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Medizin

18. Juli 2019 Chemotherapiefreie Kombination aus Niraparib und Bevacizumab beim Platin-sensiblen Ovarialkarzinomrezidiv wirksam

Frauen mit einem Platin-sensiblen Ovarialkarzinomrezidiv können auch von einer chemotherapiefreien Kombinationstherapie profitieren. Darauf deuten beim ASCO 2019 präsentierte Daten einer Phase-II-Studie hin, die den PARP-Inhibitor Niraparib und den Angiogenese-Inhibitor Bevacizumab bei diesem Kollektiv untersucht hatte. Die Kombination war der Niraparib-Monotherapie mit einem signifikant verlängerten progressionsfreien Überleben (PFS) überlegen.  
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Patientinnen mit einem Platin-sensiblen Ovarialkarzinomrezidiv erhalten als Standardtherapie derzeit eine weitere Linie einer Platin-basierten Chemotherapie, ggf. unter Hinzunahme von Bevacizumab, falls die Patientin noch nicht mit einer VEGF-gerichteten Therapie vorbehandelt ist. (1) Die Studie ENGOT-OV24/NSGO-AVANOVA2 verglich in diesem Setting die Kombination Niraparib + Bevacizumab mit einer Niraparib-Monotherapie. Die Anzahl der bereits durchlaufenen Therapielinien war nicht beschränkt, auch eine Vortherapie mit Bevacizumab war erlaubt.

Niraparib ist als Erhaltungstherapie beim rezidivierten high-grade serösen Ovarialkarzinom bei Patientinnen mit Platin-sensibler Erkrankung zugelassen und hat außerdem seine Wirksamkeit als Monotherapie zur Late-Line-Therapie bei stark vorbehandelten Patienten unter Beweis gestellt (2). Außerdem deuten präklinische Studien auf eine verstärkte Wirksamkeit der PARP-Inhibition durch die Kombination aus Antiangiogenese und PARP-Inhibition hin (3, 4), sodass die AVANOVA2-Studie als Proof-of-Concept-Studie zu betrachten sei, so Prof. Dr. Mansoor Mirza, Kopenhagen, der die Ergebnisse der chemotherapiefreien Phase-II-Studie auf dem ASCO präsentierte (5).

In der randomisierten, kontrollierten und offenen Studie erhielten 97 Patientinnen in einer 1:1 Randomisierung entweder 300 mg Niraparib täglich an Tag 1-21 oder Niraparib in gleicher Dosierung + 15 mg/kg Bevacizumab alle 3 Wochen bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität (4). Das mediane PFS in der Intention-to-Treat-Population war unter der Kombinationstherapie mit 11,9 Monaten signifikant länger als unter der Niraparib-Monotherapie mit 5,5 Monaten (HR=0,35; 95%-KI: 0,21-0,57; p<0,001). Vorab geplante Subgruppenanalysen ergaben auch in den Subgruppen (HRD-positiv/HRD-negativ; Chemotherapiefreies Intervall 6-12 Monate/ > 12 Monate) eine signifikante Reduktion des Risikos für ein Fortschreiten der Erkrankung oder Tod durch die Kombination aus Angiogenese- und PARP-Inhibition. Bei den Patientinnen ohne BRCA-Mutation wurde mit einer HR von 0,32 (95%-KI: 0,17-0,58; p<0,001) eine ähnlich deutliche Verlängerung des mPFS durch Niraparib + Bevacizumab gegenüber Niraparib alleine dokumentiert wie in der Gesamtpopulation.

Die Kombinationstherapie war dabei gut verträglich, die Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen lag bei 13%. Hinsichtlich therapieassoziierter unerwünschter Ereignisse (AEs) von Grad 3/4 wurden kaum Unterschiede zwischen den beiden Therapiearmen beobachtet. Lediglich Bluthochdruck (26,5% vs. 0%) sowie Neutropenie (12,2% vs. 2,1%) traten unter der Kombination Niraparib + Bevacizumab deutlich häufiger auf. Die Patient Reported Outcomes zeigten eine vergleichbare Lebensqualität (EORTC QLQ-C30) in beiden Therapiearmen. Die geplante Phase-III-Studie NSGO-AVATAR soll nun diese chemotherapiefreie Rezidivtherapie mit dem derzeitigen Therapiestandard beim Platin-sensiblen rezidivierten Ovarialkarzinom vergleichen.

Red.

Quelle: ASCO 2019

Literatur:

(1) S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren (Version 3.0, 2019). https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Ovarialkarzinom/Version_3__2018_/LL_Ovarialkarzinom_Kurzversion_3.0.pdf. Aufgerufen am 18.07.2019
(2) Moore KN et al. Lancet Oncol. 2019;20:636-648
(3) Chan N, Bristow RG. Clin Cancer Res 2010;16:4553-60
(4) Hegan DC et al. Proc Natl Acad Sci U S A 2010;107:2201-6
(5) Mirza MR et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 5505) und Präsentation


 


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