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Medizin
13. September 2012

Cholangiozelluläres Karzinom: endoskopische Radiofrequenzablation als schonendes, neues Verfahren

Für Patienten mit Gallengangkrebs gibt es jetzt am UKM (Universitätsklinikum Münster) neue Therapiemöglichkeiten. Die Weiterentwicklung von technischem Zubehör für endoskopische Eingriffe an den Gallengängen hat es ermöglicht, das Krebswachstum bei Patienten mit bösartigen Gallengangtumoren nebenwirkungsarm zu behandeln. „Das größte Problem dieser nur schlecht therapierbaren Krebserkrankung ist die Verlegung der Gallengänge. Denn es besteht ein großes Risiko, dass es dabei zur schwergradigen Infektion oder lebensbedrohlichen Sepsis kommt“, erläutert Professor Dr. Hartmut Schmidt, Leberspezialist am UKM, die möglichen Komplikationen.

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Hitze gegen Tumoren
 
Für die endoskopische Freilegung der Gallengänge wurden in England (London) spezielle Radiofrequenzablations-Sonden entwickelt. Bei der Radiofrequenzablation handelt es sich um eine Therapieform, bei der Tumoren durch lokale Hitzeanwendung zerstört werden. Privatdozent Dr. Vito Cicinnati leitet am UKM in der Klinik für Transplantationsmedizin den Bereich der hepatobiliären Tumoren als gastroenterologischer Oberarzt. Als erster in Deutschland hat Privatdozent Dr. Vito Cicinnati Erfahrungen mit der endoskopischen Radiofrequenzablation sammeln können. Auch am UKM therapierte er bereits die ersten Patienten mit bösartigen Gallengangtumoren erfolgreich mit dieser Methode: „Bei diesem neuen endoskopischen Verfahren wird wie üblich der Gallengang sondiert und dann die Spezialsonde exakt im Bereich des Tumors platziert. Anschließend wird mittels dieser Sonde eine örtliche Hitzeanwendung für wenige Minuten durchgeführt. Dadurch kommt es zu einer Zerstörung des Tumorgewebes.“
 
Klinische Studie mit UKM als federführendem Zentrum in Deutschland geplant
 
Bei den Patienten war vor der Behandlung eine bakterielle Infektion der Leber und der Gallenwege aufgetreten, aufgrund eines tumorbedingten Gallengangverschlusses. Nach Anwendung dieses neuen endoskopischen Verfahrens kann die Galle bei den betroffenen Patienten wieder frei ablaufen, wodurch es häufig auch zu einer Normalisierung der Leberwerte kommt.
„Diese neue Therapieform stellt einen enormen Fortschritt sowohl bei der Lebensverlängerung als auch bei der Lebensqualität für Patienten mit einem Krebsleiden der Gallenwege dar“, heißt es von Dr. Vito Cicinnati. Daher ist die Durchführung einer klinischen Studie mit dem UKM als federführendem Zentrum in Deutschland geplant. Darin soll das neue Verfahren mit der herkömmlichen endoskopischen Standardtherapie verglichen werden.
 
Alle Möglichkeiten ausschöpfen
 
Das Universitätsklinikum Münster verfügt zusammen mit den Kliniken der Onkologie und Hämatologie, der Gastroenterologie, der Transplantationsmedizin, der Chirurgie, der Strahlentherapie, der Radiologie und der Nuklearmedizin über interdisziplinäre Ansätze zur Therapie vieler verschiedener Krebserkrankungen. Auf die Leber begrenzte Krebsformen können oftmals operativ, gegebenenfalls mittels Transplantation, geheilt werden. Für die Patienten mit Krebserkrankungen ist es daher wichtig, alle Behandlungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Quelle: Universitätsklinikum Münster


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