70% der Zuhörer an, in der klinischen Praxis routinemäßig sowohl auf eine 17p-Deletion als auch TP53-Mutation zu testen, 25% testen nur auf del(17p). 68% stimmten im Live-Voting dafür, vor jeder Therapielinie auf del(17p) und/oder TP53-Mutation zu testen, 17% tun dies vor der ersten Therapie und 14% bei der Diagnose. Den IGHV-Mutationsstatus testen 31% routinemäßig bei Diagnose, 23% vor der ersten, 16% vor jeder Therapielinie. 27% gaben an, keinen Zugang zu dem Test zu haben. Laut Ghia sind TP53-Aberrationen und der IGHV-Status jedoch relevante prognostische und prädiktive Biomarker für die Therapieentscheidung.

Carol Moreno, Barcelona, Spanien, stellte Frontline-Behandlungsoptionen für CLL-Patienten vor: Die NCCN-Guidelines (2) empfehlen als Erstlinientherapie für CLL-Patienten mit 17p-Deletion/TP53-Mutation als bevorzugte Regime entweder eine Ibrutinib-Monotherapie oder die Kombination Venetoclax + Obinutuzumab. Für CLL-Patienten ohne del(17p)/TP53-Mutation, die jünger als 65 Jahre sind und keine signifikanten Komorbiditäten aufweisen, wird ebenfalls eine Ibrutinib-Monotherapie empfohlen. Für Patienten mit signifikanten Komorbiditäten, die keine Purin-Analoga bekommen können, für Patienten ≥ 65 Jahre und für jüngere mit signifikanten Komorbiditäten wird neben der Ibrutinib-Monotherapie auch die Kombination Venetoclax + Obinutuzumab empfohlen. Der BTK-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®) ist in der Erstlinie als Monotherapie für erwachsene CLL-Patienten zugelassen. In der Phase-III-Studie RESONATE-2 wurde bei therapienaiven CLL/SLL-Patienten ≥ 65 Jahre Ibrutinib gegen Chlorambucil getestet. Nach einem medianen Follow-up von 5 Jahren war das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im Ibrutinib-Arm noch nicht erreicht und betrug 15 Monate in der Chlorambucil-Gruppe (HR=0,146; 95%-KI: 0,0098-0,218) (3). 70% der mit Ibrutinib behandelten Patienten waren nach median 60 Monaten noch progressionsfrei vs. 12% der mit Chlorambucil behandelten Patienten. Ibrutinib führte im Vergleich zu Chlorambucil auch zu einem verbesserten Überleben (OS: 83% vs. 68%; HR=0,450; 95%-KI: 0,266-0,761). In der Alliance A041202-Studie erhielten zuvor unbehandelte CLL-Patienten ≥ 65 Jahre oder mit Komorbiditäten entweder Ibrutinib, Ibrutinib+Rituximab (IR) oder Bendamustin+Rituximab (BR). Es zeigte sich, dass Ibrutinib und IR das PFS signifikant verlängerten im Vergleich zu BR. Die Hinzunahme von Rituximab zu Ibrutinib verbessert das PFS jedoch nicht (4, 5).

UM

Quelle: Satellitensymposium „Providing clarity around treatment decision-making in CLL”, EHA, 13.06.2019, Amsterdam; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Hallek et al. Blood 2018; 131: 2745-60.
(2) NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology, Version 5; update May 2019.
(3) Tedeschi A et al. EHA 2019, Abstract S107.
(4) Woyach et al. ASH 2018, Abstract 6.
(5) Woyach et al. N Engl J Med 2018; 379: 2517-28.

 


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