Montag, 23. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

27. Mai 2019 CLL: Ibrutinib erhält in DGHO-Leitlinie breite Empfehlung für alle Patienten

Die DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie Medizinische Onkologie e.V.) hat ihre Leitlinie zur Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) dem aktuellen Stand des Wissens angepasst. Die wichtigsten Neuerungen: Eine umfassende genetische Diagnostik gehört jetzt für alle Patienten zum Standard. Und: Die Erstlinientherapie wurde neu geordnet. Dabei erhielt der Bruton-Tyrosin-Kinase-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®) eine breite Empfehlung für alle Patienten.
Anzeige:
Darzalex
 
Ibrutinib ist bereits seit einigen Jahren für die Erstlinientherapie der CLL zugelassen. Die 2018 publizierte ALLIANCE-Studie mit älteren CLL-Patienten untermauert dies (1). Ihr klares Ergebnis: In beiden Ibrutinib-Armen (Ibrutinib-Mono und Ibrutinib-Rituximab) zeigte sich ein im Vergleich zum Bendamustin-Rituximab deutlich verlängertes progressionsfreies Überleben. Dabei brachte die Hinzunahme von Rituximab zu Ibrutinib keinen zusätzlichen Vorteil, wie Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum des Saarlandes hervorhob. Eine Subgruppenauswertung hinsichtlich des IGHV-Mutationsstatus zeigte zudem, dass „Ibrutinib bei Patienten mit mutiertem IGHV-Mutationsstatus sicher nicht unterlegen war“, so der Experte. Auch in der ALLIANCE-Studie wies Ibrutinib das bekannte günstige Nebenwirkungsprofil auf.

Diese und andere neue Daten haben zu einer Aktualisierung der Onkopedia-Leitlinie der DGHO geführt (2): Neu in der Diagnostik ist, dass nun bei allen Patienten – auch außerhalb von klinischen Studien – eine umfassende genetische Untersuchung inklusive chromosomaler Abberationen (besonders 17p-Deletion), TP53-Mutationsstatus und IGHV-Mutationsstatus als Standard empfohlen wird. Zudem wurde die Struktur der Erstlinientherapie überarbeitet. Neben dem Stadium und der Aktivität der CLL sind die Fitness des Patienten, der TP53/del(17p)-Status sowie, falls dieser nicht mutiert ist, der IGHV-Status für die Auswahl der Therapie relevant. Für alle Patienten mit Therapie-bedürftiger CLL wird Ibrutinib für die Erstlinientherapie empfohlen. In Abhängigkeit der genannten Parameter kommen weitere gleichwertige bzw. nur im Fall von Kontraindikationen einzusetzende Therapieoptionen infrage.




 

Anne Benckendorff

Quelle: Pressekonferenz „Imbruvica – Leitlinien-Update: CLL-Therapie im Wandel – Was bedeutet dies für den Praxisalltag?“, 22.05.2019, Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Woyach JA et al. N Engl J Med 2018; 379: 2517-2528
(2) Onkopedia Leitlinie Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), Stand April 2019, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/chronische-lymphatische-leukaemie-cll/@@view/pdf/index.pdf, letzter Zugriff Mai 2019


Anzeige:
Xospata
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CLL: Ibrutinib erhält in DGHO-Leitlinie breite Empfehlung für alle Patienten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab