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Medizin
10. September 2020

CLL: Chemotherapiefreie Erstlinienbehandlung mit Venetoclax + Obinutuzumab

Die CLL14-Studie untersucht Wirksamkeit und Sicherheit einer auf weniger als 12 Monate begrenzten Behandlung mit Venetoclax (Venclyxto®) und Obinutuzumab (VenO) im Vergleich zu einer Chemoimmuntherapie mit Chlorambucil und Obinutuzumab (ClbO) bei nicht vorbehandelten Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). Auch 3 Jahre nach Untersuchungsbeginn und mindestens 24 Monate nach Behandlungsende weisen die Patienten im VenO-Behandlungsarm ein überlegenes progressionsfreies Überleben (progression-free survival, PFS) auf (1). Dies zeigt eine kürzlich in der Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ veröffentlichte Zwischenanalyse der Phase-III-Studie der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG).
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Auch nach 3 Jahren deutlich höhere PFS-Rate unter VenO

Das mediane PFS für VenO war zum Zeitpunkt des Datenschnittes noch nicht erreicht, für die Chemoimmuntherapie mit ClbO lag es bei 35,6 Monaten (HR: 0,31; 95%-KI 0,22-0,44, p < 0,0001) (1). Nach 3Jahren bzw. einer medianen Beobachtungszeit von 40 Monaten betrug die geschätzte PFS-Rate im VenO-Behandlungsarm 81,9% (95%-KI: 76,5-87,3%) versus 49,5% (95%-KI: 42,4-56,6%) im ClbO-Behandlungsarm. Diese Ergebnisse waren über alle klinischen und biologischen Risikogruppen hinweg zu beobachten – auch in denen mit Patienten, die eine TP53-Mutation bzw. -Deletion oder einen unmutierten IGHV-Status aufweisen (1).

Weiterhin mehr Patienten MRD-negativ

Darüber hinaus zeigte die Zwischenanalyse, dass der Anteil MRD (MRD=minimal residual disease, minimale Resterkrankung) -negativer Patienten unter VenO weiterhin größer war: 18 Monate nach Therapieende lag die im peripheren Blut gemessene MRD-Rate hier bei 47,2% versus 7,4% im ClbO-Behandlungsarm. Bezüglich des Gesamtüberlebens (OS) waren keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen zu beobachten – jeweils 27 Patienten (entspricht 12,5%) verstarben. Das mediane OS wurde in keinem der beiden Behandlungsarme erreicht (HR: 1,03; 95%-KI: 0,6-1,75). Nach 3 Jahren waren noch 88% versus 88,9% (VenO vs. ClbO) der Patienten am Leben (1).

Hoher Bedarf an chemotherapiefreien, zeitlich begrenzten Therapien

„Der Bedarf an zeitlich begrenzten CLL-Therapieregimen, die hohe Raten an MRD-Negativität bei nicht vorbehandelten Patienten erzielen, ist hoch. Denn CLL-Patienten sind oft älter und können bei dauerhaft gegebenen Behandlungen Verträglichkeitsprobleme bekommen“, so Dr. Othman Al-Sawaf, Abteilung für Innere Medizin am Centrum für integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf (CIO), Mitglied der DCLLSG und Erstautor der Publikation. „In Anbetracht des hohen medianen Alters in der CLL14-Studie ist davon auszugehen, dass ein beträchtlicher Anteil der mit Venetoclax und Obinutuzumab behandelten Patienten über ihre Lebenszeit hinweg nur diese eine Therapielinie benötigt. Dies ermöglicht es diesen Menschen, ihren Alltag zu genießen.“

Keine neuen Sicherheitssignale

Das beobachtete Sicherheitsprofil von VenO entsprach im Allgemeinen den bekannten Sicherheitsprofilen der Einzelsubstanzen. Die am häufigsten berichteten (> 2  %) schweren Nebenwirkungen bei Patienten, die mit VenO oder bei der rezidivierten/refraktären CLL mit Venetoclax plus Rituximab (VenR) behandelt wurden, waren Pneumonie, Sepsis, febrile Neutropenie und Tumorlyse-Syndrom (TLS). Zu den häufigsten Nebenwirkungen (> 20%) aller Grade bei in den Kombinationsstudien mit Venetoclax behandelten Patienten zählten Neutropenie, Diarrhö und Infektionen der oberen Atemwege (2).

Quelle: AbbVie

Literatur:

(1) Al-Sawaf O et al. Venetoclax plus obinutuzumab versus chlorambucil plus obinutuzumab for previously untreated chronic lymphocytic leukaemia (CLL14): follow-up results from a multicentre, open-label, randomised, phase 3 trial. Lancet Oncol 2020; 21(9): 1188-1200.
(2) Fachinformation Venclyxto®, Stand: April 2020.


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