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Medizin
23. März 2016

Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen: Vereinfachung der prophylaktischen Antiemese durch Fixkombination

In den 80er Jahren waren die Nebenwirkungen, welche sich hauptsächlich in Übelkeit und Erbrechen äußerten, bei einer Chemotherapie das dosislimitierende Problem. Seit der Einführung der 5-HT3-Antagonisten wandelte sich dieses Bild und das unmittelbare Erbrechen als Nebenwirkung verlor an Bedeutung, während die verzögerte Übelkeit ein Problem blieb. Heute sind beide Nebenwirkungen gut beherrschbar und daher kaum mehr ein Thema, sagte Prof. Dr. Meinolf Karthaus, Klinikum Neuperlach/Klinikum Harlaching München, bei einem Satellitensymposium.

Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist auch der Gewichtsverlust während der Chemotherapie, der durch nicht kontrollierte Übelkeit und Erbrechen gesteigert wird. Oft zeigt sich vor Diagnosestellung ein erster Gewichtsverlust durch den Tumorstoffwechsel. Mit der OP kann es zu weiteren Ernährungsproblemen kommen und zusätzlich haben Therapienebenwirkungen oftmals einen Einfluss auf die Ernährung. Daher ist ein wichtiges Ziel, den Ernährungszustand während der Tumortherapie zu stabilisieren. Die antiemetische Prophylaxe trägt einen Teil dazu bei, womit nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung der Patienten gesteigert werden kann.

Im klinischen Verlauf können akute Übelkeit und Erbrechen durch 5-HT3-Antagonisten deutlich vermindert werden. Verzögert auftretende Übelkeit und Erbrechen sind üblicherweise am 2. und 3. Tag am stärksten und können über mehrere Tage anhalten. Als wichtigster Mediator des verzögerten Erbrechens wird die Substanz P angesehen. 5-HT3-Antagonisten zeigen daher beim verzögerten Erbrechen keine wesentliche Wirkung. Hier wurde die Prophylaxe mit NK1-Rezeptorantagonisten vorangetrieben. Mit einer fixen Formulierung von beiden Strategien kann das komplexe Thema Übelkeit und Erbrechen einfacher angegangen werden: Netupitant wirkt über eine direkte Bindung am NK1-Rezeptor, während Palonosetron indirekt über einen 5-HT3-Rezeptor vermittelten Effekt wirkt. Mit der fixen Formulierung NEPA (Akynzeo®) werden die unterschiedlichen Wirkmechansimen der beiden Substanzen synergistisch miteinander kombiniert.

Die Häufigkeit von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) werde häufig von den behandelnden Ärzten unterschätzt, sagte Karthaus. Ziele der antiemetischen Therapie im Jahr 2016 seien die Prophylaxe von Nausea und Erbrechen mit kompletter Kontrolle bei allen Patienten, die Vermeidung von Nebenwirkungen, die einfache Applikation mit besserer Therapieadhärenz, die Kostenkontrolle in der Supportivtherapie und die Verhinderung antizipatorischen Erbrechens.

Dr. Ine Schmale

Quelle: Satellitensymposium der Riemser GmbH „Compliance war gestern: Therapieadhärenz in der Onkologie - eine komplexe Herausforderung“, im Rahmen des Deutschen Krebskongresses, 26. Februar 2016, Berlin


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